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07.10.2015 09.17


Mit Kopfstand zur neuen Wirtschaftsordnung

Eine ungewöhnliche Idee auf ungewohnte Weise zu präsentieren fiel Christian Felber am Dienstagabend im großen Saal der Lübecker Gemeinnützigen in der Königstraße nicht schwer. Um deutlich zu machen, dass man mit völlig anderer Sichtweise an die scheinbar so vertraute Ökonomie herangehen kann, stellte er sich während seines Vortrages einfach einmal ganz locker auf den Kopf.



Der Mann aus Wien, immerhin Gründungsmitglied von Attac-Österreich, ist mittlerweile vom Geisteswissenschaftler zum Ökonomen mutiert - er entwickelte maßgeblich das alternative Wirtschaftsmodell 'Gemeinwohl-Ökonomie', das er als Alternative zu kapitalistischer Marktwirtschaft und sozialistisch geprägter Planwirtschaft sieht. Seit 2008 ist er Lektor an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Umsatzrendite, Profit und Shareholder-Value sind daher Kategorien, an denen nicht prinzipiell der Erfolg eines Unternehmens gemessen werden sollte. Insolvent darf natürlich auch ein Unternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie nicht werden. Am Markt bestehen können muss es schon, es kommt aber in ganz großem Maße auf das 'Wie?' an, wenn es um die Beurteilung des Unternehmenserfolges geht. Da geht es ihm um Konzepte wie 'Fairer Handel, Ethische Banken, Solidarische Ökonomie und sogenannte Gemeingüter-Bewegung. Begriffe wie 'Postwachstumsökonomie, Share Economy und Circular Economy' rückt er in seinem Vortrag vor dem Lübecker Naturwissenschaftlichen Verein immer wieder in den Mittelpunkt, dessen Vorsitzender Dr. Wolfram Eckloff den außergewöhnlichen Wiener Gelehrten nach Lübeck holen konnte.

Der fand dann auch in der Gemeinnützigen Gesellschaft ein aufgeschlossenes Publikum vor, das ihm interessiert folgte, als er seine Gründe erläuterte, nach einer andersartig gelagerten Wirtschaftsordnung überhaupt zu suchen. Verteilungskrise, Welthungerkrise, Umweltkatastrophen aufgrund rücksichtsloser Ausbeutung des Planeten, Sinnkrise und die Tatsache, dass etwa 150 Großkonzerne die Welt strukturell beherrschen sprachen vielen aus der Seele, die täglich die Nachrichten verfolgen und das Gefühl haben, dass die Macher bei aller Gewinnmaximierung den Blick für das Wohl der Menschheit aus den Augen verloren haben. Das Gemeinwohlprodukt eines Betriebes muss daher erfasst, eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt und Investitionen einer Gemeinwohl-Prüfung unterzogen werden. Dabei geht es beispielsweise um gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit, ethische Kundenbeziehungen, ökologische und soziale Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen und sogar Solidarität mit Mitunternehmen. Verletzung der Menschenrechte, Umgehung der Steuerpflicht und feindliche Übernahmen sind da natürlich 'Negativ-Kriterien', ebenso wie 'Illegitime Umweltbelastungen', die so manchen Zuhörer an die Abgründe des derzeitigen Abgas-Betruges denken ließen.

Bei aller Sympathie für den Referenten gab es aber auch den einen oder anderen Skeptiker, der sich ein solch altruistisch geprägtes Wirtschaftsmodell nicht so recht vorstellen konnte. Vielleicht ja demnächst, denn es sieht so aus, als ob es bald auch in Lübeck eine Gruppe geben wird, die das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie aufgreifen und weiter befördern wird. Der Referent hat diesbezüglich viel Begeisterung im Saal gespürt und ausdrücklich dazu ermuntert, sich der rapide wachsenden Bewegung anzuschließen.

Dann trank er erst einmal eine Tasse heißen Tee mit Honig, die ein freundlicher Mundschenk ihm auf einem Tablett servierte. Das hatte er sich auch verdient, denn er hat den Vortrag trotz schwerer Grippe bravourös durchgehalten, inklusive sicherem Kopfstand mittendrin.

Autor: Harald Denckmann

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