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18.08.2012 09.34


Vergebung bei der Olympiade und durch Gott

HL-live.de Pastor Heinz Rußmann schaut auf die olympischen Spiele zurück. Das friedensstiftende Idee des sportlichen Wettkampf begeistert ihn. Besonders beschäftigt Heinz Rußmann das Schicksal des Ruderers Lauritz Schoof.

Die Olympiade 2012 ist zu Ende. Man kann nicht genug erfreut und erstaunt sein über dieses völkerverbindende Spektakel. Eine Milliarde der Menschheit hat es im Fernsehen verfolgt. Es war grandios. Einfach schön, wie so viele Völker sich friedlich trafen zum sportlichen Wettkampf! Die Idee der alten Griechen vom Völkerfrieden am Gottes-Berg Olymp und die friedensstiftende Idee vom Neubegründer der Olympiade, Pierre de Coubertin, leuchtete auf. Wer will, kann in diesem Jahr darin auch Anklänge sehen an die Friedens-Wallfahrt aller Völker nach Jerusalem am Ende der Zeit. Dort werden sie alle Waffen in Pflugscharen umwandeln, wird in der Bibel versprochen.

Bei einem kleinen Ereignis bei der Olympiade in London habe ich besonders an Parallelen zur christlichen Botschaft gedacht: Der deutsche Doppel-Vierer der Ruderer gewann die Goldmedaille. Danach wurde aber im Fernsehen kurz gezeigt, wie der jetzige Gold-Ruderer Lauritz Schoof aus dem Gold-Vierer vor einem Jahr in Bled der deutschen Mannschaft die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft total vermasselt hatte. Bei einem deutlichen Vorsprung seiner Mannschaft hatte er kurz vorm Ziel einen solchen Fehler inszeniert, dass die Weltmeisterschafts-Goldmedaille verlorenging. Nie habe ich in fünfzig Jahren als Ruderer einen solchen Fehler gesehen, in der Ruderer-Sprache "Krebs" genannt. Wenn Schoof es bösartig geplant hätte, könnte er es nicht geschickter anstellen. Als ob ein Läufer vorm Ziel einen kurzen Besenstiel heimlich hervorgeholt und einem Kameraden zwischen die Beine gesteckt hätte.

Muss es uns nicht anrühren, dass seine Mannschaftskameraden und sein Trainer ihm danach total verziehen und ihm eine zweite Chance gegeben haben? Auch wenn es bei Schoof eine Mischung von Erschöpfung und unüberlegtem, zu frühen Siegestaumel war, haben sie ihm die Freundschaft bewahrt und an ihn geglaubt. Gegen die Angst, dass ihm dasselbe bei der Olympiade vorm Ziel wieder passierten würde, haben sie zu ihm gehalten, ihn ermutigt und ihm vertraut. Ganz bewegend, dass ihr Vertrauen jetzt belohnt wurde.

Das Ganze erinnert an Jesus. In keiner anderen Religion steht ja die Vergebung und die zweite Chance durch Gott und unter uns so im Vordergrund wie in der christlichen Religion. Deswegen beten die Christen mit dem Vaterunser-Gebet, das Jesus selbst uns beigebracht hat zu Gott: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

Unter Menschen hört man nach Schuld und menschlichem Versagen sehr häufig den Satz: "Vergeben ja, aber Vergessen noch lange nicht!" Gott aber fängt mit jeden, der ihm vertraut wieder ganz neu an. Vergeben heißt bei dem Gott, der Jesus nahe ist, den alten guten Zustand vor der Schuld wieder neu herzustellen.

Genau das haben die Ruderer mit Lauritz Schoof gemacht. Genauso handelt Gott. Wenn Du Dich zu Gott hältst und seine Vergebung ehrlich suchst, handelt er so mit Dir! Du bekommst von ihm Deine zweite Chance!

Das glaubt mit Jesus und den Christen
Euer HL-live.de Pastor Heinz Rußmann

Autor: red.

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