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18.08.2016 15.57


Aktionsbündnis entsetzt: Lübeck hat keinen Plan B

Das Aktionsbündnis "Lübecks Linden leben lassen" ist entsetzt: Lübeck hat keinen Plan für eine Neugestaltung der Untertrave mit Erhalt der Linden. Das bedeutet, dass die eigentliche Promenade nicht umgestaltet werden kann, wenn die Bäume erhalten bleiben sollen.

Am Donnerstag legte die Stadt eine ausführliche Begründung gegen ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Winterlinden vor. Demnach gebe es keine Möglichkeit, die Uferzone so umzugestalten, dass die bestehenden Bäume erhalten bleiben können. Damit würden auch die Fördermittel von Land und Bund nicht mehr gewährt werden. Ohne eine neue Uferzone sei der touristische Effekt nicht zu erreichen.

Nach Angaben der Stadt würden Fördergelder in Höhe von 9,07 Millionen Euro verloren gehen. Der Wert überrascht: Die Förderung des Bundes für die Umgestaltung der Untertrave beträgt 3,4 Millionen Euro, die Mittel des Landes gut drei Millionen Euro. Das ergibt nur 6,4 Millionen Euro. Die restliche Förderung ist für den durch eine Neuplanung nicht betroffenen Drehbrückenplatz vorgesehen. Der Platz vor der Drehbrücke ist nach Angaben der Stadt ein eigener "Förderbereich".

"Die Stadt selbst hat also unter Umständen Millionen Fördergelder verspielt, weil sie nicht rechtzeitig einen Plan B mit Erhalt der Linden erstellt hat", sagt Alexandra Stauvermann vom Aktionsbündnis der Linden. "Das Wissen, dass solche Fällaktionen meist nicht ohne Protest aus der Bevölkerung durchzuführen sind, hätte Anlass zum Entwurf eines Plan B sein müssen. Die Lübeckerinnen und Lübecker haben sich in den vergangenen Tagen in großer Zahl gegen den 'völlig abwegigen Kahlschlag' ausgesprochen und unterstützen das Bündnis Lübecks-Linden-Leben-Lassen ausdrücklich."

Aber auch mit den Linden hat das Land einen kleinen Abstrich bei den Fördergeldern gemacht. Statt der geplanten Förderung von 5.730.000 Euro werden nur 5.690.339,14 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gewährt. Im Gegenzug erhöht sich der Einsatz von Städtebaufördermitteln, die zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt getragen werden von 1.335.000 Euro auf 1.401.112,85 Euro.

Autor: VG

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