Fraktion der Linken stellt sich hinter Ragnar Lüttke
Durch die Veröffentlichung von vier Jahre alten Fotos, die Ragnar Lüttke bei einer Stalin-Party zeigen, ist der Politiker der Linken in die Kritik geraten. Die Fraktion der Linken in der Bürgerschaft stellt sich geschlossen hinter ihn.
Die Fraktion der Linken hat eine Erklärung zu ihrem Mitglied verfasst, die wir im Wortlaut veröffentlichen:
(")Die Fraktion DIE LINKE in der Lübecker Bürgerschaft nimmt die Veröffentlichung der vier Jahre alten Fotos einer privaten Feier, an der unser Kreisvorsitzender Ragnar Lüttke im Jahre 2004 teilgenommen hat, zur Kenntnis. Wir sehen einen unmittelbaren Zusammenhang zum Landesparteitag der LINKEN vom 27. und 28. September 2008 in Neumünster und werten die Veröffentlichung als gezielte Denunziation. Wir haben keinerlei Zweifel an der demokratischen Gesinnung Ragnar Lüttkes. Die Fraktion spricht Ragnar Lüttke das Vertrauen aus.
Wir mißbilligen ausdrücklich die Veranstaltung einer mißverständlichen Feier zu Stalins Geburtstag und die Teilnahme daran. Keiner von uns hegt Bewunderung für den sowjetischen Diktator. Wir beschäftigen uns mit der Geschichte der Arbeiterbewegung und sind stets zu dem Fazit gekommen, daß Demokratie und soziale Gerechtigkeit untrennbar miteinander verbunden sind.
Im Jahr 2004 gab es keine Partei DIE LINKE in Lübeck. Unsere Partei besteht seit etwa 14 Monaten. Im Jahr 2004 hatte die damalige PDS in Lübeck weniger als 30 Mitglieder. Inzwischen ist unser Verband auf 135 Mitglieder angewachsen. Nach unserem Einzug in die Lübecker Bürgerschaft wurde die Verantwortung in Fraktion und Partei auf mehrere Schultern verteilt.
Einen autoritären Führungsstil können wir bei Ragnar Lüttke nicht wahrnehmen. Lüttke scheut niemals die Debatte. Lüttke hat sich stets den Entscheidungen der Partei gebeugt und hat sich auch mit Abstimmungsniederlagen abgefunden. Wir haben Ragnar Lüttke als eine Person kennengelernt, die in einer undogmatischen, basisdemokratischen Tradition fest verwurzelt ist.
Viele Mitglieder haben persönliche politische Entwicklungen durchlebt. Wir sehen keinen Grund für einen Rücktritt Lüttkes. Die Stalin-Party fand vor vier Jahren statt. Die Party war nichtöffentlich, sie war keine Parteiveranstaltung, sie war privat. Das Vertrauen wird durch die Veröffentlichung der Fotos nicht zerstört. Wir halten in kritischer Solidarität an Ragnar Lüttke fest.(")
Autor: Linke/red.
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