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Montag,
der 19. Februar 2018





Lübeck Erleben

DGB fordert Maßnahmen gegen Kinderarmut

"Weihnachten steht kurz bevor und auch in diesem Jahr werden nicht alle Kinderaugen leuchten können", meint Sven Quirder, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Lübeck. "Im Gegenteil: Die Kinderarmut in Lübeck steigt immer weiter." Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl armer Kinder zu verringern.

"Die jährlichen Spendenaktionen zu Weihnachten sind zwar schön und gut aber in einem reichen Land wie Deutschland dürfen Kinder nicht auf Almosen angewiesen sein. Sie haben das Recht, nicht in Armut aufwachsen zu müssen", so Sven Quirder.

Die letzten drei Jahre waren von Erfolgsmeldungen aus der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt geprägt. In der gleichen Zeit ist aber die Zahl der Kinder unter 15 Jahren die in der Hansestadt in Bedarfsgemeinschaften leben kontinuierlich um knapp zehn Prozent auf gut 7.200 angestiegen (Stand: August 2017). Als arm gelten aber außerdem Kinder, die Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket haben. Dazu gehören Kinder für die der Kinderzuschlag gezahlt wird und die Wohngeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. In Schleswig-Holstein ist damit etwa jedes 4. Kind arm. Vor allem Kinder von Alleinerziehenden sind oft von Armut betroffen. In Schleswig-Holstein sind laut Statistischem Bundesamt knapp 40 Prozent der Alleinerziehenden und ihre Kinder von Armut bedroht.

"Die steigende Kinderarmut in wirtschaftlich starken Zeiten ist skandalös. Wir fordern seit langem ein wirksames Aktionsprogramm gegen Kinderarmut. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist unzureichend und zu bürokratisch", erklärt Sven Quirder und fordert: "Wir brauchen niederschwellige Angebote und Maßnahmen für Kinder und ihre Eltern. Wir brauchen nicht immer mehr Bürokratie." Der Gewerkschafter kritisiert damit auch, dass die Jobcenter in immer größerem Maße finanzielle Mittel in den Verwaltungsetat umschichten, die eigentlich für die Qualifizierung der Leistungsberechtigten und ihre Eingliederung in Arbeit gedacht sind. Es dürfe nicht vergessen werden, dass bei den Eltern angesetzt werden muss, wenn Kinderarmut wirksam bekämpft werden soll.

"Das beste Mittel gegen Armut sind Gute Arbeit für alle und Löhne von denen Eltern ihre Kinder ernähren können. Dafür werden sich die Gewerkschaften des DGB in der Hansestadt Lübeck weiterhin stark machen."

Sven Quirder, Vorsitzender des DGB Stadtverbandes, fordert wirksame Maßnahme gegen Kinderarmut.

Sven Quirder, Vorsitzender des DGB Stadtverbandes, fordert wirksame Maßnahme gegen Kinderarmut.


Text-Nummer: 119052   Autor: DGB   vom 15.12.2017 12.23

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