Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
OK, diesen Hinweis nicht mehr zeigen.


HL-live.de

Sonntag,
der 22. Oktober 2017






+++ HL-live.de - Archiv +++

24.08.2016 14.26


Joep van Liefland: Ich bin eine Videokassette

Ein Kapitel Technikgeschichte vermittelt die nächste Ausstellung bei der Overbeck-Gesellschaft. "Von analogen Tagen zum digitalen Zeitalter" könnte die Überschrift lauten. Tut sie aber nicht. "Real Resurrection – Wahre Auferstehung" heißt der Titel. Eröffnet wird am Sonntag.



Die Lübecker Overbeck-Gesellschaft stellt damit den holländischen Künstler Joep van Liefland vor. Er führte am Mittwoch schon einmal durch seine Welt. In den Ausstellungsräumen im Behnhausgarten sind riesige Studiomaschinen aufgestellt. Schneide- oder Abspielgeräte für Videos der ersten Generation. Von heute aus betrachtet sind es wahre Saurier, manche mehrere Meter groß. Sie waren am Anfang richtig teuer, erinnert sich der 1966 in Utrecht geborene Künstler; "sie konnten glatt 10.000 DM kosten."

Inzwischen sind die Geräte, vor allem die Speichermedien, immer kleiner und immer billiger geworden. Zudem ändert die Technik sich schnell. Aber wie eine Videothek Anfang der achtziger Jahre aussah, kann man bei Liefland dank seiner Sammelleidenschaft zumindest ahnen. Die Geräte wurden "second Hand" erstanden; in Berlin, wo der Niederländer seit fast 20 Jahren lebt.

Joep van Liefland bringt auch seine Philosophie ein, nachzuvollziehen in Collagen an der Wand. Für ihn ist ein Rekorder nicht nur ein Rekorder, ein Verbindungskabel nicht nur ein Verbindungskabel. Die Dinge bekommen mit der Zeit eine Seele. "Ich bin selber eine Videokassette, das heißt, ein Speicher für Informationen", bekennt er. Seine Ideen hat er sogar philosophisch untermauert und verweist auf den russischen Denker Nikolai Fjodorow (1829-1903). Der habe eigene Ansichten mit christlicher Mystik und Techno-Utopien vermischt, sich sogar Gedanken gemacht, was passieren würde, wenn die Verstorbenen aller Zeiten wiederauferstünden und die Erde damit überbevölkert wäre.



Weitere Aspekte von Lieflands Kunst kommen in der Ausstellung zur Sprache. Große Siebdrucke auf Leinwand zeigen Szenen aus Tagen, als das Fernsehen neu war. Zum Beispiel die Bildstörung, die oft den Schirm mit einem flirrenden grafischen Muster überzog. Einige Kassetten und Geräte sind ferner in Bronze nachgegossen, verbinden also die seit der Antike bekannte mit moderner Technik. Ähnliche Ausstellungen hat es schon an anderen Orten gegeben. In Lübeck ist bis zum 9. Oktober der "Video Palace Nr. 42" zu erleben.

Die Ausstellung wird am Sonntag (28. August) um 17 Uhr im Pavillon eröffnet; Zugang durch die Bürgergärten. Nach der Begrüßung durch Gert Retzer vom Vorstand und einem Grußwort der Kulturreferentin der Botschaft des Königreichs der Niederlande, Mirya Gerardu, hält Dr. Oliver Zybok, der Direktor des Lübecker Kunstvereins, die Einführung.

Autor: TD

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender
Videos

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.