Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

HL-live.de

Mittwoch,
der 17. Oktober 2018






+++ HL-live.de - Archiv +++

15.01.2018 14.53


Lübeck vor 120 Jahren: Die Rathausfront

Post aus den USA bekam HL-Live. Ein Leser hatte auf einem Flohmarkt in New York alte Lübecker Stadtansichten erstanden. "Könnt Ihr zu den Bilder etwas erzählen?", fragte er. Wir können. Die Aufnahmen stammen aus den 1890er Jahren, wurden in Darmstadt im Großformat gedruckt. Heute geht es um die Rathausfront.



Fotografiert wird das Lübecker Rathaus, eines der größten erhaltenen gotischen Rathäuser Deutschlands, meistens von der Marktseite her. Hier zeigt sich die schönste Ansicht, zum Beispiel auf die Renaissance-Anbauten, die sogenannte Gerichtslaube, unter der tatsächlich über Streitfälle verhandelt wurde.

Viel schlichter hingegen erscheint die Ansicht zur Breiten Straße hin, obwohl sich hier der Haupteingang des Rathauses befindet. Die gebrannten glasierten Klinker sprechen allerdings von solider und zuverlässiger Arbeit.

Natürlich entstand ein erstes Rathaus im Zentrum, neben dem Markt, und zwar an der Südwest-Ecke. Aus Platzgründen wurde es an die Nordost-Ecke verlegt, wo die Gewandschneider, das heißt die Tuchhändler ihre Verkaufsräume hatten. In romanischer Zeit waren es schließlich drei parallele Giebelhäuser, so dass auch Raum für die Tuchhändler blieb.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Erweiterungen vorgenommen. Als Lübeck zum Haupt der Hanse heranwuchs, waren für die Hansetage, die Jahrestreffen der Mitgliedsstädte, Sitzungssäle und für gesellschaftliche Anlässe weitere Räume erforderlich, wie das Danzelhus, das Tanzgebäude. Sie entstanden parallel zur Breiten Straße hin. Die Laube vor dem Eingang, noch heute in die Fußgängerzone vorspringend, diente früher als Balkon für Ansprachen von Senatoren oder Bürgermeistern. Von hier wurde den Bürgern im Mittelalter die "Bursprake" verlesen, wurden neue Gesetze für das Zusammenleben in der Stadt verkündet.

Prachtvoll in die Breite Straße vorspringend, sieht man die überdachte Renaissance-Treppe vom Ende des 16. Jahrhunderts. Sie wird heute nicht als Treppe genutzt, war aber einst der Zugang zur sogenannten Kriegsstube. Beim Bombenangriff von 1942 wurde die Kriegsstube zerstört, in der in früheren Jahrhunderten die Abgesandten der Hansestädte bisweilen tatsächlich über Krieg und Frieden beraten hatten.

Hinter der schlichten Straßenfassade verbirgt sich der prachtvollste Raum des Rathauses, der Audienzsaal. Er erhielt Gemälde und Verzierungen im Stil des Rokoko. Hier gaben zwar keine Könige oder Kaiser Audienzen. Allerdings empfingen die Mitglieder des Obergerichtes bei Streitigkeiten die Parteien, um sie zu hören und um Recht zu sprechen.

Beim Betrachten des alten Fotos kommen Bilder in Erinnerung. Zum Beispiel von ausziehenden Ratsdienern, die einen neu gewählten Senator von seinem Wohnhaus abholten, um ihn zur Entgegennahme des neuen Amtes ins Rathaus zu geleiten. Oder ein Aufmarsch vom Jahre 1933, wo die Hakenkreuzfahnen das Bild bestimmten.

Heute marschieren manchmal Demonstranten vor dem Rathauseingang auf. Besucher warten hier auf die nächste Rathausführung. Die immer lebhafte Fußgängerzone füllt sich zu besonderen Gelegenheiten, beim Altstadtfest, bei Handwerkermärkten oder in der Vorweihnachtszeit mit ihren Buden, Tannenbäumen und Punschständen.

Autor: TD

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender
Videos

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.