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der 22. Juni 2018






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03.11.2017 09.00


Programm zur Zeit des Erinnerns vorgestellt

Bis zum 6. Dezember 2017 finden in der Hansestadt Lübeck zahlreiche Gedenkveranstaltungen an unterschiedlichen Orten für die Opfer der NS-Herrschaft statt. Kathrin Weiher, Senatorin für Kultur, Bildung, Jugend und Sport der Hansestadt Lübeck, stellte das Programm am Donnerstag vor.

Zum 27. Mal veranstalten in diesem Jahr Bürgerinnen und Bürger, Kirchengemeinden, Museen und Vereine der Hansestadt Lübeck vielfältige Aktionen zum Gedenken an die Opfer nationalsozialistische Gewalt. Zugleich dienen diese Veranstaltungen der Stärkung des Bewusstseins aller politisch Verantwortlichen in unserer Stadt. Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein umfangreiches Programmheft, in dem die einzelnen Aktionen kurz und anschaulich vorgestellt werden. Damit wird der Bedeutung der Erinnerungs- und Gedenkkultur in der Hansestadt auch in besonderer Weise Rechnung getragen.

"Schon kurz nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fanden sich Menschen zusammen, um sowohl an die Opfer des staatlichen Terrors zu erinnern als auch an die aufrechten Menschen, die im Widerstand aktiv waren. Die Schrecken dieser zivilisatorischen Barbarei und der Verlust der Menschlichkeit sollten nie vergessen werden", so Kathrin Weiher.

Im Mittelpunkt der Reihe steht das Gedenken am 9. und 10. November 2017, das in erster Linie der jüdischen Bevölkerung, aber auch dem Andenken an die vier Lübecker Märtyrer gilt. Darüber hinaus wird aber auch an viele andere Gruppen, wie zum Beispiel die Sinti und Roma, die Homosexuellen und die verfolgten Menschen gedacht, die von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden.

Der Kölner Künstler Günther Demnig verlegt den mittlerweile 200. Stolperstein in der Hansestadt Lübeck. Der ehemalige Revierförster Hans Rathje Reimers führt zu dem ehemals größten Flüchtlingslager Schleswig-Holsteins in Pöppendorf. Die Mariengemeinde erinnert an die Schrecken des Bombenkrieges und an die heilende Kraft der Versöhnung. Im Haus der Kulturen trägt Volker Schauer jüdische Lieder von Schmerz, Trauer und Glück vor. Altbischof Karl Ludwig Kohlwage spricht in der Kirchenkanzlei über das gemeinsame Erbe von Christen und Juden.

Darüber hinaus finden viele Veranstaltungen in den beiden kirchlichen Gedenkstätten statt. In der Gedenkstätte Lutherkirche präsentieren Schülerinnen und Schüler der Baltic Schule die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, Tod und Heldengedenken. Pastor Thomas Vogel erinnert im K-Punkt an die unvergessliche Isa Vermehren. Im Haus der Kulturen finden zahlreiche interkulturelle Begegnungen statt; und es wird dort die Initiative Gedenkort Gestapozellen vorgestellt. Die Jüdische Gemeinde stellt die Fortschritte bei der Sanierung der großen Carlebach-Synagoge vor. Erstmals beteiligen sich auch das TheaterFigurenMuseum und das Europäische Hansemuseum an der Gedenkreihe. Mit einem vom Willy-Brandt-Haus Lübeck organisierten Abendvortrag des renommierten Zeithistorikers Ulrich Herbert aus Freiburg im Audienzsaal des Rathauses, stellt sich der Arbeitskreis "Lübeck im 20. Jahrhundert" erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor. Zum Abschluss der Reihe wird am Abend des 6. Dezember 2017, wie jedes Jahr, an den Jahrestag der Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Lübeck gedacht.

Das Programmheft liegt in allen Lübecker Museen, den Gedenkstätten, in der Stadtbibliothek und in den Nachbarschaftsbüros zur Mitnahme aus.

Autor: Presseamt Lübeck/red.

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