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HL-live.de

Sonntag,
der 25. Juni 2017






Radfahrer geben Lübeck die Note 4,0

Alle zwei Jahre lädt der ADFC zum bundesweiten Fahrradklima-Test ein. Am Freitag wurden die Ergebnisse für 2016 bekannt gegeben. 1297 Lübecker hatten den Fragebogen ausgefüllt. Sie bewerten die Situation mit der Schulnote 4,0.

Im Vergleich mit Städten ähnlicher Größe kommt Lübeck damit auf Platz 20 von 39. Das ist schon ein kleiner Erfolg: Vor zwei Jahren lag die Hansestadt noch auf Platz 24.

Ausgesprochen positiv bewerten die Radfahrer die Erreichbarkeit des Stadtzentrums. Hier gibt es die Note 2,4. Gelobt wird auch, dass hier viele Verkehrsteilnehmer mit dem Rad unterwegs sind und man zügig sein Ziel erreichen kann. Etwas besser als im Vergleich mit anderen Städten ist Lübeck auch bei der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen, bei der Wegweisung und der Reinigung der Fahrradstreifen.

Eine glatte 5 gaben die Teilnehmer der Oberfläche der Lübecker Radwege. Für die schlechte Mitnahmemöglichkeit von Zweirädern in den Bussen gibt es eine 4,9. Genervt sind die Radfahrer auch von den vielen Diebstählen (Note 4,9). Ebenfalls nur schwach ausreichend wird die Stadt bei der Führung an Baustellen, der Breite der Radwege und dem Werben für das Radfahren bewertet.

In einem Bereich wird Lübeck deutlich schlechter bewertet als andere Städte: der Bereitstellung von öffentlichen Fahrrädern. Für das kaum vorhandene Angebot gibt es eine 4,5, im Bundesschnitt gibt es eine 3,2.

Kritisiert wird auch das öffentliche Bild vom Radfahren in Lübeck. Bei der Frage, ob viel für das Radfahren geworben wird, schneidet Lübeck mit einer 4,7 schlecht ab. Auch die Medienberichterstattung konzentriere zu sehr auf Fehlverhalten und Unfälle.

Der Lübecker ADFC-Vorsitzende Rolf Hagen sagt: "Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt – deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Lübecker auf dem Rad nicht wohler fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, zum Beispiel durch weitere Abmarkierung von Fahrradstreifen an geeigneten Straßen/ radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen/ für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen / mehr Tempo-30-Zonen / besser auf den Radverkehr abgestimmte Ampelschaltungen. Wenn Lübeck will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen, damit etwas Gutes für ihre Gesundheit tun und zudem die Stadt vom automobilen Individualverkehr entlasten, dann muss mehr getan werden als nur von Radverkehrsförderung zu reden. Dazu gehört auch die zügige Umsetzung geplanter Maßnahmen für den Radverkehr. Der ADFC steht mit Fachwissen als Dialogpartner bereit."

Die Radfahrer kritisieren vor allem den schlechten Zustand der Radwege in Lübeck. Foto: TA/Archiv

Die Radfahrer kritisieren vor allem den schlechten Zustand der Radwege in Lübeck. Foto: TA/Archiv


Text-Nummer: 114460   Autor: VG   vom 19.05.2017 13.10

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