Die Freien Wähler Lübeck finden das Waffengesetz vollkommen ausreichend, sagt der Kreisvorsitzende Werner Horstmann zur Diskussion nach dem Amoklauf von Winnenden am 11. März. Deutschland habe das schärfste Waffengesetz in der EU, es müsse nur darauf geachtet werden, dass dieses Gesetz auch eingehalten wird.
"Die Zahl der Waffen im Privatbesitz ist bei Sportschützen in den letzten Jahren ziemlich eingeschränkt worden, das heißt ein Sportschütze kann sich nicht mehr beliebig viele Kurzwaffen zulegen", erklärt Horstmann. "Bevor jemand überhaupt eine Waffe besitzen darf, muss er zunächst einmal entsprechende Schießergebnisse und -zeiten nachweisen, bevor er zur Waffensachkundeprüfung zugelassen wird. Hierüber wird im Verein genau Buch geführt und jeder Schütze muss seine Ergebnisse im sog. Schießbuch abzeichnen lassen."
Ein gefordertes zentrales Waffenregister sei eine neu zu schaffende Behörde, die Unsummen an Steuern verschlingen werde. "Diese Kosten werden dann vermutlich auf die Jägerschaft und die Sportschützen abgewälzt", meint der Kreisvorsitzende der Freien Wähler. "Gerade unsere Jäger leisten sehr viel für unsere Natur, was der breiten Öffentlichkeit häufig nicht bekannt oder bewusst ist. Die Sportschützen stehen nicht minder schlecht da, hier wird ehrenamtlich gute Jugendarbeit geleistet, hier findet ein Vereinsleben statt, das Jung und Alt zusammenführt. Nicht zu vergessen der sportliche Aspekt wie die Teilnahme an Meisterschaften und – uns allen noch gut im Gedächtnis – die erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen."
Horstmann befürchtet folgendes Szenario vor: "Unsere Jägerschaft gibt die Jagd aus Kosten- und Prestigegründen auf. Die Verbissschäden nehmen dramatisch zu, ebenso die Population vieler Räuber, die in unsere Vororte und langwirtschaftlich geführten Betriebe einfallen. Wer bezahlt die Schäden?"
Alle legalen Waffen seien in Deutschland erfasst, separat bei jeder Stadt/Kommune, und könnten durch die Waffenbesitzkarte einem Besitzer zugeordnet werden. "Missbrauch wird in den meisten Fällen mit illegalen Waffen betrieben. Hier muss der Gesetzgeber eine Lösung finden", meint der Politiker. "Der Handel mit illegalen Waffen, die illegale Einfuhr solcher aus einigen Nachbarländern, die Gewaltverherrlichung durch entsprechende PC- oder Konsolenspiele und Filme sollte das Thema sein. Hier gilt es endlich zu differenzieren und zu handeln, nicht populistisch auf eine Minderheit einzuprügeln."
"Wir von den Freien Wählern fühlen mit den Angehörigen der Opfer, sind aber der Meinung, dass die Art und Weise, wie das Thema von einigen selbsternannten Spezialisten behandelt wird, falsch ist und zu keinem befriedigenden Ergebnis führen kann", so Werner Horstmann.
Autor: FW/red.
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