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25.01.2018 08.11


Exzellenzcluster fördert drei Forscherinnen

Zur Förderung seiner Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Entzündungsforschung hat der Exzellenzcluster "Inflammation at Interfaces" am Mittwoch, 24. Januar, drei sehr hochdotierte Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreise vergeben.

Die Auszeichnungen (1x 100.000 Euro, 2x 50.000 Euro) wurden durch den Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei überreicht. Die Auszeichnung wird an Wissenschaftlerinnen aus dem Cluster vergeben um ihre exzellente Forschungstätigkeit zu fördern. Als besonders innovativ wurde das Projekt der Kieler Professorin Almut Nebel sowie die Beiträge ihrer Lübecker Kolleginnen Professorin Karin Hartmann und Professorin Inke König bewertet. Die aktuellen Auszeichnungen stärken den Exzellenzcluster auch im Hinblick auf die Bewerbung in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Denn es braucht herausragende Forscherinnen, um in einem Forschungsverbund exzellente Arbeit zu leisten.

Eine externe Fachjury wählte aus den eingegangenen Projekten die drei besten Beiträge aus. Die drei Preisträgerinnen Nebel, Hartmann und König sind sehr stolz und freuen sich über die großzügige Förderung: "Mit dieser Unterstützung durch den Exzellenzcluster können wir spannende und innovative Projekte umsetzen, die sonst in dieser Form nicht möglich wären. Wir freuen uns sehr, dass der Cluster unsere Forschungsleistungen auf diese Weise würdigt. Es braucht weiterhin solche starken Förderinstrumente in der Wissenschaft, um Frauen den Weg in die Spitzenpositionen zu ebnen." Zukünftig will der Exzellenzcluster den Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis alle drei Jahre vergeben.

Das Thema Gleichberechtigung ist aktueller denn je, da immer noch deutlich mehr Männer als Frauen auf Professuren beziehungsweise in leitenden wissenschaftlichen Stellen vertreten sind. Dazu sagte Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei: "Mit der Vergabe dieses Preises setzt der Exzellenzcluster 'Inflammation at Interfaces' ein Zeichen, dass ambitionierte Wissenschaftlerinnen gefeiert und gefördert werden. So tragen die hochdotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreise dazu bei, Wissenschaftlerinnen die Umsetzung von innovativen Ideen zu ermöglichen. Außerdem zeigen sie der nächsten Generation von Forscherinnen, dass exzellente Forschung von Frauen im Land Schleswig-Holstein gefördert und anerkannt wird."

Die Schirmherrin der Verleihung, Cluster-Mitglied Professorin Gabriela Riemekasten aus Lübeck, war 2015 die erste Frau in Deutschland, die einen Lehrstuhl für Rheumatologie besetzte. Trotz solcher Erfolge sei eine Chancengleichheit immer noch nicht erreicht, speziell wenn es um Führungspositionen in der Wissenschaft gehe. Riemekasten ergänzt: "Das Dorothea-Erxleben-Programm, dass der Cluster seit einigen Jahren zur Förderung seiner Wissenschaftlerinnen betreibt, fördert herausragende Wissenschaftlerinnen. Eine neue und innovative Maßnahme ist der Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis, der an besonders exzellente Forscherinnen aus dem Cluster vergeben wird um innovative Entzündungsforschung zu unterstützen. Der Cluster setzt mit diesem außergewöhnlich hoch dotierten Preis ein deutliches Zeichen, dass Spitzenforschung starke Wissenschaftlerinnen braucht."

Professorin Almut Nebel, Molekularbiologin am Institut für Klinische Molekularbiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, erhält den mit 100.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis. Sie leitet die Arbeitsgruppe "Langlebigkeit und alte DNA". Im beantragten Projekt will Nebel DNA von Menschen aus der Jungsteinzeit analysieren, um die genetische Entwicklung von entzündlichen Erkrankungen zu untersuchen.

Professorin Karin Hartmann, Fachärztin für Allergien und Haut an der Universität zu Lübeck, erhält den mit 50.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis. Sie ist spezialisiert auf die Erkrankung Mastozytose, bei der der Körper sogenannte Mastzellen im Übermaß produziert. Mit der Förderung durch den Exzellenzcluster möchte die Dermatologin untersuchen, wie ein für die Immunantwort wichtiges Protein die Mastozytose beeinflusst. Hierdurch erhofft sich Hartmann auch Rückschlüsse auf die Entstehungsmechanismen entzündlicher Erkrankungen.

Professorin Inke König, Psychologin und Bioinformatikerin an der Universität zu Lübeck, erhält ebenfalls den mit 50.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis. König forscht an der Verbesserung von Studiendesigns, damit für klinische Studien deutlich weniger Probandinnen und Probanden benötig werden. Die studierte Psychologin und promovierte Biologin war mit einem Projekt erfolgreich, in dem sie Methoden der Bioinformatik anwenden will um Patientinnen und Patienten unterschiedlichen Behandlungsgruppen zu zuweisen. Auf diese Weise sollen zukünftig bessere Prognosen eines Behandlungserfolgs möglich sein.

Hintergründe zum Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis:
Zum ersten Mal vergibt der Exzellenzcluster "Inflammation at Interfaces" den Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis an herausragende Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Entzündungsforschung. Mit ihren innovativen Projekten wurden eine Kieler und zwei Lübecker Professorinnen mit insgesamt 200.000 Euro ausgezeichnet (1x 100.00 Euro, 2x 50.000 Euro). Im Vergleich zu anderen Preisen ist der Dorothea-Erxleben Forscherinnenpreis außergewöhnlich hoch dotiert und thematisch sehr fokussiert: Nur Cluster-Wissenschaftlerinnen konnten sich mit einem exzellenten Projekt aus dem Gebiet der Entzündungsforschung bewerben.

Die Namensgeberin Dorothea Erxleben war 1754 die erste Frau, die in Deutschland im Fachbereich Medizin promovierte. Sie ist ein Beispiel für starke Frauen in der Geschichte der Wissenschaft, die für die Möglichkeit in der Forschung zu arbeiten kämpfen mussten.

Autor: BiMi

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