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+++ HL-live.de - Archiv +++23.06.2005 16.51
Verkehrstag der Polizei an der IGS SchlutupBereits zum dritten Mal fand am Donnerstag an der Integrierten Gesamtschule Schlutup der diesjährige Verkehrstag der Lübecker Polizei statt. Schon traditionell wird die Veranstaltung zum Ende des Schuljahres an Lübecker Schulen durchgeführt.
Auf die Schülerinnen und Schüler der IGS wartete ein interessantes Programm:
„Toter Winkel" war unter Anleitung von Frau Löffler vom Verkehrsministerium das Thema für die 5. und 6. Klassen. Dazu konnten sich die Kinder in einen LKW setzen und sich selbst ein Bild darüber machen, wie schwierig es ist, aus dem Fahrerhaus Zweiradfahrer und Fußgänger zu sehen.
Karsten Pelzer von der Polizeistation Schlutup untersuchte mit den Schülern die Fahrräder.
Die 7. Klassen beschäftigten sich mit dem Thema „Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern". Ein Teil der Klasse 7b legte Passanten in Schlutup heute einen Prüfungs – Fragebogen zum Thema „Radfahren" vor. 9 männliche und 14 weibliche Personen wurden befragt.
12 weibliche (=85% d. w.) und 6 männliche (=66% d. m.) Personen erreichten mit 7 und mehr Punkten mindestens die Schulnote ausreichend, 6 sogar eine 3, 2 Personen eine 2 bzw. 2+. Aber wirklich bestanden – 3 Fehler erlaubt- hätten diese Prüfung nur 2 männliche Personen. Die Durchschnittspunktzahl bei den männlichen Personen war 8,03, bei den weiblichen 8,47. Die beste weibliche Person erreichte eine Punktzahl von 10,75; das war knapp an der Note 2 vorbei. Das Urteil der Schüler: „Das Wissen rund um’s Radfahren ist durchschnittlich grad mal ausreichend. "Wir finden, alle Verkehrsteilnehmer sollten sich im Sinne der Unfallvermeidung unbedingt weiterbilden oder –schulen lassen", heißt es in einem ersten Abschlussbericht der 7b der IGS Schlutup.
Außerdem führten die Johanniter in das Thema „Erste Hilfe" ein.
Die 8. Klassen machten unter Anleitung von Hans-Rudolf Jenßen einen Mofa-Schnupperkurs. Christian Mix von der Lübecker Polizei und der Suchtberater im Auftrag der AOK, Bernd Feddern, behandelten mit den Jugendlichen das Thema „Drogen im Straßenverkehr".
Der 9. Jahrgang ging am Vormittag ins Lübecker Amtsgericht und besuchte Verhandlungen zu Verkehrsstraftaten.
Nach einem Anruf von Lehrerin Ilse Lechleitner waren „auf dem kurzen Dienstweg" auch die Beamten der Schlutuper Polizeistation auf dem Schulhof der IGS. Karsten Pelzer und Holger Bellinskis inspizierten die vorgeführten Fahrräder der Schüler. Dabei war übrigens ein Drahtesel in einem derart schlechten Zustand, dass ein Anruf bei den Eltern fällig war.
Organisiert wurde der Verkehrstag von Silke Nürnberg von der Polizei Lübeck und der IGS-Lehrerin Angelika Kuhl. Um 13 Uhr wurden die Aktionen offiziell beendet.
Am Abend erreichten uns noch die Ergebnisse, die die befragenden SchülerInnen der 7b der IGS Schlutup in ihrer eigenen Prüfung erzielten. Sie wurden von Lehrerin Ilse Lechleitner zusammengefasst.
Von 7 Mädchen „bestanden“ 2 die Prüfung, einer fehlte ½ Punkt, 2 hatten ausreichende Noten, 2 lagen unter dem Schnitt von 8,75 Punkten.
Von 8 Jungen „bestand“ einer die Prüfung, einem fehlten 0,25 Punkte (schade!), 2 hatten gute, 3 ausreichende Noten, einer lag unter dem Durchschnitt von 9,03 Pkt.
Da es sich hier fast ausschließlich um Radfahrer handelte – was wir bei den Passanten nicht erfragt hatten – erscheint das Ergebnis doch eher bedenklich.
Bei der Kontrolle der Fahrräder dieser Gruppe wurden in 2 Fällen gravierende Mängel durch die zuständige Polizei festgestellt.
Für die Sicherheit der Radfahrer muss offensichtlich auf und von allen Seiten mehr getan werden.
Im Folgenden veröffentlichen wir Beiträge von Schülerinnen und Schülern der IGS Schlutup zum Verkehrstag, die uns am Abend über die Lehrerin Bettina Sick-Folchert übermittelt wurden.
Interview mit Frau Nürnberg
„Oho!“- eine Polizistin ist auf unserer Schule, der IGS Schlutup. Am Donnerstagmorgen geht ein großes Staunen durch die 7. Klassen. Dort steht Frau Nürnberg in Polizeiuniform. Sie klärt die Klassen über das richtige Verhalten im Straßenverkehr mit dem Fahrrad auf. Später haben wir ihr noch ein paar Fragen gestellt. Sie war sehr freundlich zu uns und hat unsere Fragen gerne beantwortet.
Wir: Was verstehen Sie eigentlich unter einem „Verkehrstag“?
Fr. Nürnberg: Man nimmt sich Zeit, um über den Verkehr zu reden und altersgemäß den Gefahren vorzubeugen, mit dem Ziel die Anzahl der alterstypischen Verkehrsunfälle zu vermeiden. Ein Lob an eure Schule, an der die Lehrer diesen Tag regelmäßig einmal im Jahr organisieren. Leider machen das viel zu wenige Schulen so regelmäßig, dabei macht uns das viel Spaß!
Wir: Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Fr. Nürnberg: Ich wollte gerne einen Beruf, wo Gerechtigkeit herrscht und ich flexible Arbeitszeiten habe, da ich alleinerziehend bin und zwei Kinder habe. Mein Aufgabenbereich bei der Polizei ist Kriminal und- Verkehrsprävention.
Wir: Macht Ihnen Ihre Tätigkeit Spaß?
Fr. Nürnberg: Ich bin seit 18 Jahren dabei und das Arbeiten mit den Kindern und Jugendlichen macht mir immer noch Spaß. Ich gebe sehr gern mein Wissen an euch weiter.
Wir: Wie lange sind schon in diesem Beruf tätig?
Fr. Nürnberg: Meine Ausbildung fing 1987 an und endete 1990.Wenn die Ausbildung abgeschlossen ist, ist man eine ausgebildete Polizistin. Dafür braucht man die Mittlere Reife, aber für die höhere Laufbahn sogar das Abitur!
Wir: Was war ihr größtes Erlebnis?
Fr. Nürnberg: Als ich mit einer Freundin und meinen Kindern in einem Schwimmbad war, kamen lauter Schüler/innen aus verschiedenen Schulen. Sie grüßten mich und fragten: ,,Wie geht es Ihnen ?“ Es ergaben sich nette Gespräche. Meine Freundin war sehr überrascht, dass mich so viele Kinder doch noch wiedererkannten. Immerhin hatte ich ja keine Uniform an!!!
Wir: Wir danken für das Interview.
(Autorinnen: Florence Krasch, Saskya Hohmann, Laura Eisenbeiß, Miriam Murach, Awaz Ercik, 7b und 7c)
Rund ums Fahrrad – ein Aktionstag an der IGS Schlutup
Was ist denn hier los auf dem Schulhof der IGS Schlutup? Überall stehen Fahrräder herum. Ach, wir haben ja heute Verkehrstag und die Typen, die an den Fahrrädern basteln, kommen von Leihcycle. Leihcycle, was ist denn das?! Das haben wir ja noch nie gehört. Also fragen wir nach. Nuri Sevilen ist 18 Jahre alt. Er arbeitet dort ehrenamtlich. „Leihcycle? Das ist eine Jugendwerkstatt, in der 20 junge Leute arbeiten“, erzählt er uns. „Der Laden ist ein Fahrradverleih und eine Selbsthilfe-Reparaturwerkstatt, in der Jugendliche Fahrräder reparieren. Am meisten haben wir zu tun mit platten Reifen und defektem Licht. Aber häufig müssen wir auch Bremsen nachziehen oder Pedalen erneuern. Besonders schwierig ist das Reparieren von Felgen. Dazu braucht man besonders viel Fingerspitzengefühl, sonst ist das Rad hin.“ Man braucht einen guten Hauptschulabschluss um Zweiradmechaniker/in zu werden. Die Ausbildung dauert drei Jahre, damit man das Fahrrad von vorne bis hinten kennenlernt.
Wir wollen wissen wie viel die Reparaturen kosten. „Die Kosten sind unterschiedlich, aber es reicht bei kleinen Sachen, einen kleinen Beitrag in die Spendenkasse einzuzahlen.“ Leihcycle ist aber auch ein großer Verleih, wo man z.B. mit einer Klasse seine Fahrräder für einen Ausflug ausleihen kann. Es gibt dort auch Spezialfahrräder wie z.B. Tandems oder Fahrräder für Behinderte. Mietkosten: nach Vereinbarung, ca. 5 Euro pro Fahrrad, pro Tag. Leihcycle befindet sich in der Schwartauer Alle 39-41. Telefon: 0451-42660. Montag-Donnerstag 9.00-17.00, Freitag bis 16.00, Samstag 10.00- 12.00 ist dort geöffnet. Nix wie hin!
Autorinnen: Petje Schröder, Carolin Sellmann und Bentje Klingbiel, 7b von der IGS Schlutup
Helmumfrage in Schlutup
Drei Schülerinnen der IGS Schlutup aus dem siebten Jahrgang haben am 23.06.2005 eine Umfrage in Schlutup gemacht, bei der nach der Einstellung der Leute zum Helmtragen beim Fahrradfahren gefragt wurde. Im Unterricht hatte uns die Polizistin Frau Nürnberg von einem Unfall in Schlutup erzählt, bei dem eine Frau nach einem Fahrradsturz so unglücklich auf den Kopf gefallen war, dass sie gestorben ist. Ein Helm hätte sie gerettet.
Wir wollten wissen, was die Leute in Schlutup von Fahrradhelmen halten. Die befragten 6 Personen waren zwischen 5 und 64 Jahren alt.
Nur das 5- jährige Mädchen trägt beim Fahrradfahren einen Schutzhelm. Alle Befragten finden den Helm aber sinnvoll und gut. Wenn wir uns umschauen, fällt auf, dass die Erwachsenen keinen Helm tragen, bis auf ein paar Ausnahmen. Eine unserer Fragen hieß: Kennen Sie jemanden, der einen Helm trug und den der Helm vor Verletzungen am Kopf geschützt hat? Eine 31 Jahre alte Frau sagte: "Mein Bruder ist Radsportler und der Helm hat ihn vor Kopfverletzungen geschützt." Die andern 5 Personen äußerten sich nur mit der Kurzantwort „nein“.
Autorinnen: Christine Moll, Helena Kämper
Weitere Bilder zum Verkehrstag an der IGS Schlutup finden Sie im angehängten Bilderbogen Autor: Schüler der IGS / Red. Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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