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Montag,
der 19. Februar 2018






Weihnachtssingen der Knabenkantorei

Das Wandern ist des Müllers Lust, heißt es im Volkslied. Aber nicht Michael D. Müller, langjähriger Leiter der Lübecker Knabenkantorei (LKK) ist mit seinem Chor auf Wanderschaft, sondern sein Nachfolger Karl Hänsel; der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe, wie Schiller sagte. Am Mittwoch gab es das erste von vier Weihnachtssingen.

Der Grund für das Wandern ist bekannt. In St. Marien, der Heimat der LKK, ist die Heizung ausgefallen. So herzerwärmend bekannte Weihnachtslieder sein mögen – bei eiskalten Füßen ist weder das Zuhören noch das Musizieren ein Vergnügen. Gesund ist es, nebenbei gesagt, auch nicht unbedingt. So musste die Chorleitung sich nach Ausweichorten suchen.

Am gestrigen Mittwoch begann der Reigen der Konzerte in St. Jakobi. Von draußen flackerndes Farblicht des Riesenrades auf dem Koberg, drinnen Kerzenschein. Das Weihnachtssingen gibt es bereits im 69. Jahrgang. Dieses Mal trug die Programmfolge deutlich eine neue Handschrift, die des 24jährigen Kantors Karl Hänsel.

Manches ist geblieben. Dazu zählt die Wanderschaft durchs Gotteshaus, um aus verschiedenen Winkeln zu singen, wodurch die Zuhörer mal dicht dran sind am musikalischen Geschehen, mal weiter weg. Das bedeutet in diesem Jahr auch an jedem Abend eine kurze Neuorientierung. Geblieben sind Zwischenspiele auf der Orgel, für die Johannes Unger sehr schöne, transparente Einleitungen ersann, aber auch Weihnachtliches großer Meister mitgebracht hatte.

Bei den Liedern hat Karl Hänsel Bekanntes und Neues geschickt gemischt. Die Gregorianik der Männer stimmte aufs Fest der Feste ein. Die Männerstimmen waren auch im weiteren Verlauf mit eigenen Sätzen zu hören. Alt und schon fast aus der Mode gekommen ist das Quempas-Singen, das früher an den Schulen gepflegt wurde. Hänsel ließ die jungen Sänger mitten in der Kirche Stellung beziehen und in vier Gruppen musizieren.

Mehr als einmal waren Solisten aus den eigenen Reihen zu hören, aus den Männerstimmen, häufiger aber Knabensoprane. Das ist berührend, wenn eine zarte Knabenstimme fast zerbrechlich im großen Raum steht. Ungewohnte Reibungen erklangen bisweilen auch bei Weisen, die jeder im Ohr hat. Beispiel: "Es ist ein Ros' entsprungen". Den Satz von Michael Praetorius könnten die Zuhörer mitsingen. Aber wer kennt den von Günter Raphael (1903-1960)?

Auch als Komponist hat Hänsel sich ins Programm eingebracht. Zum Beispiel mit einem "Gaudete!" nach einer mittelalterlichen Weise. Geheimnisvoll beginnt hier eine Knabenstimme den Lobgesang, der dann zum jubelnden Weihnachtsruf aufbraust. Als Schlusspunkt hat der Chorleiter jene beiden Lieder ineinander verschränkt, ohne die eine deutsche Weihnacht nicht denkbar scheint: "Stille Nacht" und "O du fröhliche". Und noch einmal kam Karl Hänsels Liebe zu dynamischer Differenzierung zur Geltung. Rauschender Schlussapplaus dankte den Mitwirkenden in der vollen Jakobikirche.

Das Weihnachtssingen der Lübecker Knabenkantorei ist noch dreimal zu hören. Am heutigen Donnerstag singen die Jungen ab 20 Uhr in St. Aegidien. Am Sonnabend beginnt das Konzert um 18 Uhr im Dom, und am nächsten Sonntag lädt der Chor in eine "weltliche Umgebung" ein, in die Musik- und Kongresshalle. Beginn des Schlusskonzertes ist um 17 Uhr.

Die Knabenkantorei gibt noch drei Weihnachtskonzerte.

Die Knabenkantorei gibt noch drei Weihnachtskonzerte.


Text-Nummer: 119017   Autor: TD   vom 14.12.2017 08.04

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