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der 21. Juni 2018






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07.01.2018 12.57


Post aus New York: Lübeck vor 120 Jahren - Teil 4

Post aus den USA bekam HL-Live. Ein Leser hatte auf einem Flohmarkt in New York alte Lübecker Stadtansichten erstanden. "Könnt Ihr zu den Bilder etwas erzählen?", fragte er. Wir können. Die Aufnahmen stammen aus den 1890er Jahren, wurden in Darmstadt im Großformat gedruckt. Heute geht es um den Markt.



Der Markt war seit der Stadtgründung der wichtigste Platz in Lübeck. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts durfte nur hier Handel getrieben werden. Neben einfachen Ständen wurden im Jahr 1290 insgesamt 322 Buden gezählt. Bald danach wurde die sogenannte Marktgerechtigkeit auf das ganze Stadtgebiet ausgedehnt. Kleine Holzhäuser am Rande des Marktes wurden nach und nach durch Bauten aus Stein ersetzt, bis zu vier Stockwerken hoch.

Heute wird der Markt bei jeder Stadtführung als "gute Stube" Lübecks vorgeführt. Wie in jeder Wohnstube sorgen nachfolgende Generationen von Zeit zu Zeit für neue Möbel. Das Foto vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigt Baumreihen, in deren Schatten die Bürger spazieren konnten. Der zentrale Platz wurde auch für Volksversammlungen oder Kundgebungen genutzt.

Der Dichter Emanuel Geibel hielt hier gelegentlich vaterländische Reden. Im November 1918 wurden die Überlebenden des heimkehrenden Lübecker Regiments von Bürgermeister Emil Ferdinand Fehling begrüßt.

Einschneidende Veränderungen gab es in zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am Westriegel entstand anstelle der alten Post ein neues Gebäude für die Reichspost. An der Fassade war der Neubau mit reichem neugotischem Zierrat versehen. Viele Teile der Schmuckarchitektur wurden beim Wiederaufbau um 1950 nicht wieder angebracht. Das Postgebäude wurde 2003 abgerissen, ebenso das Stadthaus zur Marienkirche hin; angeblich wegen baulicher Mängel. Anstelle der Post entstand das 2005 in Betrieb genommene moderne Kaufhaus des Architekten Christoph Ingenhoven.

Um 1900 war auf dem Markt der neue Brunnen nicht zu übersehen. Solche wasserspeienden Brunnen gehörten in vielen Städten zum Ortsbild. Der Lübecker Brunnen des Architekten Hugo Schneider wurde am 22. März 1873, dem 77. Geburtstags von Kaiser Wilhelm, in Betrieb genommen.

Am Mittelpfeiler des Brunnens standen vier Herrscher, die mit der Stadtgeschichte Lübecks verbunden sind. Das waren die Stadtgründer Graf Adolf II. von Schauenburg und Welfenherzog Heinrich der Löwe, außerdem Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Er hatte der Stadt viele Rechte eingeräumt, die sogenannten Barbarossa-Privilegien. Das vierte Standbild zeigte Kaiser Friedrich II., dem Lübeck die Reichsunmittelbarkeit verdankte.

Einige Jahrzehnte später schon empfanden Bürger den Brunnen als störend. Ein Gutachten von 1931 betonte, dass der Brunnen den Verkehr behindere. 1934 wurde er abgebrochen. Apropos Verkehr. In den 1950er Jahren konnten Autofahrer tatsächlich an marktfreien Tagen in der guten Stube ihre Fahrzeuge abstellen. Der Markt wurde übrigens beim Wiederaufbau an der Südseite um zwölf Meter verkleinert. Zum Kohlmarkt hin entstanden breitere Fahrbahnen.

Nicht auf dem alten Foto zu sehen ist der sogenannte Kaak, der mittelalterliche Pranger. Er wurde an historisch nicht ganz korrekter Stelle 1986 wieder aufgebaut, hieß zuvor auch Butterbude, weil hier tatsächlich Butter verkauft wurde. Oben drauf, im Finkenbauer, wurden Straftäter zum Verspotten an den Pranger gestellt.

Autor: TD

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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