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+++ HL-live.de - Archiv +++01.04.2006 17.12
Krawalle in der Innenstadt - Sitzblockade vor HolstentorChaos in Lübeck: Wegen der Demonstrationen in der Innenstadt musste der Holstentorplatz gesperrt werden. Auch der Busverkehr wurde von 12 bis 17 Uhr über die Moislinger Allee umgeleitet. In der Innenstadt kam es zu Krawallen. Container brannten und Barrikaden wurden errichtet.
Die Kundgebung gegen den Naziaufmarsch endete friedlich um 12.15 Uhr. Viele Demonstranten gingen daraufhin zum Holstentor und errichteten eine Sitzblockade. Der Nazi-Aufmarsch verzögerte sich allerdings um eine Stunde, da der Lautsprecherwagen defekt war. Gegen 13 Uhr zogen dann rund 150 Rechte vom Bahnhof aus los. Der von der Stadt nicht verbotene Aufmarsch sollte am Holstentor vorbei durch die Innenstadt zum Dom und zurück führen. Die Kirche hatte vorsorglich angekündigt, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.
Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, hat die Polizei dann kurzfristig die Neo-Nazis über die Wallstraße zur Mühlendamm umgeleitet. Dort ging es nicht mehr weiter. Demonstranten - unter ihnen 200 Autonome - hatten den Platz um den Dom besetzt. Straßenschilder wurden umgeworfen und Polizisten mit Pflastersteinen beworfen. Die Situation geriet außer Kontrolle. Die Autonomen verteilten sich in der gesamten nördlichen Altstadt. Mehrere Container wurden in Brand gesetzt. An der Mühlenstraße errichteten sie eine Blockade und schoben große Blumenkübel der Gaststätte "Zum alten Zolln" auf die Straße. In der gesamten Innenstadt wurden Mülleimer auf die Straße gekippt und Straßenschilder herausgerissen. Die Aegidienstraße wurde mit alten Möbelstücken blockiert.
Es kam zu 17 Festnahmen in der Innenstadt und 15 Festnahmen auf der Puppenbrücke. Weitere Autonome wurden am Bahnof festgenommen, als die Rechtsradikalen dort gegen 16.30 Uhr wieder ankamen. Ihr Zug durch die Innenstadt war gescheitert. Die Polizei veröffentlichte am Abend die Gesamtbilanz (siehe Rubrik "Polizei"). Danach wurden vier Polizeibeamte leicht verletzt, zwei durch Steinwürfe. In der Bilanz waren insgesamt 36 Festnahmen und zwei Gewahrsamnahmen zu verzeichnen.
Der Verkehr kam in Lübeck zum Erliegen. Zwischen 12 und 17 Uhr ging nichts mehr. Auch die Linienbusse mussten einen großen Umweg um die Stadt herum machen. Autor: red. Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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