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HL-live.de

Dienstag,
der 23. Januar 2018






Tschick - Abenteuerfahrt ohne Karte und Kompass

Er war ein internationaler Erfolg, der Jugendroman "Tschick" von Wolfgang Herrndorf. 2010 erschienen, in einige Dutzend Sprachen übersetzt, von Fatih Akin verfilmt. Der Stoff existiert inzwischen auch als Bühnenfassung. Am Mittwoch war Premiere im Volkstheater Geisler.

Das ist schon ein ungewöhnlicher Stoff für das Komödienhaus. Allerdings ist es nicht so, dass nicht gelacht werden dürfte. "Tschick" – das sind die Abenteuer zweier Jungen der achten Klasse einer Berliner Schule in den Sommerferien. Maik stammt aus sogenannten guten Verhältnissen. Die Probleme in der Familie werden unter den Teppich gekehrt.

Die Mutter ist Alkoholikerin, der Vater interessiert sich nur für seine Assistentin. In den Ferien wird die Mutter auf die Schönheitsfarm geschickt. In Wahrheit ist es die Entzugsklinik. Der Vater geht angeblich auf Geschäftsreise. Mit 200 Euro und einigen Pizzen im Kühlschrank bleibt Maik allein im Haus. Da taucht der neue Klassenkamerad auf, Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow. Er ist als Spätaussiedler aus Russland gekommen, fährt mit "geliehenen" Lada vor, und das Roadmovie beginnt. Ohne Karte und Kompass soll Tschicks Opa in der Walachei besucht werden.

Das Buch oder der Film ist den meisten Besuchern bekannt. Insofern kann man die ausgewählten Episoden schnell einordnen. Tommy Geisler als Regisseur musste kräftig streichen. Die Figuren, von denen bei anderen Inszenierungen der Bühnenfassung von Robert Koall nur erzählt wird, tauchen im Volkstheater leibhaftig auf, verteilt auf ein halbes Dutzend Mitglieder des Ensembles. Das macht die Aufführung lebendig und abwechslungsreich.

Im Grunde aber hängt die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums an den beiden Hauptdarstellern. Fritze Finn Diekmann als Maik ist oft der sachliche Erzähler. Er entwickelt dennoch immer wieder auch Gefühle; fast wie in Wedekinds "Frühlings Erwachen". Bewundernswert, wie er mit dieser Menge Text fertig wird.

Tschick – Ilja Osiik – geht völlig in seiner Rolle auf. Den sprachlichen Kick des Deutsch-Russischen beherrscht er perfekt. Seine Herkunft aus St. Petersburg kommt ihm da entgegen. Als Zuschauer geht man mit den Beiden im klapprigen Lada, mit Isa vom Müllberg und den übrigen Figuren auf große Fahrt. Dass selbst Drohungen und Schläge durch Maiks Vater die Beiden nicht dazu bringt, sich vor Gericht auseinanderdividieren zu lassen, das freut nicht nur Jugendliche im Publikum. Das große Lied der Freundschaft klingt beinahe so edel wie in Schillers Ballade von der Bürgschaft.

Es gab herzlichen Applaus bei der Premiere. Weitere Aufführungen sind am Donnerstag um 20 Uhr, am 29. und 30. November sowie am 6. und 7. Dezember.

Am Mittwoch feierte die neue Produktion 'Tschick' im Volkstheater Geisler Premiere. Foto: Veranstalter

Am Mittwoch feierte die neue Produktion 'Tschick' im Volkstheater Geisler Premiere. Foto: Veranstalter


Text-Nummer: 118360   Autor: TD   vom 16.11.2017 09.32

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