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+++ HL-live.de - Archiv +++12.05.2007 16.10
Mönchsweg eröffnetAm Samstag eröffneten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Lübecks Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, Alt-Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp und der Ostholsteiner Landrat Reinhard Sager in Oldenburg gemeinsam den Mönchsweg. Der Mönchsweg ist ein bundesweit einmaliges Kooperationsprojekt von Staat und Kirchen, an dem die Kreise Steinburg, Segeberg, Plön und Ostholstein sowie die Nordelbische Ev.-Luth. Kirche und das Erzbistum Hamburg beteiligt sind.
Auf den Spuren der ersten christlichen Missionare im Mittelalter führt die Route von Glückstadt an der Elbe bis zur Ostseeinsel Fehmarn, vorbei an zahlreichen alten Kirchen und Klöstern, prächtigen Schlössern und typischen Gutshöfen. Die Strecke des Mönchswegs verläuft weitgehend über asphaltierte Wege und ist durchgehend beschildert. Die wenigen unbefestigten Streckenabschnitte führen durch landschaftlich besonders reizvolle Gebiete. Entlang der Route stehen über 40 radfahrerfreundliche Quartiere zur Verfügung.
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ist sicher, dass die alten Kirchen und Klöster sowie die malerischen Schlösser und Gutshöfe die Radler begeistern werden. "Der Mönchsweg macht die schleswig-holsteinische Kirchengeschichte greifbar. Mit diesem interessanten neuen Radfernwanderweg festigen wir auch in Zukunft unsere Position als Fahrradland Nummer eins." (O-Ton Carstensen) Der Mönchsweg ergänze die bestehenden Radfernwanderwege in Schleswig-Holstein, wie beispielsweise den Ostseeküsten-Radweg, die Deutsch-Dänische Grenzroute, den Ochsenweg oder die Alte Salzstraße.
Für die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter bereichert der Mönchsweg unser geistliches Leben im Sprengel auf eine besonders schöne Weise. „Einmal quer durch den Sprengel Holstein- Lübeck, von Glücksstadt bis nach Fehmarn, lädt der Rad-Pilgerweg ein, eigene geistliche Erfahrungen zu machen. Die Kirchen am Wegesrand sind geöffnet und bieten Rast für Leib und Seele: Zum Innehalten, zum Beten, zum Auftanken. Gerne habe ich die Schirmherrschaft über diesen besonderen Pilgerweg übernommen und wünsche mir, dass viele Menschen sich an dem Angebot freuen und es wahrnehmen. Für den Radweg und das Pilgern mit dem Fahrrad gilt im Übertragenen Sinne, was Johann Gottfried Seume über das Gehen sagte: „Vieles würde besser gehen, wenn man mehr ginge.“
Zur Route:
Von Glücksstadt aus geht es zunächst am Fluss Stör entlang bis nach Itzehoe. Auf den Deichen erschließt sich eindrucksvoll die ganze Weite der für die Gegend typischen Marschlandschaft. In Itzehoe gibt es die Reste eines ehemaligen Zisterzienserinnenklosters zu sehen. Gut erhalten ist der gotische Kreuzgang, der von uralten Bäumen und Stiftsgebäuden umsäumt wird. Der kleine Teich in der Mitte der Anlage ist ein idealer Rastplatz, um die besondere Atmosphäre des Ortes aufzunehmen.
Über Bad Bramstedt und einem Besuch im Wildpark Eekholt, der über 100 einheimische Tierarten beherbergt, geht es weiter in die Karl-May-Stadt Bad Segeberg. Hier wartet das Augustiner-Chorherren-Kloster auf Interessierte. An heißen Tagen bietet der 400 Hektar große Segeberger Forst eine willkommene Abkühlung und den Duft nach frischem Fichtenholz. Liebhaber alter Eichenbäume kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten: Seit 300 Jahren steht am Forstamt Glashütte ein üppiges Exemplar Wind und Wetter trotzend an seinem Platz.
Wer am aktiven Mönchsleben teilnehmen möchte, sollte einen Abstecher in das Benediktinerkloster Nütschau nicht versäumen. Das dem Kloster angeschlossene Haus Ansgar ist offen für Besucher aller Konfessionen, bietet Übernachtungsmöglichkeiten, gutes Essen, vor allem aber den Einblick in die jahrhundertealte Tradition mönchischen Lebens.
Im Frühsommer erwartet die Radfahrer in der hügeligen Landschaft des Naturparks Holsteinischen Schweiz ein besonders kontrastreicher Farbenteppich. Leuchtend gelbe Rapsfelder auf der einen Seite, tiefblaue Seen auf der anderen, dazwischen schmucke kleine Dörfer mit reetgedeckten Häusern. Außerdem laden die Städte Plön und Eutin mit ihren prächtigen Schlössern und ihren schmalen, verwinkelten Gässchen zum Besuch ein.
Im östlichen Teil des Mönchsweg geht es an die Küste. Spätestens am weißen Ostseestrand, im Hof des ehemaligen Benediktinerklosters in Cismar unweit von Grömitz oder an der Steilküste der Insel Fehmarn wird es deutlich: Der Mönchsweg zeigt Schleswig-Holstein in seiner ganzen Vielfalt und ist eine Bereicherung für Körper, Geist und Seele. Autor: NEK/red. Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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