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Sonnabend,
der 21. Juli 2018






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10.09.2017 08.59


Saisonstart am Theater – Aus zwei mach eins

Kein Verdi, Wagner, Mozart, Puccini oder ähnliches stand am Beginn der Spielzeit 2017/18 am Theater Lübeck. Die Oper begann mit zwei Werken, die eigentlich keine Opern sind, mit Monteverdis "Tancredi e Clorinda" und Orffs "Carmina Burana". "Carmina" war die Kombination überschrieben, die am Sonnabend Beifall, aber auch Buhrufe erntete.



Zwischen den Uraufführungsdaten beider Werke liegen mehr als 300 Jahre. Sie würden nahtlos und ohne Unterbrechung oder Pause aneinandergefügt, hatte die junge Regisseurin Clara Kalus gesagt. Auf das Wie durfte man gespannt sein.

Claudio Monteverdi (1567-1643) veröffentlichte sein 1624 geschriebenes Stück mit dem Titel "Il combattimento di Tancredi e Clorinda" (Der Kampf von Tancredi und Clorinda) in einer Madrigalsammlung. Ein Madrigal ist ein mehrstimmiger Gesang, in diesem Fall nach einer Dichtung von Torquato Tasso (1544-1596).

Tancredi ist ein Ritter des ersten Kreuzzuges (1096-1099), der ausgezogen war, Jerusalem zu erobern. Er liebt eine Frau des gegnerischen Heeres, Clorinda, trifft sie in Rüstung, kämpft gegen sie, weil er sie nicht erkennt. Beide verlieren ihr Leben. Zu singen haben die Beiden nicht viel. Den Hauptpart trägt der Erzähler. Per Hakan Precht macht das ausgezeichnet, mit Verzierungen und kräftigen Akzenten im Spiel.

Ausstatterin Mechthild Feuerstein hat eine raffinierte Szenerie ersonnen. Die Bühne ist auf halber Höhe geteilt. Unten sitzt das kleine Orchester, oben werden mit Videos der Liebenden kommentierende Ergänzungen gezeigt. Die beiden Kämpfenden treffen als ausgepolsterte Kampfmaschinen aufeinander. Treppe und Leiter verbinden beide Ebenen, so dass die Akteure Spielräume erhalten.

Gegen Ende des halbstündigen dramatischen Madrigals verschwindet die Videowand im Bühnenhimmel, während die untere Ebene in den Orchestergraben sinkt. Der Blick wird frei auf eine Tribüne, auf deren Rängen 80 Sänger des Orffschen Chores sitzen. Der hauseigene Chor erhielt dabei Verstärkung durch den Carl Philipp Emanuel Bach-Chor aus Hamburg. Die Ganze war auf die Drehbühne gesetzt, die oft betätigt wurde.

Carl Orffs "Carmina Burana" aus dem Jahr 1937 vereint mittelalterliche Gesänge, Rauf- und Sauflieder, Frommes und Lästerliches, durchsetzt mit skurrilen Episoden, etwa der Ballade eines gebratenen Schwans, der in schrillen Tönen sein Schicksal beklagt. Juraj Holly tat das mit Hingabe. Im Vordergrund agieren einige standhafte Figuren: ein Paar als Tische, zwei Liebende, ein Zwitterwesen aus Mann und Frau, eine blaue und eine rote verhüllte Schreitfigur. Der arbeitslos gewordene Erzähler von Teil Eins schaut auch vorbei.

Regisseurin Clara Kalus hält eine Idee durch, nämlich die Austauschbarkeit der Geschlechter. Die Damen des Chores tragen schon mal Bärte. Im Paradies pflückt Adam den Apfel und reicht ihn seiner Eva. Orffs oft archaisch stampfende Musik kommt beim Publikum an, und Kapellmeister Andreas Wolf hält Chor und Orchester auf Trab.

In beiden Werken überzeugen die Solisten, Emma McNairy mit wandlungsfähigem Sopran, Johan Hyunbong Choi mit voluminösem Bassbariton. Beide Werke zusammen brauchen genau 90 Minuten. Weitere zehn Minuten dauerte bei der Premiere der Kampf der Bravorufer und der Protestierenden. Die nächsten Vorstellungen sind Sonntag, 24. September, und Sonntag, 8. Oktober, Beginn jeweils 18 Uhr.

Autor: TD

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