Am 18. September soll es eine Großdemonstration mit Umzingelung des Regierungsviertels in Berlin geben, so die Veranstalter. Unter dem Motto: "Atomkraft: Schluss jetzt" wollen die Menschen gegen die Pläne von Schwarz-Gelb auf die Straße gehen. Um darauf hinzuweisen, zogen am Montag rund 25 Demonstranten durch die Innenstadt.
Geplant war, vor den Büros von FDP und CDU zu demonstrieren, aber die Organisatoren hatten offenbar übersehen, dass Ferienzeit ist und die Büros nicht besetzt sind. So zog man vor das Lübecker Rathaus um Unterschriften zu übergeben - aber auch hier Fehlanzeige. Es sind ja nicht nur Ferien, sondern es ist auch Travemünder Woche und die hohen Herren aus dem Rathaus sind eher bei Ragattabegleitfahrten anzutreffen als im Rathaus. Bundesweit haben bisher über 150.000 Menschen die Erklärung "Atomkraft abschalten" unterschrieben.
Die Aktion unter dem Motto "Atom-Alarm" war Teil eines bundesweiten Aktionstages in rund 50 Städten, zu dem das Kampagnennetzwerk Campact aufgerufen hatte. In Lübeck beteiligten sich unter anderem die Grünen und die Jusos.
Tim schrieb am 26.07.2010 um 21.50 Uhr: Es ging nicht wirklich darum, dass wir Abgeordnete der CDU oder FDP aus ihren Häusern locken, sondern um die Symbolik, dafür waren keine Atomkraftbefürworter von Nöten.
Atomkraftgegener schrieb am 27.07.2010 um 08.27 Uhr: Unsere Bundesregierung liefert hier wieder das typische Beispiel für eine Klientelpolitik: Einnahmen für die großen Unternehmen und zusätzliche Ausgaben für die Allgemeinheit in Form von Entsorgungskosten.
Noch schlimmer als Schulden machen ist es, wenn wir die Umwelt für mehrere Hundert Jahre mit verstrahlten Abfällen belasten.
Daher muss man sich wehren!
Stefan Balker (eMail: Stefan.Balker@gmx.de) schrieb am 27.07.2010 um 11.49 Uhr: Die Atomkraft wird noch lange gebraucht, wenn Strom nicht nur etwas für Reiche werden soll. Von den hochsubventionierten Alternativen Energien profitieren vor allem Luxuslinke, die sich auf Kosten aller Strombezieher schön eine sichere Rendite für ihre Photovoltaikanlage auf dem Dach ihrer Villa gönnen. DAS ist grüne Klientelpolitik in Reinform gewesen.
Günstiger Atomstrom sichert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und damit Arbeitsplätze. Und er ist für alle erschwinglich. Das Entsorgungsproblem muss so oder so angegangen werden.
Sven schrieb am 27.07.2010 um 12.16 Uhr: Wer meint es ginge ohne Atomkraft, den würde ich gerne sehen, wenn er dann seine Rechnung bezahlen soll! Solange es günstiger ist, wieso nicht? schadet doch keinem.
gelb schrieb am 27.07.2010 um 13.52 Uhr: @Sven:
"Der Abbau alter Atomanlagen verschlingt Unsummen: Das Forschungsministerium hat die Kosten nun auf 10,6 Milliarden Euro beziffert - die SPD hält das nur für eine Untergrenze, die wahren Belastungen seien viel höher."
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,708483,00.html
Noch irgendwelche Fragen?
Manfred Bisa schrieb am 27.07.2010 um 20.04 Uhr: Manche wissen offenbar das sog. Sommerloch nicht anders zu überbrücken, als die eine oder andere Demo zu initiieren. Atomkraft bietet sich natürlich immer an, hat ja auch eine gewisse Pupularität. Vermessen finde ich nur, dass mit der Formulierung "die Menschen wollen gegen die Päne von Schwarz-Gelb auf die Straße gehen" eine unangemessene Pauschalierung verwendet wird. Nicht alle Menschen sind der gleichen Auffassung, wie die paar das Sommerloch füllenden Demonstranten es einem weissmachen wollen.
otto schrieb am 27.07.2010 um 20.23 Uhr: @Sven
"Der Strom kommt doch aus der Steckdose!
Was kümmert mich, wie er hergestellt wird, bzw. wie der Müll entsorgt wird.
Ich denke nur betriebswirtschaftlich (an meinen Geldbeutel), volkswirtschaftlich kann ich kaum schreiben. Wie ,das gehört zusammen? Und wir leben hier gemeinsam auf dieser Erdkugel? Ist mir total neu!" Ironie! :-((
Heinrich schrieb am 28.07.2010 um 09.40 Uhr: Ist der HL-Live-Reporter wirklich dabei gewesen? Dann hätte er in Erfahrung bringen können, dass die Veranstalter wussten, dass Niemand in den Partei-Büros sein würde. Nicht darauf kam es an, sondern darauf, dem Willen der Bevölkerungs-Mehrheit, die keine Laufzeitverlängerung will, eine Stimme zu geben. Und alle Parteipolitiker werden gut beraten sein, darauf zu hören. Entgangen ist dem Reporter auch, dass eine stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion die gesammelten Argumente der AKW-Gegner in Form einer Broschüre vor dem Rathaus entgegen nahm. Das Bild davon stelle ich ihm gern zur Verfügung.
Cornelia Östreich, SPD Lübeck (eMail: c-t.oestreich@t-online.de) schrieb am 28.07.2010 um 10.45 Uhr: "Hochsubventioniert" ist in Deutschland vor allem die Kernkraft - weil dem Betreiber nur die Betriebskosten angerechnet und aufgrund von Stromversorgermonopolen feste Abnahmemengen garantiert werden, während die Bevölkerung komplett auf den "Risiken und Nebenwirkungen" sitzen bleibt. Hinzu kommt: Alte Kernkraftwerke sind i.d.R. bereits lange abgeschrieben, sodass ihr Weiterbetrieb sozusagen eine Lizenz zum Gelddrucken darstellt. Auf solche Vorteile wird die Atom-Lobby niemals freiwillig verzichten! Dass sie Mittel und Wege gefunden hat, ihre Interessen durchzudrücken, lässt sich ja bereits an der aktuellen Regierungspolitik beobachten.
Die Aktion vom Montag war überregional angesetzt - also ohne Abgleich mit Schließungszeiten von Parteibüros vor Ort ;-) Es ging vorrangig um ein Signal, und weitere werden folgen.