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Lübeck Erleben

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19.09.2015 16.55


171.840 Kunden nutzten Novi-Life

Spielzeug für Kinder, Kleidung für die ganze Familie, ein Esstisch fürs Wohnzimmer oder gleich eine komplette Küche? Das und noch vieles mehr gibt es für kleines Geld in den gemeinnützigen Kaufhäusern von Novi-Life. Die Einrichtung feierte sein zehnjähriges Bestehen mit einer Feier in seinem Kaufhaus in der Schwertfegerstraße.

Das Novi-Life Kaufhaus in der Schwertfegerstraße ist das erste und auch das größte gemeinnützige Kaufhaus in Lübeck. Am 6. Oktober 2005 öffnete es erstmals seine Türen für Kunden. Seit nun zehn Jahren bietet es Empfängern von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe die Möglichkeit, Bekleidung, Möbel, Spielzeug, Fahrräder und Elektrogeräte gegen ein geringes Entgelt zu erwerben. Die kostengünstigen Waren sind Spenden aus der Bevölkerung von Privatpersonen, Geschäftsleuten oder Kooperationspartnern. Die Lübecker Kaufhäuser Novi-Life sind ein gemeinnützige Projekt der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, Akademie Lübeck und des Jobcenters Lübeck.

Peter Hadeball, bis vor kurzem Akademieleiter der FAW gGmbH Akademie Lübeck (jetzt Rostock) und einer der Väter des Sozialladens, blickte bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen stolz auf die Entwicklung zurück: "In der Schwertfegerstraße haben wir mit 600 Quadratmeter Verkaufsfläche damals begonnen, im Laufe der Jahre wurde der Laden auf 1600 Quadratmeter vergrößert und drei weitere Sozialläden kamen dazu. Sie befinden sich in Marli (seit 2006), Kücknitz (seit 2010) und Moisling (seit 2014). Mehr als 171.840 Mal sind Kundinnen und Kunden fündig geworden und nutzen die preiswerten Angebote der Sozialläden. Lagen 2005 die Verkaufszahlen noch bei rund 450 Artikeln pro Monat, so werden jetzt im Durchschnitt monatlich über 3200 verkaufte Artikel gezählt. Zu Spitzenzeiten, Sonderaktionen und SSV-angeboten werden im Monat auch mal zwischen 6000 und 8000 Artikel verkauft. Das zeigt, wie wichtig die Novi-Life Läden sind und wie viele Menschen einen solchen Laden brauchen."

In den Novi-Life Filialen gibt es aber nicht nur Waren zu "erschwinglichen Preisen", die Einrichtung selbst soll auch Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden, älteren oder gesundheitlich eingeschränkten Menschen neue Perspektiven geben. In den Werkstätten und Abteilungen der Sozialläden arbeiten aktuell 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vom Jobcenter finanziert werden. Sie sollen im Sozialladen berufspraktische Erfahrung sammeln und theoretisches Wissen erwerben, um so bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck, betont die positiven Effekte: "Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kümmern sich selbständig um alle Abläufe von der Einwerbung der Sachspenden, deren Abholung und Wiederaufbereitung bis hin zum Verkauf an die Kunden. Durch die Beschäftigung erhalten sie wieder mehr Selbstwert und Selbstbewusstsein und das hilft Ihnen, neue Arbeitsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie werden in dem Projekt sowohl fachlich unterstützt als auch sozialpädagogisch betreut. Gleichzeitig bietet der Sozialladen Einkommensschwächeren die Möglichkeit, günstig an Dinge des täglichen Bedarfs zu kommen. Ein Projekt das also vielen nützt."

Oliver Würthen, heute Teamleiter aller Sozialläden in Lübeck mit einem festen Arbeitsvertrag bei der FAW, blickt zurück auf die Anfangszeit: "Ich habe auch als Teilnehmer begonnen und wurde durch das Jobcenter, damals noch ARGE, gefördert. Als meine persönliche Ansprechpartnerin der ARGE mir das Projekt vorstellte, war ich neugierig. Ich war gelernter Einzelhändler und aufgrund von Insolvenz des Unternehmens arbeitslos geworden. Da ich die Struktur aus dem Einzelhandel kannte, konnte ich mich von Anfang gut bei dem Projekt einbringen und hatte große Freude das gemeinnützige Kaufhaus in der Schwertwegerstraße mitaufzubauen."

Senator Sven Schindler würdigte in seinem Grußwort das Projekt für die Hansestadt Lübeck: "Die gemeinnützigen Kaufhäuser sind nicht mehr wegzudenken. Novi-Life leistet seit zehn Jahren Großartiges. Das Projekt habe sich mittlerweile etabliert, viele geben Möbel, Bekleidung und anderes dort ab. Sperriges wird sogar direkt bei den Spendern abgeholt. Neben den Hilfsangeboten an Bekleidung und Alltagsgegenständen sind die Sozialläden aber auch wichtige Anlaufstellen in den Stadtteilen. Sie sind auch als Ort gedacht, an dem Menschen sich begegnen."

Das zeigen die vielen Aktivitäten, die Novi-Life in den letzten Jahren in den Stadtteilen hervorgebracht haben. Zu Denken ist an das "Family Folk Festival" gemeinsam mit dem Bauspielplatz Roter-Hahn im Jahr 2009, die jährliche Wunschbaumaktion zu Weihnachten mit der Possehl-Stiftung, viele Kinder- und Sommerfeste sowie die Schulranzenaktion gemeinsam mit dem Bildungsfonds Lübeck.

Ingo Sonntag, Koordinator der Sozialläden, blickt gern zurück: "Die zehn Jahre waren eine spannende Zeit. Heute kennt man in Lübeck die Novi-Life Läden. Vieles geht über Mund zu Mund Propaganda. Bis zu 450 Spenden werden pro Monat abgeholt. All die Spenden, die in den Sozialläden abgegeben werden, sind da noch nicht mitgerechnet."

Peter Hadeball nutze die Gelegenheit und bedankte sich im Rahmen der Feierlichkeiten bei allen Beteiligten für die letzten zehn Jahre: "Wie viel Energie hat jede und jeder Einzelne von Ihnen in die alltägliche Arbeit gesteckt. Sie waren und sind nicht nur mit großem Engagement und Einsatz, nein, auch mit ganz viel Herz dabei! Ein herzliches Danke an jede Novi-Life Mitarbeiterin für ihr beziehungsweise jeden Mitarbeiter für sein Engagement."

Im Anschluss an die Ansprachen wurde ausgelassen bei Grillwürstchen und kalten Getränken gefeiert. Jede Menge Spiel und Spaß für Groß und Klein wurde angeboten.

Die Sozialläden Novi-Life in Lübeck:

Buntekuh, Schwertfegerstraße 7, Tel. 0451/292895-28
Kücknitz, Masselbett 14, Tel. 0451/3846842
Marli, Im Gleisdreieck 48, Tel. 0451/6939851-00
Moisling, Sterntalerweg 1, Tel. 0451/693985-100

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 17 Uhr; Freitag von 9 bis 13.30 Uhr.

Autor: Jobcenter

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