Freitag, der 3. September 2010
Stadtwerke Lübeck

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21.01.2006 14.45


Rettet der Lübecker Tierpark zwei Tigermädchen?

In Frankreich droht zwei sechs Jahre alten Tigermädchen die Todesspritze. Der Tierpark Lübeck, der schon viele bedrohte Tiere aus der Lebensgefahr gerettet hat, wäre vielleicht die letzte Hoffnung für die Tiger. Für Helmut Rentsch von der Gruppe „Tigerschutz“ in Neumünster könnten jedoch Tierrechtler, die gegen den Tierpark demonstrieren, die Rettung der Tiere verhindern.

Nach Angaben von Helmut Rentsch sitzen die Tigermädchen in Frankreich in einem Wohnwagen fest. Weil diese Art der Haltung nicht artgerecht ist, müssen sie nach Aufforderung der zuständigen Behörden von dort entfernt werden. Wenn aber kein Platz für sie gefunden wird, so wie es im Moment scheint, droht diesen Tieren die Todesspritze.

Aus diesem Grund wäre der Zoo Lübeck vielleicht die letzte Möglichkeit, den Tieren das Leben zu
retten. Hier stünde sogar ein leer stehendes Gehege für die Tiger bereit. Die Gruppe „Tigerschutz" hat bereits telefonisch Kontakt nach Lübeck aufgenommen. Hier konnte laut Rentsch im Moment noch niemand eine Zusage geben. Grund ist den Angaben zufolge die vielleicht drohende Schließung des Tierparks, weil Tierrechtler permanent gegen den Zoo demonstrieren und die Stadt Lübeck zudem befürchtet, auf den Tieren beziehungsweise den Kosten sitzen zu bleiben, so Rentsch.

„Somit könnte man fast davon sprechen, dass die demonstrierenden Tierrechtler nicht zuletzt diesen beiden Tigermädchen bereits ihr Grab schaufeln, weil sie mit ihren Demos logischerweise für Besucherschwund und damit zum Bankrott des Zoos beitragen – ausgerechnet einem der wenigen Zoos, der sich bereit erklärt, derartige Wildtiere aufzunehmen", erklärt Rentsch.

Das drohende Schicksal der Tigermädchen ist kein Einzelfall: Schon ein Tiger musste sterben, weil die Gruppe „Tigerschutz" ihn nicht nach Lübeck vermitteln konnte. „Er ist letztendlich elendig an einer Phlegmone verreckt", so Rentsch.

So bleibt das Schicksal der Tiger weiterhin äußerst ungewiss. Die Gruppe "Tigerschutz" wird weiter um das Leben der Tigermädchen kämpfen und kann nur hoffen, daß die Tierrechtler ein Einsehen haben. "Es kann nicht im Sinne eines Tierrechtlers sein, eine Bleibe für in Not geratene Tiere zu vernichten", sagt Helmut Rentsch. So dürfte es auch die Brigitte-Bardot-Foundation sehen, die intensiv nach einer Unterkunft sucht - und wenn es nur übergangsweise sein sollte, so dass die jungen Tiger zumindest vorerst gerettet sind.

Die Gruppe "Tigerschutz" geht davon aus, dass viele Tierrechtler vielleicht gar nicht wissen, dass Zoos normalerweise Zirkustiere überhaupt nicht aufnehmen.

Autor: TP

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