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Mittwoch,
der 17. Oktober 2018






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10.01.2018 13.14


Lübeck vor 120 Jahren: Die Salzspeicher

Post aus den USA bekam HL-Live. Ein Leser hatte auf einem Flohmarkt in New York alte Lübecker Stadtansichten erstanden. Könnt Ihr zu den Bilder etwas erzählen? fragte er. Wir können. Die Aufnahmen stammen aus den 1890er Jahren, wurden in Darmstadt im Großformat gedruckt. Heute geht es um die Salzspeicher.



Das bekannte Ensemble der sechs historischen Salzspeicher weist schon mit seinem Namen darauf hin, wozu die Backsteingebäude errichtet wurden. Es waren übrigens längst nicht die einzigen Speicher am innerstädtischen Seehafen oder am Lübecker Binnenhafen. Die Salzspeicher liegen direkt an der Holstenbrücke, und diese Brücke bildet die Trennungslinie von Seehafen nördlich der Brücke (heute An der Untertrave) und dem Binnenhafen südlich der Brücke, heute der Straßenzug An der Obertrave.

An der Stelle der Salzspeicher standen zuvor Heringshäuser, also ebenfalls Gebäude zur Lagerung einer Ware. Da der Hering leicht verderblich ist, brauchte man ein Konservierungsmittel, um ihn verfrachten zu können. Das war in früheren Zeiten hauptsächlich das Salz. Salz war in manchen Zeiten der wichtigste Exportartikel Lübecks.

Lübecker Salz kam aus den Salinen von Oldesloe, vor allem aus Lüneburg. Oldesloe hatte sogar einen eigenen Speicher, den ältesten, der am dichtesten an der Brücke steht. Er stammt aus dem Jahre 1579. Die deutlich in der Fassade lesbare Jahreszahl 1694 bezieht sich auf eine Reparatur. Die nach Süden anschließenden Speicher stammen aus den Jahren 1599, 1600, 1594. Nummer fünf und sechs wurden zwischen 1743 und 1745 errichtet.

Salz war Exportschlager, weil man in Skandinavien große Mengen brauchte, um den dort in manchen Jahreszeiten massenweise gefangenen Hering haltbar zu machen. Lübeck belieferte insbesondere das Gebiet von Schonen und nach Norwegen. Die Heringe wurden dort in Fässer verpackt und wieder nach Lübeck geschickt. Von hier kam der Fisch nach Mittel- und Südeuropa. Hering war eine erlaubte Fastenspeise, und in frommen katholischen Gegenden gab es viele Fastentage; nicht nur Karfreitag oder in der Woche vor Ostern.

Das Salz der Lüneburger Salinen kam zunächst auf dem Landwege mit Pferdefuhrwerken. Das war in Zeiten, als es noch keine befestigten Straßen gab, eine strapaziöse Angelegenheit. An den Weg durch das Herzogtum Lauenburg erinnert noch die Bezeichnung "Alte Salzstraße". Ende des 14. Jahrhunderts entstand ein komplizierter Wasserweg mit einem ganzen Dutzend von Schleusen, der sogenannte Stecknitzkanal. Seit 1398 konnten Salzkähne auf dem Wasserweg von Lüneburg nach Lübeck gelangen. In den Speichern wurde das "weiße Gold" zwischengelagert, um später auf größeren Schiffen den Weg nach Skandinavien anzutreten.

Im 17. Jahrhundert bekam das Lübecker Salz durch Seesalz aus Frankreich, das sogenannte Baiensalz, Konkurrenz. Da es nicht frei von Verunreinigungen war, musste es erst veredelt werden. Auch das geschah zum Teil in Lübeck. Echte Konkurrenz wurde erst das Steinsalz, das im Bergbau zum Beispiel im südlichen Niedersachsen gewonnen wurde.

Als die Blütezeit des Salzhandels vorüber war, verfielen die Speicher zum Teil. Sie mussten immer wieder saniert werden; bis heute hin. Als Lagerhäuser dienten sie weiterhin, zum Beispiel für Getreide, Tuche oder Holz. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist ein Modegeschäft in den Speichern zu finden. Im Inneren sind die miteinander verbundenen Häuser dadurch zwar verändert. Die Fassaden aber blieben als Teil des alten Stadtbildes erhalten.

Autor: TD

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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