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21.12.2017 11.59


Geflüchtete beginnen Ausbildung im Handwerk

Im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck ist die Zahl der Lehrlinge aus den Asylherkunftsländern Syrien und Afghanistan im Jahr 2017 deutlich gestiegen. Die Lehrlingsrolle der Kammer verzeichnete Anfang Oktober 190 Ausbildungsverhältnisse mit jungen Menschen aus Afghanistan, 122 mehr als noch Anfang des Jahres.

Die Zahl der Lehrlinge aus Syrien stieg von 32 auf 123. Auch die Zahl der Lehrlinge mit einem eritreischen (22), irakischen (28) oder iranischen Pass (39) hat sich erhöht. Darüber hinaus absolvieren derzeit rund 80 Personen aus einem Asylherkunftsland eine so genannte Einstiegsqualifizierung, die sie auf eine Ausbildung vorbereiten soll.

"In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Handwerk mit großem Engagement der Aufgabe gestellt, junge Menschen mit Fluchthintergrund beruflich zu orientieren und sie auf eine Ausbildung im Handwerk vorzubereiten. An den aktuellen Zahlen wird deutlich, dass diese Bemühungen inzwischen Früchte tragen", sagt Christian Maack, Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck und zuständig für Berufsausbildung. "Das Handwerk braucht gut qualifizierte Fachkräfte und ist offen für Praktikanten und Auszubildende aller Nationalitäten", so Maack weiter. Er betont aber auch, dass spätestens während des Berufsschulunterrichts fehlende Deutschkenntnisse für die Flüchtlinge zu einer großen Hürde würden. "Jetzt geht es darum, alle Anstrengungen darauf zu konzentrieren, die Lehrlinge bei ihrem Spracherwerb zu unterstützen, um den Ausbildungserfolg nicht zu gefährden."

Zahlreiche Programme, Initiativen und das Engagement einzelner Betriebe haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Geflüchtete mittlerweile in der handwerklichen Ausbildung angekommen sind. Insbesondere die Qualifizierungsinitiative "Wege in Ausbildung für Flüchtlinge" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks hat dazu beigetragen, junge Flüchtlinge für eine Ausbildung im Handwerk zu motivieren und stufenweise praxisnah an sie heranzuführen. Die Handwerkskammer Lübeck hat bereits 2011 das Projekt "Handwerk ist interkulturell" ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Flüchtlinge in den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. Bisher wurden in diesem Projekt über 800 Flüchtlinge individuell beraten; 116 konnten in sozialversicherungspflichtige Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. Darüber hinaus unterstützen seit 2016 drei Willkommenslotsen die Betriebe vor Ort bei der Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen.

Autor: HWK

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