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+++ HL-live.de - Archiv +++04.06.2007 19.27
Tiger auf dem Weg nach RüsselsheimBis zuletzt hatten Tierschützer gekämpft, genützt hat es nichts: Am Montagabend ging es für die beiden Tiger aus dem Lübecker Tierpark per LKW ins Tierheim nach Rüsselsheim.
In Lübeck war die Entscheidung der Stadt, die Tiere ins Tierheim zu schicken, auf viel Unverständnis gestoßen. Auch die Bürgerschaft hatte sich mit dem Thema beschäftigt. Natascha und Gandhi wurden von der "Foundation Brigitte Bardot" gerettet. Die suchte eine neue Bleibe für die Tiere. Im Lübecker Tierpark war ein passendes Gehege frei. Weil sich der Zoo aber langfristig zu einem Streichelzoo entwickeln soll, gaben die Behörden nur grünes Licht für ein Jahr. Das ist jetzt um. Eine Ausnahme soll es nicht geben. Die Bedingungen in Rüsselsheim sei ähnlich gut wie in Lübeck, sagt Umweltsenator Thorsten Geißler.
Das sieht beispielsweis die FDP-Fraktionschefin Dr. Michaela Blunk anders. Die dortigen Plätze seien für Notfälle reserviert. Auch das Gehege ist nur so halb so groß wie in Lübeck. Der Transport sei eine unnötige Quälerei. Dr. Blunk kam am Abend in den Tierpark, um die Abholung zu beobachten. Besonders enttäuscht von den Behörden sind die Inhaber des Tierparks Waltraut und Günter Lehmensiek. Sie hatten ein Jahr lang die völlig gestörten Tiger gepflegt und das Zutrauen der Tiere gewonnen. Beide konnten den Abtransport nicht ertragen und verließen das Gelände.
Helmut Rentsch von der Gruppe "Tigerschutz" wirft sichtlich bewegt einen letzten Blick auf die Tiger.
Gleichzeitig beriet der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung hinter verschlossenen Türen über den Abtransport. Von verschiedenen Seiten aus dem Ausschuss war zu hören, dass der Amtstierarzt Dr. Andreas Müller-Buder zugeben musste, dass der Lübecker Tierpark bereits seit 2005 laut Ministerium den neuesten EU Richtlinien entspricht. Trotzdem entschied sich der Amtstierarzt für die Abschiebung der Tiere. Selbst der im Ministerium verantwortliche Tierschutzreferent Thomas Bauer wusste nach eigener Aussage nichts davon, dass die Tiger in ein Tierheim kommen sollen. Er hätte nichts dagegen gehabt die Tiere noch länger in Lübeck zu lassen, wurde aber offenbar aus Lübeck falsch informiert. Dies wurde HL-Live.de bereits am 1. Juni von der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Astrid Stadthaus-Panissié (CDU) bestätigt, die mit Thomas Bauer gesprochen hatte.
Um 18 Uhr wurden die Tiger mit Spritzen betäubt. 30 Minuten später wurden sie auf einer Plane in die Boxen des LKW geschleppt. Hier erhielten sie eine zweite Spritze, damit sie wieder aufwachen. Erst dann ging es los nach Rüsselsheim, das am Vormittag erreicht werden soll. Autor: VG/H.L. Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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