Die beiden Tiger aus dem Lübecker Tierpark werden am Montag in ein Tierheim in Rüsselsheim gebracht. Die Bürgerschaft lehnte am Donnerstagabend einen Dringlichkeitsantrag der FDP ab. Nur die FDP und eine CDU-Abgeordnete stimmten für einen Verbleib der Tiere.
Natascha und Gandhi wurden von der "Foundation Brigitte Bardot" gerettet. Die suchte eine neue Bleibe für die Tiere. Im Lübecker Tierpark war ein passendes Gehege frei. Weil sich der Zoo aber langfristig zu einem Streichelzoo entwickeln soll, gaben die Behörden nur grünes Licht für ein Jahr. Das ist jetzt um. Eine Ausnahme soll es nicht geben. Die Bedingungen in Rüsselsheim sei ähnlich gut wie in Lübeck, sagt Umweltsenator Thorsten Geißler.
FDP-Fraktionschefin Dr. Michaela Blunk versteht die Entscheidung nicht. Die Plätze in Rüsselsheim seien für Notfälle. Die seien jetzt über Jahre blockiert. Auch Tiger-Experte Dieter Farell habe ihr bescheinigt, dass der Umzug für die Tiere schädlich sei. Auch das Tierheim wolle lieber, dass die Großkatzen in Lübeck bleiben.
Die Politik sieht das anders: Eine Ausnahmegenehmigung gibt es nicht. Der Abtransport soll am 4. Juni erfolgen.
Am Donnerstag hat auch der Amtstierarzt der Hansestadt Lübeck Stellung genommen. Das Fazit von Dr. Andreas Müller-Buder vom Bereich Gewerbeangelegenheiten: Die beiden Tiger könnten auch in Rüsselsheim gut untergebracht werden und dort auch unbefristet bleiben. Derzeit sind die Raubkatzen im Lübecker Tierpark untergebracht.
Wörtlich heißt es in der Stellungnahme von Dr. Müller-Buder: "Der süddeutsche Tierschutzverein, der die Unterbringung der französischen Tiger für die Brigitte-Bardot-Foundation in Lübeck vermittelt und organisiert hat, bestätigte nochmals, dass das Gehege für die Tiger in Rüsselsheim komplett renoviert worden sei und bis auf die unwesentlich geringere Fläche des Auslaufs mindestens gleichwertig mit dem Lübecker Gehege ist. Mitglieder der Brigitte-Bardot-Foundation haben das neue Gehege dort angesehen und für gut befunden. Der Verein würde die Tiger in weiterer Zukunft nur dann noch einmal umsetzen, falls sich ein noch besseres Gehege von vielleicht 1000 bis 2000 Quadratmeter finden würde. Ansonsten könnten die Tiger dort unbefristet bleiben. Die dortigen Behörden hätten das Gehege neu abgenommen und für sehr gut befunden. Es sei eine neue Dachisolierung und eine neue Heizung eingebaut worden. Die Außenanlage sei gut ausgestattet mit erhöhtem großem Sitzplatz, Rückzugsmöglichkeit und natürlichem Boden, der teils aus Sand besteht und teils gut bewachsen ist. Die Tiger sollen dort beschäftigt und sehr gut betreut werden. In der Anlage haben nach Angaben des Vereins auch zuvor schon Großkatzen gelebt, ein Tigerpaar sei dort fast 20 Jahre alt geworden."
Autor: VG
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