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Mittwoch,
der 21. Februar 2018






Linke: Wahlboykott ist der falsche Weg

Detlev Stolzenberg, der bei der Bürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag als Drittstärkster aus dem Rennen ausschied, hat erklärt, seine Stimme bei der Stichwahl ungültig zu machen. Damit werde die Wahl massiv beeinträchtigt, kritisieren die Linken.

Die Linke möchte einem "solchen indirekten Wahlboykott" entgegen wirken, da Wählen für sie ein Grundstein der demokratischen Gesellschaft darstelle.

"Einen Boykott einer solch wichtigen Wahl, halte ich für den falschen Weg", erklärt Katjana Zunft, Vorsitzende der Linken in Lübeck. "Wählen ist eine Grundrecht und ein wichtiges Kennzeichen der Demokratie. In meiner täglichen Arbeit erlebe ich viele Menschen, die aus Diktaturen und Kriegsgebieten geflohen sind. Länder, in denen freie Wahlen nicht stattfinden können und die Menschen um das Recht wählen zu dürfen kämpfen. Dadurch wird mir immer wieder bewusst, welch wertvolles Gut es ist wählen zu dürfen. Ein solches Gut sollte man nicht leichtfertig mit Füßen treten", so Zunft weiter.

Die Linke, wie auch viele andere Parteien, würden seit Jahren darum kämpfen, der Wahlmüdigkeit der Bürgerinnen und Bürger entgegen zu wirken.

"Mit der sinkenden Wahlbeteiligung verschärft sich die zunehmend politische Ungleichheit, da sich der Rückgang nicht gleichmäßig über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg vollzieht. So nehmen laut Studien finanzschwächere Milieus das Wahlrecht seltener wahr. Darunter leidet vor allem die repräsentative Demokratie und damit das Fundament unserer Gesellschaft", erklärt dazu Sebastian Kai Ising, Vorsitzender der Lübecker Linken.

Die Linke begrüßt, dass die unterlegenden Kandidaten zum Teil keine Wahlempfehlung abgeben. "Dadurch haben alle Lübeckerinnen und Lübecker die Möglichkeit, sich selbst mit den verbliebenen Kandidaten auseinanderzusetzten und zu entscheiden, wo sie ihr Kreuz machen wollen."

"Demokratie ist auch unbequem. Demokratische Ergebnisse muss man aushalten können. Sie können nur dadurch korigiert werden, das man noch härter an sich und seinen Zielen arbeitet. Nicht zu wählen ist keine Antwort auf ein Ergebnis, das einem nicht gefällt", erklären Zunft und Ising gemeinsam.

Die Linke ruft auf, wählen zu gehen, "denn nur wer wählt, kann Mitbestimmen. Nur wer wählt, kann auch mitentscheiden wer Bürgermeister wird. Nur wer wählt, hat Einfluss auf das Ergebnis."

Katjana Zunft, Vorsitzende der Linken, nennt einen Wahlboykott einen falschen Weg.

Katjana Zunft, Vorsitzende der Linken, nennt einen Wahlboykott einen falschen Weg.


Text-Nummer: 118247   Autor: Linke/red.   vom 11.11.2017 13.20

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