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Donnerstag,
der 22. Februar 2018





Lübeck Erleben

Mittwochstreff zur Unternehmensnachfolge

Wie kann es gelingen, Familienunternehmen erfolgreich in die nächste Generation zu überführen? Dieser Frage gingen die Studierenden der Seminarreihe Mittwochtreff in den Räumen der Fachhochschule Lübeck nach.

Dabei standen Annika Körlin, Referentin für Unternehmensnachfolge der IHK zu Lübeck, sowie die Unternehmensberaterin und Nachfolgeexpertin Susanne Dahncke Rede und Antwort. Sie gaben wertvolle Einblicke zur Übergabe von Familienunternehmen. Der offene Austausch zwischen den angehenden Akademikern und den Referentinnen zeigte, dass es für angehende Führungskräfte mehr Möglichkeiten gibt als die Gründung eines Start-ups. Auch die Übernahme eines Familienunternehmens stellt für junge Menschen eine attraktive Option dar, um wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Der Mittwochtreff soll Studierenden, Selbstständigen und Neugierigen entscheidende Kompetenzen für den beruflichen Erfolg und die Unternehmensgründung vermitteln.

Welches volkswirtschaftliche Gewicht das Thema Unternehmensnachfolge besitzt, stellte Annika Körlin heraus. Derzeit müssten rund 2.000 Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg pro Jahr eine Übergabe organisieren – in etwa zehn Jahren seien es bereits bis zu 4.000 Unternehmen. 54 Prozent davon seien Familienunternehmen. Besonders problematisch sei der Investitionsstau in vielen Familienbetrieben, der aufgrund von Unsicherheit und mangelnder Kommunikation entstehe: Je dichter eine Übergabe rücke, desto weniger würden Unternehmen investieren. Körlin rät Familienmitgliedern betroffener Betriebe, offensiv das Gespräch zu suchen und sensible Themen frühzeitig etwa mit den Eltern zu diskutieren.

Für eine Unternehmensübergabe sei vor allem eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend: "Außer der Qualifikation des Übernehmers sollte ein Plan zur Altersabsicherung des Übergebers vorliegen. Auch ein gemeinsames Konzept zur Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells ist ratsam", so Körlin. Weiterhin seien der digitale Wandel und die Gewinnung von jungen Fachkräften wichtige Punkte bei der Vorbereitung.

"95 Prozent aller deutschen Unternehmen sind Familienunternehmen, in denen wiederum 57 Prozent aller Beschäftigten arbeiten. Das sind beeindruckende Zahlen, die die Wirtschaftskraft familiärer Betriebe belegen", sagte die Nachfolgeexpertin Susanne Dahncke. Dennoch sei es gerade für Familienbetriebe schwierig, langfristig zu bestehen. Laut Dahncke gelingt die Nachfolge von der ersten in die zweite Generation bei 60 Prozent aller Unternehmen, von der dritten in die vierte Generation nur noch bei 16 Prozent.

Die Schwierigkeiten würden aufgrund der Paradoxie von Familienunternehmen entstehen, da verschiedene Werte wie Einkommen und familiärer Zusammenhalt sich gegenüberstünden. Dahncke nannte drei soziale Systeme, die in Familienunternehmen aufeinandertreffen. So stünde in dem System Familie vor allem Gerechtigkeit im Vordergrund, im System Unternehmen hingegen Leistung sowie Kompetenz und im System Eigentum die Stimmrechte der Teilhaber. Auch unausgesprochene Erwartungen von Geschäftsführern an ihre Kinder würden Konfliktpotenzial bergen. "Daher ist es sinnvoll, eine Familienverfassung zu erarbeiten, um zu klären, wo man hin möchte und wie die Nachfolge innerhalb der Familie ablaufen soll. So lässt sich ein Gleichgewicht herstellen", so Dahncke.

Zwei der an der Veranstaltung teilnehmenden Studierenden gaben an, selbst in den Unternehmen ihrer Eltern tätig zu sein und an einer Übernahme interessiert zu sein. Mit ihnen diskutierte die Nachfolgeexpertin über mögliche Szenarien und riet ihnen konkret: "Holen Sie alle Familienmitglieder an den Tisch, auch wenn es weh tut. Sprechen Sie offensiv über Werte und Erwartungen in der Familie." Weiterhin sei es wichtig zu klären, ob ein Familienmitglied die Nachfolge allein übernimmt. Eine Aufteilung in Gesellschaftsanteile könnte hingegen bei gleichberechtigten Geschwistern eine bessere Lösung sein.

Unternehmensberaterin Susanne Dahncke (links) und Annika Körlin, IHK-Referentin für Unternehmensnachfolge. Foto: IHK/Tietjen

Unternehmensberaterin Susanne Dahncke (links) und Annika Körlin, IHK-Referentin für Unternehmensnachfolge. Foto: IHK/Tietjen


Text-Nummer: 119170   Autor: IHK   vom 21.12.2017 15.47

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