Sonnabend, der 31. Juli 2010
Stadtwerke Lübeck

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20.09.2006 19.36


Priwall soll für 100 Millionen Euro zur Flaniermeile werden

Es klingt wie verspäteter Aprilscherz, ist aber ernst gemeint: Die "Priwall Waterfront AG" möchte die Halbinsel zum Ferienparadies umbauen: Flaniermeile, Spaßbad, Cafés, ein Hotel, eine Jugendherberge und Geschäfte sollen innerhalb weniger Jahre an der Trave entstehen.

"Es ist eine Vision", sagt Sven Hollesen, Geschäftsführer der Planet-Haus GmbH, die auch die Ferienhaus-Siedlung auf dem Priwall baut. Doch es wird konkret: Am kommenden Donnerstag soll die Lübecker Bürgerschaft entscheiden, ob Lübeck der noch zu gründenden "Priwall Waterfront AG" eine 15-monatige Option auf die rund 90.000 Quadratmeter großen Grundstücke an der Trave gibt.


Der Plan für den Priwall. Grafik: Planet-Haus GmbH.

Hollesen hat große Pläne: Von der Autofähre bis zur Personenfähre soll eine neue Flaniermeile entstehen. An der Einmündung zum Passat-Hafen könnte ein Hotel in Schiffsform neue Touristen locken. Rund um die Hafeneinbuchtung kann er sich eine Geschäftszeile und Cafés vorstellen, im Hafenbecken eine Bühne. Nördlich der Passat würde Travemünde endlich wieder ein Spaßbad bekommen. Auch ein Indoor-Spielparadies würde helfen, die Saison an der Ostsee zu verlängern. Im ehemaligen Priwall-Krankenhaus soll eine Jugendherberge einziehen. "Urlaub für jedes Portmonee" soll dann möglich sein. 2000 neue Betten würden entstehen - zusätzlich zu den 1000 in den Ferienhaus-Siedlungen. Zum Vergleich: Bisher bietet Travemünde insgesamt 3000 Übernachtungs-Möglichkeiten.

Stimmt die Bürgerschaft zu, hat Hollesen 15 Monate Zeit Investoren zu finden. "Ich versuche schnell voran zu kommen", sagt er. Schön wäre es, wenn in fünf Jahren alles fertig sei. Die Vermarkter der Ferienhaus-Anlage hat er schon im Boot. Beide würden ohnehin zu einem großen amerikanischen Konzern gehören.

Mit den Segler-Vereinen sei er im konstruktiven Gespräch. Sie würden eine neue Halle, einen neuen Kran und einen neuen Lagerplatz bekommen. Ein Parkplatz soll auch Tagesgästen zur Verfügung stehen.

Lübecks Politik ist voller Lob. Bürgermeister Bernd Saxe stellte am Mittwochabend die Pläne gemeinsam mit Sven Hollesen vor. Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel spricht von einem "Quantensprung für Schleswig-Holstein" und Bausenator Franz-Peter Boden sagt: "Das Konzept ist in sich stimmig."

Autor: VG

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