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04.11.2009 10.23


Warnstreik bei der LVG

In Travemünde warteten am Mittwochmorgen viele Fahrgäste vergeblich auf die Busse. Die Gewerkschaft verdi hatte die Busfahrer der LVG zu einem Warnstreik aufgerufen. In Travemünde fuhren zwischen 3 Uhr und 7 Uhr keine Busse.

Hintergrund des Streiks sind die Tarifgespräche mit den Arbeitgebern des privaten Omnibusgewerbes, deren Mitglieder vieler Orts in öffentlichen Aufträgen unterwegs sind. "Menschen, die tagtäglich die Fahrgäste sicher von Ort zu Ort bringen, müssen endlich auch vernünftig bezahlt werden. Eine Busfahrerin oder ein Busfahrer dieses Tarifgebietes verdient bis zu 200 Euro weniger als dies in anderen Tarifgebieten in Schleswig-Holstein der Fall ist", sagte Frank Schischefsky, Pressesprecher von ver.di Nord. "Es gibt in Schleswig-Holstein bisher Regelungen, aufgrund derer – selbst im gleichen Ort – Busfahrer unterschiedlich bezahlt werden. Ursache ist, dass sie unter jeweils unterschiedliche Tarifverträge fallen."

Gerhard Mette, der Verhandlungsführer von ver.di Nord: "Wir glauben jedoch, ein Busfahrer ist ein Busfahrer. Gleich, ob er bei der Autokraft, bei Bölck oder bei der KVG tätig ist und auch, ob er in Husum, Kiel, Flensburg, Bad Segeberg, Pinneberg oder wo sonst arbeitet, macht keinen Unterschied. Deshalb ist unser Ziel, die Gleichheit der Arbeitsbedingungen für alle Busfahrer im Land zu erreichen."

Die Aktion war nicht angekündigt worden, weil die Gewerkschaft fürchtete, dass die Aktion durch Streikbrecher unterlaufen wird. Schon im Vorfeld habe der Arbeitgeber Angestellte angerufen und gefragt, ob die im Streikfalle fahren würden, erklärte Gerhard Mette am Morgen gegenüber dem Magazin "Travemünde aktuell". Ver.di bietet der LVG an, Streiks anzukündigen, wenn der Arbeitgeber auf Streikbrechereinsätze verzichtet.

Ver.di hatte bereits im Juli den Tarifvertrag gekündigt, berichtet Gerhard Mette. Bis Ende Oktober läge immer noch kein Angebot der Arbeitgeberseite vor. Er spricht von "Verzögerungstaktik" des Arbeitgebers. Die Gewerkschaft will über Warnstreiks nun Druck machen. "Wir gehen davon aus, dass wir weitere Aktionen machen", so Gerhard Mette.

Autor: TA/red.

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