Sonnabend, der 31. Juli 2010
Stadtwerke Lübeck

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27.01.2010 20.03


Lehrerinnen aus Litauen und Estland in Lübeck

Im Rahmen des EU-Projektes Include-Me (beziehe mich ein) sind zehn junge Lehrerinnen aus Estland und Litauen für ein so genanntes Mini-Referendariat in Lübeck eingetroffen. Sie werden in den nächsten Wochen als Botschafterinnen ihres Landes an schleswig-holsteinischen Schulen zu Gast sein und dort informieren und unterrichten.



Betreut und koordiniert wird das Projekt gemeinschaftlich von Helmut Mittelmann vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQSH) in Kiel und Martin Herold von der Deutschen Auslandsgesellschaft in Lübeck, und zwar bereits zum wiederholten Male.

"Wir versuchen, den jungen Lehrkräften ein zeitgemäßes und realistisches Deutschlandbild zu vermitteln, damit sie in ihren Heimatländern die Begeisterung für das Erlernen der deutschen Sprache wecken und fördern können", erklärte Martin Herold, der Geschäftsführer der Deutschen Auslandsgesellschaft in diesem Zusammenhang.

Die nachhaltige Vermittlung der deutschen Sprache im Ausland immer wieder zu befördern, ist auch ein wichtiges kulturpolitisches Ziel, denn die jungen Teilnehmerinnen berichten aus ihren Heimaltländern, dass es oft schwierig ist, Jugendliche für die deutsche Sprache zu begeistern; die Konkurrenz zu Englisch und neuerdings wieder Russisch, ist sehr groß.



Die Begeisterung bei den jungen Lehrerinnen über Lübeck konnte aber bereits erfolgreich geweckt werden, denn trotz der vorherrschenden tiefen Temperaturen ist die Stimmung in der Gruppe prächtig – schließlich ist man an reichlich Schnee und Minustemperaturen aus der Heimat gewöhnt. Die Teilnehmerinnen genießen das Kulturprogramm und die Vorträge über moderne gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland, freuen sich auf die Besuche im Willy Brandt und Günter Grass Haus und den literarischen Spaziergang mit Jan Bovensiepen vom Buddenbrookhaus.

Nach der Einführung im winterlichen Lübeck werden sie dann über ganz Schleswig-Holstein verteilt, nach Marne und St. Peter an die Westküste, nach Glinde und an die Geltinger Bucht. Nur Janeli Ojatamm aus Tartu wird bei uns in Lübeck bleiben und ihre deutsche Schulzeit an der Dorothea Schlözer Schule am Jerusalemsberg absolvieren. Wohnen – und ausgezeichnet pädagogisch betreut – wird sie von Frauke Vosshage von der Deutschen Auslandsgesellschaft, die selbst viele Jahre Referendarinnen ausgebildet und betreut hat. Alle freuen sich auf die vor ihnen liegenden Aufgaben. Bis zum Ende der Woche stehen noch Gesprächstraining und Interviewübungen auf dem Programm.

Falls ein Leser dieser Zeilen also in den nächsten Tagen in der Innenstadt von freundlichen Estinnen und Litauerinnen für ein kleines Interview angesprochen werden sollte wäre es nett, sich einen Moment Zeit zu nehmen und kurz zu antworten. Die jungen Lehrerinnen werden es Ihnen danken, und ihren Schülern in Estland und Litauen gern von der sprichwörtlichen Freundlichkeit der Lübeckerinnen und Lübecker berichten.

Autor: Harald Denckmann

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