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30.11.2017 14.05


fckup N8: Mit Mut und Kreativität durchstarten

Unternehmerisches Scheitern muss nicht schlimm sein. Das ist die Mut machende Botschaft der zweiten Lübecker fckup N8. Im cloudsters Lübeck gaben zwei Unternehmer Einblicke in die Aufs und Abs ihrer persönlichen Gründer-Stories – wie sie gescheitert, wieder aufgestanden und heute mit ihren Geschäftsmodellen erfolgreich sind.

Mehr als 120 Frauen und Männer besuchten die von der IHK Schleswig-Holstein organisierte Veranstaltung – mehr als bei der Premiere im März 2017. Die landesweiten fckup-Nächte sollen mit einer frischen Herangehensweise Mut zum Gründen und unternehmerischen Denken machen.

Welche Fallstricke für Existenzgründer am häufigsten auftreten, erfuhren die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung von Bastian-Alexander Spendler. Der stellvertretende Leiter des Firmenkundencenters der Sparkasse zu Lübeck berichtete von seinen Erfahrungen mit jungen Unternehmern. Vor allem an den Hürden Motivation, Planung, Finanzierung und Krisenmanagement würden viele Existenzgründungen scheitern. Daher käme es besonders auf eine gründliche Vorbereitung und genaue Beratung an.

Wie Gründer nach zwei Niederlagen optimistisch bleiben und doch noch einen erfolgreichen Neustart hinlegen können, erzählte Soeren Schahn. Der 25-Jährige gründete 2014 das Unternehmen GreenYou und hat sich mit mobilen Gewächshäusern auf indoor-farming spezialisiert. Doch die viel versprechende Gründungsphase bekam abrupt einen Dämpfer: Schahns Lieferant konnte plötzlich keine Ware mehr liefern, nachdem ein Großkonzern das Produkt bei dem Gründer bestellt hatte. Auch beim Neustart im Jahr 2016 mit einem neuen Partner gab es schnell Probleme: Außer einer langsamen Produktion und geringerer Nachfrage sorgten interne Differenzen für den zweiten fckup. Doch Schahn blieb hartnäckig und ist seit Anfang 2017 mit einem weiterentwickelten Gewächshaus wieder am Markt.

Und dass sich Mut und Dranbleiben auszahlen, belegt der junge Unternehmer mit seinem zweiten Start-up Noxain. Mit dem 2015 gegründeten Schmucklabel habe er eine persönliche Leidenschaft entdeckt – und es mit einem Deal mit der Band "187 Strassenbande" gut vermarkten können. "Mich motiviert der Gedanke, eines Tages komplett unabhängig zu sein und meine Freiheiten zu leben", sagte Schahn über seine zwei Standbeine.

"Meine Kreativität hat mir geholfen und immer Mut gemacht", resümierte Elian Hartsuijker ihre langjährige Gründungs-Odyssee. 1999 hatte die geborene Niederländerin das Unternehmen Herzzucker gegründet. Zuvor war sie sie ohne Abschluss oder Ausbildung nach Deutschland gezogen – der Liebe wegen. Hartsuijker begann auf einer alten Nähmaschine Wärmekissen herzustellen, akquirierte Apotheken und Krankenhäuser als Kunden und lieferte ihre Kissen europaweit aus. Vor fünf Jahren kam die Krise: Als die Ehe auseinanderging, war sie plötzlich für ihre Firma und die fünf Kinder allein verantwortlich. Die Gründerin, die zuvor nur den kreativen Part übernommen hatte, musste sich auf einmal um Buchhaltung, Steuern und Lieferanten kümmern. Mit vielen emotionalen Rückblicken berichtete die Unternehmerin von harten Jahren: "Zusätzlich zu den offenen Rechnungen, Löhnen und Krankenkassenbeiträgen ist es mir extrem schwer gefallen, meine Situation zu akzeptieren und vor Schuldnern und Banken offen darüber zu sprechen", so Hartsuijker.

Nach und nach habe sie begriffen, dass vor allem ein gutes Konzept wichtig sei und nicht so sehr ihre Person. Mit der Hilfe ihres jetzigen Mannes, der ihr als Steuerberater zur Seite steht, habe sie nach vielen Höhen und Tiefen die Kurve bekommen. "Man darf auch mal ehrlich sagen, dass man etwas nicht kann und Hilfe braucht", sagte die Gründerin rückblickend. Ihr Mut hat sich ausgezahlt: Vor kurzem ist ihr selbst gestalteter Webshop online gegangen.

Elian Hartsuijker hat mit ihrer Geschichte die Herzen der Teilnehmer berührt, denn sie durchlief häufige Herausforderungen des Gründens – das zeigte die abschließende Podiumsrunde. Viele der mehr als 120 Besucher stellten Fragen zu eigenen Gründungsvorhaben, ermutigten die Speaker, ihren Weg fortzusetzen und berichteten über ähnliche unternehmerische Hürden. Auch an der nötigen Prise Humor sollte es nicht fehlen: Poetry-Slammer Lennart Hamann nahm sich des Themas Scheitern mit einem Augenzwinkern an. In einer Scheiterhaufen-Box konnten die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung zudem ihre persönlichen fckups und daraus gewonnenen Erkenntnisse hinterlassen.

"Sowohl die Speaker als auch das Publikum zeigten sich froh über die Möglichkeit, ganz offen über das Thema Scheitern sprechen zu können. Mit der fckup N8 hat die IHK bei Gründern und Gründungsinteressierten einen Nerv getroffen", sagte Moderator und IHK-Existenzgründungsberater Robert Semkow.

Ein Video mit Impressionen vom Abend ist auf www.ihk-sh.de/fckupn8-luebeck zu finden. Die dritte Auflage der fckup N8 in Lübeck folgt im Frühjahr 2018. Die nächste fckup N8 in Schleswig-Holstein gibt es am Freitag, den 15. Dezember 2017 in Kiel – nähere Infos unter www.fckupnacht-sh.de.

Autor: IHK

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