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HL-live.de

Mittwoch,
der 21. Februar 2018






Vorsicht: Lebende Satire!

Angekündigt war am Samstagabend auf der Kulturbühne ein Programm der "Dresdner Herkuleskeule". Die Dresdner sagten aus gesundheitlichen Gründen ihren Auftritt kurzfristig ab. Satire gab es trotzdem. Die Leipziger Pfeffermühle sprang ein.



Ein Ensemblemitglied der Herkuleskeule musste sich, so die Pressemitteilung, einer Herz-OP unterziehen. Kulturbühnenchef Wolfgang Hovestädt telefonierte mit den Veranstaltern und diese ließen die Telefone im Lande klingeln. Und dann hatten sie eine Truppe zusammen und es hieß: "Nach Travemünde kommen wir immer". Es war die Leipziger Pfeffermühle, die für die Kollegen aus Dresden einsprang. Als Wolfgang Hovestädt dies auf der Bühne verkündete und noch anbot, wer jetzt noch gehen wollte, der könne dies tun, weil er wegen der Herkuleskeule gekommen war, stand niemand auf. Statt dessen brandete Beifall auf.



Das Theater war vollbesetzt, am Tresen bildete sich eine Schlange. Wenn man auf die lange kabarettistische Reise geht, braucht man Marschverpflegung. Die Erwartung war groß, aber die Reise war kurzweilig. Es sollte ein Abend in der Kulturbühne werden mit bissig-satirischen Texten, faszinierenden Darstellern und Musikern.



All dieses unplugged, original analoges politisches Kabarett. Die "Agenda 007" thematisierte und karikierte Sujets wie "Anti-Terror-Waffen", "Vernetzte Eltern", "Gefährder" und "Beweise". Der herzzerreisende Sound der Betriebsband des Verfassungsschutzes demonstrierte die "menschliche" Seite der "Hüter" des Grundgesetztes. Ein bissiger Nachschlag der unter der Decke wuselnden Schlapphüte im Gewande der Stasi thematisierte die totale Überwachung: kein öffentliches WC ohne Kamera, kein privater PC ohne Staatstrojaner, Handys orten unsere Kinder und die Drohne, als Taube getarnt, ist die neue Eskalation aus dem geheimdienstlichen Instrumentenkoffer. Da kam eine spießig-satirische Einlage über den deutschen Kleingärtner für ein neues – vielleicht syrisches - Mitglied deutscher Kleingartenkultur. Er bekam in spektakulär-halsbrecherischem Englisch zu hören, was es heißt, die deutsche Ordnung und Ruhe einzuhalten. Ein voll tätowierter unterkomplex sächselnder Nazi wurde verhört, und im "Wutbürger" Song gaben die Pfeffermüller die musikalische Basis für deren verlogene Spießigkeit. Locker und überzeugend waren die Darsteller und Musiker. Ein herrliches Training für die Lachmuskeln und die Freunde unangestrengter Satire am laufenden Band.

Das Fahrzeug vor der Tür machte deutlich: Auf der Kulturbühne gibt es lebende Satire. Fotos: Karl Erhard Vögele

Das Fahrzeug vor der Tür machte deutlich: Auf der Kulturbühne gibt es lebende Satire. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 117811   Autor: KEV   vom 22.10.2017 11.02

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