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04.12.2017 15.13


Travemünde verliert Traditionsveranstaltung

Die alljährliche Gala der Lübecker Tanzschule Huber-Beuss verlief glänzend wie immer. Minutiös nach dem Programm gaben sich mehrfache Deutsche Meister und Weltmeister die Klinke in die Hand und boten den 1.100 Gästen das gewohnte Tanzsport-Spitzenprogramm.

Von daher ging es fast im stimmungsvollen Ballbetrieb unter, als Senior-Chef Herbert Huber, der mit seiner Frau Edeltraut die Tanzschule vor 55 Jahren gegründet hat, genau um Mitternacht das Wort ergriff und verkündete, dass die 45. Jubiläumsgala der Tanzschule nicht am gewohnten Ort, nämlich im Maritim Travemünde, stattfinden würde. "Zu unserem großen Bedauern wurden uns für das kommende Jahr von diesem Hotel keine Termine angeboten", teilte er den teilweise entsetzten, teilweise empörten Ballgästen mit. Raunen breitete sich aus im Ballsaal, das immer weiter anschwoll. Der erfahrene Herbert Huber gab daraufhin der Showband das Zeichen zum Einsatz und das Raunen verstummte langsam. Für die Ballgäste klang es in dem Moment, wie die letzten Klänge der Bordkapelle auf der Titanic.

Natürlich wurde sofort unter den Ballgästen spekuliert, wie man eine solch erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Tanzschule und Hotel einfach so mit einem Federstrich beenden kann. Keiner konnte sich vorstellen, dass eine Veranstaltung mit so vielen Gästen für das Hotel ein Zusatzgeschäft sein könnte, so dass man aufgrund einer Tanzgala in wirtschaftliche Nöte geraten würde. Zudem erinnerte man sich noch daran, dass der langjährige vorherige Hoteldirektor zur Feier der 40-jährigen Zusammenarbeit für alle Ballgäste eine prächtige Eisbombe spendiert hatte, die um Mitternacht von den Köchen mit Wunderkerzen durch den Saal getragen wurde.

Man hatte deutlich das Gefühl, der neue Hoteldirektor wisse einfach nicht, was er in diesem Zusammenhang eigentlich angerichtet habe. Die Familie Huber-Beuss hat im Verlauf von 44 Jahren das Maritim Hotel Travemünde zu einer allerersten Adresse im weltweiten Tanzsportgeschehen gemacht. Davon hätten ihm doch seine Vorgänger bei der Übergabe des Hotels berichten müssen.

Deutsche und internationale Meisterschaften haben dort stattgefunden. Noch in den 80er Jahren wurde dort regelmäßig der Europapokal ausgetanzt, und ein aufstrebender junger Tänzer namens Joachim Llambi musste sich damals im Maritim den strengen internationalen Wertungsrichtern stellen, unter anderem dem in Lübeck mittlerweile bekannten Fleming Horning aus Kopenhagen.

Das Lübecker Publikum erlebte den Aufschwung des internationalen Tanzsport mit Stephen Hillier und Lindsay Tate, der mittlerweile von Königin Elisabeth für seine Verdienste um den internationalen Tanzsport zum Member of the British Empire erhoben wurde. Wenn man im sonnigen Californien Buddy Schwimmer, den König des "West Coast Swing" nach Travemünde fragt, wird er sagen "Nice location, fantastic ballroom right at the sea. We were there and really enjoyed it."

Als der eiserne Vorhang fiel, würdigte die Politik anlässlich des Europapokal-Turniers im Maritim Travemünde, dass die Familie Huber-Beuss "das ganze europäische Haus" bereits zusammengeholt hatte, als dieser Begriff erst im Entstehen war. Turniertänzer aus allen osteuropäischen Ländern gingen lange vor der EU-Erweiterung in Travemünde an den Start und wurden von dem stets fairen und sachkundigen Publikum entsprechend gewürdigt. Herbert Huber kommentierte damals: "Tanzen verbindet eben, wir wussten das schon immer."

Legendäre Anekdoten ranken sich um die Veranstaltungen wenn, unvermeidlich in 44 Jahren, auch mal etwas schief ging. Als der Koffer eines Weltmeisters einmal in Hamburg nicht wie vorgesehen auf dem Gepäckband lag, wurde in einer Blitzaktion ein Tanzschuhsortiment aus Neumünster per Schnelltaxi herangefahren und Frau Huber-Beuss überredete am Eingang einen Ballgast mit den Kleidermaßen des Weltmeisters, seine Hose umgehend auszuziehen. Bis seine Frau von zuhause eine Ersatzhose beschafft hatte, wurde er in einem Hotelzimmer mit Breitband TV und Sekt auf Kosten des Hauses zwischengelagert.

Kommen wir zurück zur Gegenwart. Noch am Samstag erlebten wir das weltbeste Formationsteam, die 8-fachen Weltmeister vom Club Grün-Gold Bremen mit ihrem atemberaubenden neuen Programm. Startrainer Roberto Albanese, bekannt aus 'Let's Dance', schickt die Formation seit einigen Jahren regelmäßig nach Travemünde, weil das begeisterungsfähige Publikum und die Arena-Atmosphäre des Maritim Ballsaals zu seinem festen Vorbereitungsprogramm auf die kommende Weltmeisterschaft in Wien gehören. Die Rückmeldung des Travemünder Publikums, das auf hochklassigen Tanzsport mit Begeisterungsstürmen reagiert, gibt seiner Formation noch einmal einen ganz besonderen Motivationsschub. Außerdem freut Albanese sich immer über das Marzipanpräsent, das Chefin Bettina Huber nie vergisst, mit zurück nach Bremen zu schicken.

Natürlich kommen die besten der Welt wieder zur Tanzschule Huber-Beuss, wenn im kommenden Jahr die 45. Gala groß gefeiert wird. Nördlich der Elbe, sagte eine berühmte Teilnehmerin einmal, gibt es neben Travemünde keinen Ort, an dem Tanzsport auf diesem Niveau gepflegt wird; dabei schloss sie die skandinavischen Länder mit ein. Natürlich wird groß gefeiert, aber nicht in Travemünde. Da es gar nicht so einfach ist, einen passenden Saal zu finden, sprang der Direktor des Maritim Seehotels in Timmendorfer Strand sofort ein, als ihm die Nöte der Familie Huber-Beuss bekannt wurden. Da muss man doch mal laut "Wie bitte???" fragen dürfen. Die gleiche Hotelkette, und plötzlich ein Direktor, der seiner Verantwortung für die kulturellen Belange der Region gerecht wird. Selbstverständlich steht sein Haus offen, wenn Udo Lindenberg für eine neue Tournee probt und den Saal belegt. Selbstverständlich hilft er, wenn der Kiwanis Club eine Benefiz-Operngala veranstaltet. Natürlich darf sich Jazz Baltica im kommenden Jahr auch in sein Haus hinein ausdehnen, weil es in Niendorf nicht mehr geht, und natürlich hilft er der Familie Huber-Beuss, internationalen Tanzsport von höchster Qualität bei uns in der Region zu halten. Ein großartiger Hoteldirektor.

"Nur schade, dass wir den nicht in Travemünde haben", kommentiert HL-live.de Autor Harald Denckmann. "Der dortige hat es geschafft, noch vor der Schließung der Kulturbühne Mitte Dezember eine der bedeutendsten Veranstaltungen im internationalen Tanzsport aus Travemünde erfolgreich zu vergraulen. Der kann auch erklären, was er will. Das Lübecker Publikum wird es nicht verstehen, warum nicht wenigstens die Gala weiter im großen Ballsaal stattfinden kann. Beim Verlassen der letzten großen Gala im Maritim Travemünde haben sich dann auch viele Besucher kopfschüttelnd gefragt, wer denn wohl als letzter im Seebad mit einstmals großer Vergangenheit das Licht ausmachen wird."

Autor: Harald Denckmann

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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