Sonnabend, der 31. Juli 2010

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12.03.2009 16.40


VfB-Fankreis kritisiert Polizeieinsatz

Beim Spiel VfB Lübeck II gegen Holstein Kiel II am Mittwochabend hat die Polizei nach Ansicht des VfB-Fankreises unverhältnismäßig agiert. Marc Claßen vom Fankreis: "Unglaubliche Zustände spielten sich ab!"

Die Polizei hatte bereits vergangenes Jahr klar gestellt, dass sie Zusammenstöße zwischen Kieler und Lübecker Fans unterbinden werde. Für den Fankreis hat die Polizei am Mittwochabend aber überreagiert. "Ca. 15 Minuten vor Spielschluss formierten sich die Polizisten im Gästebereich und rund um die Alte Holztribüne. Nicht nur, dass die aufmarschierten Polizisten die Trainerbank zustellten und das Spielgeschehen störten, nein auch das Verlassen der Haupttribüne wurde untersagt (selbst der Gang zur Toilette). Trotzdem blieb es – mit Ausnahme von ein paar Gesängen – ruhig", so Claßen. Die Kieler Fans seinen gleich nach dem Schlusspfiff aus dem Stadion in den bereit gestellten Bus gedrängt worden.

Marc Claßen weiter: "Dicht an dicht standen alle Besucher der Alten Haupttribüne (Fans, Frauen, Kinder, ältere Zuschauer usw.) und warteten darauf, dass die Polizei den Eingang freimachen würde (zumal die Kieler Fans schon abgefahren waren). Hierbei kam es offensichtlich zu vereinzelten Aggressionen gegenüber der Polizei. Nachdem eine Glasflasche aus der Menge hinter die Linien der Polizei geflogen war, rannte die Polizei ohne Vorwarnung mit grober Gewalt in die dicht an dicht wartende Menge herein. Hierbei wurde die Gruppe der Wartenden (also auch Kinder, Frauen, ältere Menschen) überrannt, von Faust- bzw. Schlagstockschlägen getroffen, zu Boden gerissen usw."

Aus Sicht der Polizei stellen sich die Vorgänge anders dar. Man habe darauf gedrängt, dass die Fans aus Kiel den Zug um 20.03 Uhr erreichen, sagt Polizeisprecher Detlef Riedel. Der Polizei war klar, dass der größte Teil der angereisten Zuschauer gewaltbereit war. Auch im Lübecker Block waren knapp 100 Fans als potentiell gewaltbereit idendifiziert. Deshalb sei im Stadion mehrfach angekündigt worden, dass der Block erst verlassen werden kann, wenn die Kieler aus der Stadt sind.

An den Ausgängen habe man dann die Fans einzeln überprüft. Dabei seien von mehreren Personen Flaschen, Mülleimer und Holzgegenstände geworfen worden. Ein Beamter wurde schwer verletzt, ein weiterer Polizist bekam einen Böller auf den Fuß geworfen. Die Polizei stoppte den Auslass in der unübersichtlichen Situation. Der Einsatzleiter habe dann entschieden, die zwei größten Störenfriede festzunehmen. Die standen allerdings hinter den wartenden Fans. "Jeder, der vor Ort war, musste erleben, wie Polizei einen Zugriff macht", sagt Riedel. Dabei könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass Unbeteiligte, die nicht schnell genug Platz machen, zur Seite gedrängt werden. Die Polizei werde die Videos von dem Einsatz in den nächsten Tagen auswerten.

Für die Polizeibeamten war der Einsatz damit noch nicht beendet: Eine Stunde nach dem Spiel wurden die Einsatzkräfte, die am Einpacken waren, von zehn bis 20 Unbekannten mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Drei Personen konnten festgenommen werden.

Autor: VG

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