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11.06.2016 09.25


Marzipanpiraten im Theater: Meuterei auf der Lisa

Seit Jahren arbeitet Heiko Woltersdorf, Mitglied der Lübecker Philharmoniker, an seinem Projekt. Als Hörspiel oder Taschenbuch gibt es das Stück bereits. Jetzt ist die Bühnenfassung im großen Haus des Lübecker Theaters als Uraufführung zu sehen. Einhellige Zustimmung bei Groß und Klein in der Aufführung am Freitag.



"Marzipanpiraten – Im Namen der Hanse" heißt das "Musical für kleine und große Piraten zwischen 7 und 100 Jahren". Heiko Woltersdorf und Nicole Felden lieferten das Buch, an den Gesangstexten und der Komposition waren neben Woltersdorf noch Wolfram Eicke und Hartwin Lemke beteiligt. Regisseurin Jennifer Toelstede schrieb die Lübecker Spielfassung. Mit Unterstützung von Kati Heidebrecht (Tänze), im Bühnenbild von Stefan Heinrichs und unter der musikalischen Leitung von Jan-Michael Krüger kam eine überaus spritzige, lebendige, ja turbulente Aufführung zustande, bei der nicht nur die Piraten, sondern auch die Kulissen tanzten.

Die Geschichte ist an sich sehr einfach gestrickt. Eine reiche Hansestadt – niemandem bleibt lange verborgen, dass Lübeck gemeint ist – wird von einem Piratenschiff bedroht. Da der Bürgermeister sich weigert, die Goldforderung von Kapitän Niederstrecker und seinem Adjutanten Butt zu erfüllen, wird die Stadt belagert. Sie soll ausgehungert werden, was auch fast gelingt. Dann aber erinnert sich ein spanischer Bäckergeselle an ein Rezept aus seiner Heimat. Aus dem "Marzipan de Toledo" formen die Kinder Piraten, und diese Piraten greifen aktiv ins Geschehen ein. Nach viel Schwierigkeiten und Zwischenfällen kann gefeiert werden, erst im Walzertakt, dann beim Ohrwurm-Finale.

Atmosphärisch dicht beginnt das Spiel. Von den Rängen wehen Totenkopfflaggen. Drohend schauen Kanonenrohre aus den Logen neben der Bühne. Backsteinrote Häuserfassaden formen sich zu engen Gassen der mittelalterlichen Stadt. Ein Geheimgang führt nicht vom Rathaus in die Marienkirche, sondern hinaus vor die Stadtmauern und natürlich direkt ins Piratencamp. Die Regisseurin zieht alle Register, die Technik spielt mit, Weinfässer wandern, und das Ballett der Zuckerbäckerpiraten mischt und tanzt mit.

Vor allem aber gelingt es der Regisseurin, Kinder und Erwachsene, also Laien und Profis zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Die Kinder singen, solo und gemeinsam, spielen, tanzen – genauso wie die "Alten". Und ganz offenbar macht es allen Beteiligten – immerhin stehen drei Dutzend Akteure auf der Bühne – riesigen Spaß. Da ist, wenn man am Programmzettel entlang geht, Peter Grünig als gefährlich auftrumpfender Chefpirat Niederstrecker. Er wandelt sich, fast gegen seinen Willen zum Kerl mit Herz. Auf den rechten Weg bringt ihn Hedwig Holstein, wegen ihres Ersatzbeins gern Hedwig Holzbein gerufen. Imke Looft läuft in dieser Rolle zu Hochform auf, ist gesanglich und darstellerisch einfach Spitze.

Guillermo Valdés als Zuckerbäcker Antonio spielt, was er ist: echter Spanier, mit großer Stimme und in akrobatischer Spiellaune. Katharina Kühn als Bürgertochter Lisa legt sich ebenfalls großartig ins Zeug und trägt zur Lösung der schwierigen Situation bei. Matthias Unruh ist fast bis zum Schluss der Bösewicht, der die Mannschaft der "Lisa" sogar zur Meuterei anstiftet. Ein herrliches Gespann sind die "Helden zur See" Wik und Willit, gespielt von Dominik Müller und André Janssen. Den gerissenen Bäcker Mehlich mimt Grzegorz Sobczak, den leicht vertrottelten Hauptmann der Wache Ben Hecker, den Bürgermeister Seokhoon Moon. Auch die Kinder – hier wechseln sich Martha von Götz und Lilli Kollmeier, Paul Schiffner und Maximilian Thiele sowie Kim Jans und Julius Müller ab – sind am großen Erfolg tragend beteiligt.

Die Musik kommt schmissig aus dem Graben, ein Stilmix, mal Spanisch-Folkloristisch, mal sehnsuchtsvolles Schmachten, mal derber Shanty, mal Sauf- oder Tanzlied. Constanze Schuster steckte alles und alle in passende Kostüme, vom Bürgermeistertalar bis zum Seeräuber-Outfit. Alles wird zusammengehalten von Jennifer Toelstede, die auch die Abendspielleitung hat. An diesem Wochenende gibt es drei weitere Vorstellungen: am Sonnabend um 18 Uhr, am Sonntag um 15 und um 18 Uhr.

Autor: TD

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