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HL-live.de

Dienstag,
der 28. März 2017






Böll und Grass im Geiste vereint

Sie sind sich oft im Leben begegnet. Nun treffen sie sich wieder, und zwar in einer Ausstellung des Günter Grass-Hauses: Heinrich Böll und Günter Grass. Die Ausstellung wird am kommenden Dienstag im Theater Lübeck eröffnet. Am heutigen Freitag gab es einen Einblick für die Presse.

„Verschiedene Ansichten: Böll und Grass“ lautet der Titel. Die beiden Nobelpreisträger haben nicht immer übereingestimmt, haben gestritten, sich kritisiert. Trotz verschiedener Ansichten waren sie freundschaftlich verbunden, waren sie neben ihren literarischen Zielsetzungen engagierte Zeitgenossen, betonte der Leiter des Günter Grass-Hauses, Jörg-Philipp Thomsa. Zwar habe Böll sich nicht parteipolitisch eingesetzt, wie Grass für Willy Brandt. Politisch Stellung bezogen habe jedoch auch Heinrich Böll.

Beide, die sich 1957 auf einem Treffen der „Gruppe 47“ kennenlernten, wurden von Teilen der Presse und der Öffentlichkeit heftig attackiert. Böll veröffentlichte 1972 einen Essay mit dem Titel „Soviel Liebe auf einmal. Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit?“ Während man in Deutschland über ihn herfiel und in die Nähe von Terroristen rückte, verlieh ihm das Ausland genau in jenem Jahr den Nobelpreis für Literatur. Günter Grass habe zum Boykott der Springer-Presse aufgerufen. Als ihm 1999 die Nachricht von der Verleihung des Nobelpreises erreichte, habe er gesagt: „Heinrich Böll hätte sich für die deutsche Literatur gefreut.“ Anlass für die Ausstellung sind runde Geburtstage. Heinrich Böll wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden, Günter Grass 90.

Die Ausstellung wurde von Kathrin Rädel zusammengestellt. Die Schau sei in vier Themenkomplexe gegliedert, sagte sie und zählte auf: Die Autoren in der Öffentlichkeit, Erlebnisse aus den Kriegsjahren, Arbeiten am Schreibtisch, Persönliches. Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Ansichten werden zum Beispiel an Briefauszügen verdeutlicht. Als sie sich kennenlernten, war Böll bereits bekannt, Grass nicht. Szenen aus Filmen und aktueller Berichterstattung sind in Hörstationen nachzuerleben. Böse Karikaturen führen zurück in die Tage des Kampfes der RAF.




Eine große Landkarte zeigt in unterschiedlichen Farben die Stationen im Krieg. Natürlich war Böll als der zehn Jahre Ältere wesentlich länger dabei, kam bis auf die Krim. Die Erlebnisse sind bei Beiden im Werk wiederzufinden. Persönliche Gegenstände steuerten die Familien bei. Werkpläne geben Einblick in die Planung der großen Romane. Böll fertigte farbige Diagramme an, Grass legte Kapitel und Personen fest, in dem er sie in das Geäst eines Baumes oder in den Bau einer Ratte stellte. Der persönliche Bereich wird im Erdgeschoss am Beispiel gern gewählter Reiseziele verdeutlicht. Bei Böll war das Irland, bei Grass die dänische Insel Møn.

In den kommenden Tagen wird die Ausstellung vervollständigt. So wird René Böll, der Sohn des Schriftstellers, mit einem Filmteam erwartet. Er wird Geschichten hinter den Exponaten erzählen. Für Günter Grass hat Ulrich Wickert den Part des Erzählers übernommen, ein gute Freund des Autors. Die Ausstellung wird Dienstag, 21. Februar um 19.30 Uhr im Lübecker Theater eröffnet. Hierzu wird die russische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch erwartet. Sie diskutiert mit ZEIT-Redakteur Christof Siemes. Für die Lesung bei diesem Abend ist die Schauspielerin Barbara Auer gewonnen worden. Im Anschluss an die Feier im Theater wird zu einem Empfang ins Grass-Haus gebeten. Die Ausstellung „Verschiedene Ansichten: Böll und Grass“ ist bis 31. August im Günter Grass-Haus, Glockengießerstraße 21 zu sehen.

 Kathrin Rädel vor
der Vitrine mit den Urkunden der Nobelpreisträger Böll und Grass. Bölls Urkunde hat 2009 den Sturz des Kölner Stadtarchivs überlebt. Fotos: JW /TD

Kathrin Rädel vor der Vitrine mit den Urkunden der Nobelpreisträger Böll und Grass. Bölls Urkunde hat 2009 den Sturz des Kölner Stadtarchivs überlebt. Fotos: JW /TD


Text-Nummer: 112428   Autor: TD   vom 17.02.2017 15.24

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