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+++ HL-live.de - Archiv +++09.03.2010 10.41
Auf der Suche nach den letzten NaturvölkernDie Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu Lübeck lädt am Samstag, 13. März, um 16.15 Uhr zu einem außergewöhnlichen Vortrag ein. Dr. Roland Garve berichtet im Dielenhaus, Fleischhauerstraße 79, über seine Spurensuche nach den letzten Naturvölkern.
Eigentlich ist er Zahnarzt von Beruf, aber im Urlaub bereist Dr. Roland Garve die ganze Welt, um die Lebensweise und Kultur der letzten noch naturnah lebenden Völker kennen zu lernen. In zahlreichen Büchern, Fernseh- und Radiosendungen hat er über seine Begegnungen mit Menschen, die fernab unserer Zivilisation leben, berichtet.
Auf Einladung der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde kommt Dr. Roland Garve am 13. März 2010 nach Lübeck. In seinem Lichtbildervortrag "Bei den Lippenpflock-Indianern am Amazonas" beschreibt er seine Erlebnisse bei den Zoé im brasilianischen Regenwald, einem kleinen Volk, das erst vor gut 30 Jahren entdeckt wurde – mit schlimmen Folgen: Von den Weißen eingeschleppte Krankheiten rafften viele von ihnen dahin, und amerikanische Missionare siedelten die übrigen illegal um. Als die Missionare vertrieben wurden, konnten die Indianer wieder in ihr Reservat zurückkehren und haben dort ihren Lebensstil, ihre Sitten und Gebräuche weitgehend erhalten. Nach wie vor gehen sie überwiegend nackt zur Jagd, sie tragen ihren charakteristischen Unterlippenpflock und behandeln ihre Haustiere wie Kinder). Inzwischen wächst das Volk der Zoé auch wieder. Die Ureinwohner Amazoniens seien heute weniger vom Aussterben bedroht, sondern "viel mehr durch die zunehmende Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes, durch massive Abholzung der Regenwälder, Umweltverschmutzung und die Zunahme kulturverändernder Einflüsse von außen", so Garve in einem seiner Bücher.
Mit Sondergenehmigung hat Dr. Roland Garve die Zoé mehrmals in ihrem Reservat besuchen dürfen. Seinen Arztkoffer hatte er immer dabei und so manchen kranken Zahn gezogen oder schwärende Wunden versorgt. Aber als er einmal von einer Giftschlange gebissen wurde, brauchte er selber Hilfe.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Autor: Bodo Fabian/red. Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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