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07.03.2006 18.44


Uni bleibt selbstständig

Die geplante Fusion der Unis Flensburg, Kiel und Lübeck ist vom Tisch. Minister Dietrich Austermann hat seine Pläne nach eigenen Angaben "weiter entwickelt". Es soll jetzt nur ein gemeinsamer Universitätsrat entstehen.

Im Tauziehen um die Zukunft der drei Universitäten Kiel, Lübeck und Flensburg haben sich deren Rektoren sowie die Dekane der medizinischen Fakultäten heute gemeinsam mit Wissenschaftsminister Dietrich Austermann auf ein gemeinsames Modell verständigt: Anstelle einer Landesuniversität sollen die drei Hochschulen in Zukunft unter dem Dach eines "Universitätsrates Schleswig-Holstein" rechtlich selbständig bleiben. Der Universitätsrat soll vor allem Struktur-, Entwicklungs- und Wirtschaftspläne der drei Universitäten erarbeiten und die zentrale Verteilung der Mittel steuern. Möglich wurde der Durchbruch dank der Lösung eines der Hauptprobleme, der Abstimmung der Arbeit der medizinischen Fakultäten in Forschung und Lehre.

Der "Ausschuss für Forschung und Lehre" soll künftig die 75 Millionen Euro Zuschuss für die medizinischen Fakultäten verwalten. Damit werden 40 Prozent der Mittel für Hochschulen künftig von einem gemeinsamen Gremium verwaltet. Die beiden medizinischen Fakultäten in Kiel und Lübeck bleiben unter dem Dach eines gemeinsamen Ausschusses damit ebenfalls erhalten. "Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Kompromiss die dringend notwendigen Profilschärfungen und Effizienzsteigerungen im Wissenschaftsbereich erreichen werden, um künftig für den internationalen Wettbewerb gut gerüstet zu sein", sagte Austermann. Der Universitätsrat werde die Möglichkeit einer hochschulübergreifenden Koordinierung haben und damit die nötigen Strukturveränderungen - wie etwa den Abbau von Doppelangeboten - anstoßen und kontrollieren können.

Wie Austermann weiter sagte, müsse in den nächsten Wochen noch über Detailfragen wie beispielsweise die genaue Besetzung des Universitätsrates entschieden werden. Nach dem derzeitigen Modell sollen jeweils zwei der voraussichtlich sieben Mitglieder des Rates von den Senaten der Hochschulen vorgeschlagen und vom Ministerium bestellt werden. Die so bestimmten Mitglieder wählen dann ein zusätzliches Mitglied, das den Vorsitz des Gremiums übernimmt. Die Präsidenten sollen dem Universitätsrat beratend zur Seite stehen und ein Antragsrecht haben. Neben der Entscheidung über die Vergabe von Finanzmitteln soll der Rat nach den Worten von Austermann auch die Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten überwachen und die Struktur-, Entwicklungs- und Wirtschaftspläne beschließen.

Nach den Worten des Wissenschaftsministers werden durch das heute erarbeitete Modell die Entscheidungswege deutlich verkürzt. "Allein die Zahl der Gremien sinkt von derzeit zwölf auf sieben", so Austermann.

Beim politischen Gegner von CDU-Austermann haben die neuen Pläne Spott ausgelöst. "Austermann ist erneut als Elefant - im Porzellanladen - gestartet und als Bettvorleger gelandet", meint der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Karl-Martin Hentschel.

Autor: WiMi/red.

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