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+++ HL-live.de - Archiv +++10.03.2010 18.29
Eine Chefin für 631.694 Kubikmeter DenkmalschutzSeit Anfang des Jahres ist Architektin Liane Kreuzer die neue Bauchefin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, und die vor ihr liegenden Aufgaben scheinen gewaltig zu sein. Ihr Einsatzgebiet ist knapp 1500 Quadratkilometer groß und reicht von Travemünde bis zur Elbe.
Sie betreut zusammen mit zwei weiteren Kollegen knapp 500 Gebäude der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, 80 davon stehen unter Denkmalschutz. Mit der Fusion des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg hat sich die Zahl der zu betreuenden Gebäude verdoppelt, die der Mitarbeiter aber nicht. Ein neues Gesetz hat zudem die gesamte Zuständigkeit im kirchlichen Bauen verändert. "Ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe", sagt die neue Chefin, "aber es erschreckt mich nicht."
Die 37-jährige Mutter von drei Töchtern weiß, was vor ihr liegt. Sie hat bereits vor dem Studium praktische Erfahrungen gesammelt, eine Ausbildung zur Baufacharbeiterin absolviert und eine Lehre als Notariatsfachangestellte angehängt. Nach dem Studium der Architektur in Wismar arbeitete sie die letzten zwei Jahre als Mitarbeiterin der Bauabteilung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg in der Kirchenkreisverwaltung Wismar. "Wir haben dort 74 Gemeinden zu zweit betreut", erinnert sie sich. Viele kleine, historisch wertvolle Kirchen prägen dort das Landschaftsbild, "der Sanierungsbedarf war enorm, auch wenn das Bauvolumen insgesamt niedriger als hier war."
631.694 Kubikmeter beträgt das Bauvolumen des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg allein im denkmalgeschützten Bereich, mehr als alle anderen Kirchenkreise in Nordelbien. Zum Vergleich: Die Mitarbeiter in Kiel müssen sich für den Kirchenkreis Altholstein "nur" um 189.366 Kubikmeter kümmern, das benachbarte Plön-Segeberg hat die Aufsicht über 139.739 Kubikmeter umbauten denkmalgeschützten Raum. Die neue Kirchenbaurechtsverordnung, die im Februar 2010 verabschiedet wurde, regelt, wo genau die Verantwortung der Gemeinden vor Ort liegt, und wann die Bauabteilung des Kirchenkreises einzuschalten ist. Neu ist auch, dass die Oberste Denkmalbehörde nicht mehr in Lübeck, sondern im Nordelbischen Kirchenamt in Kiel sitzt. "Durch die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen sind Struktur, Zuständigkeiten und Herangehensweisen innerhalb der Bauaufgaben in unserem Kirchenkreis neu zu formulieren und umzusetzen", umreißt Liane Kreuzer ihre erste Herkules-Aufgabe.
Das kann nur klappen, wenn die Zusammenarbeit mit den Gemeinden gut justiert wird. Daher ist einer der ersten Bausteine auf dem Weg in diese neue Struktur ein "KirchenvorsteherInnentag Bau" am 13. März im Petri-Forum in Ratzeburg. Vertreter aller 50 Kirchengemeinden sind eingeladen, sich bei einem ganztägigen Workshop über die neue Struktur zu informieren. "Die Kirchen sind uns als Kirche anvertraut, sie gehören in meinem Verständnis der Allgemeinheit", sagt Liane Kreuzer. Ein teures Erbe, das es mit viel Sachverstand, Elan und Fleiß zu bewahren gilt. Autor: Katja Launer Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.
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