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der 22. Oktober 2018






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28.01.2018 10.02


Lied, Oper, Sinfonie – alles dreht sich um Faust

Goethes "Faust" gilt vielen als bedeutendste Dichtung in deutscher Sprache. "Faust" nannte der neue Dozent für Musiktheater, Jürgen R. Weber, seine szenische Collage, die er mit Studierenden der Musikhochschule erarbeitet hatte. Das Projekt erhielt am Sonnabend starken Beifall. Am Sonntag gibt es um 17 Uhr eine weitere Aufführung im Konzertsaal der Hochschule.

Insgesamt bestreiten 15 Mitwirkende den Abend: neun Gesangsstudenten, eine Schlagzeugerin, ein Saxophonquartett und der musikalische Leiter der Aufführung, Robert Roche, am Flügel. "Ein Singspiel von Johann Wolfgang von Goethe" steht über dem Programm, das vor zwei Wochen schon einmal in Bad Oldesloe erprobt wurde.

Der "Tragödie erster und zweiter Teil" als Singspiel zu bezeichnen, mag kühn oder verniedlichend klingen. Aber Jürgen Weber hat die Musikszene mehrerer Jahrhunderte durchforscht und wurde an vielen Stellen fündig. Bei insgesamt 15 Komponisten nahm er Anleihen auf. Schier unglaublich, wie viele Tonsetzer sich mit der Tragödie oder doch mit Zitaten daraus beschäftigt haben. Vom Kunstlied bis zur Oper und zur Sinfonie spannt sich der Bogen.

Unter den neun Sänger-Darstellern wählte Weber als Regisseur nicht etwa die stimmlich begabtesten oder ausbildungsmäßig am weitesten fortgeschrittenen für die Hauptrollen aus. Vielmehr ging es fast reihum. Fast jede und jeder durfte mal das Gretchen sein, den Doktor Faustus geben, den Mephisto spielen. Lediglich Valentin, der Bruder des in Schande sitzenden verführten Mädchens, blieb der Rolle treu. Aber schließlich starb der ja schnell "als Soldat und brav".

Auch auf das Geschlecht wurde nicht geachtet. Das Gretchen konnte schon mal männlich sein, oder eine Frauenstimme sang den Heinrich. Natürlich musste die Musik oft für das kleine Instrumentarium umgeschrieben werden. Aber große Musik leidet keinen Schaden, wenn sie gekonnt neu arrangiert wird. Die jungen Stimmen von Anna Maria Wünsche, Natalija Valentin, Tanja Renz, Annemarie Wolf, Sargis Mzikyan, Hussain Atfah, Caspar Krieger, Ko Hyunsik und Erwan Tacher legten mehr als nur Talentproben ab.

Mit Verdi begann der Abend. Schumann, Schubert, Wagner, Berlioz, Gounod, Dessau und viele andere folgten; bis zu Gustav Mahler und Franz Liszt. Schade, dass man im dunklen Saal die gedruckte Programmfolge nicht lesen konnte. Aber Gounods Faust-Walzer erkannte man am Rhythmus, ein Lied von Mussorgski an der Sprache und so weiter.

Zum Schluss gab es Ensemble-Szenen aus Werken, die im Original besonders groß besetzt sind, nämlich Mahlers "Sinfonie der Tausend" und aus der "Faust-Sinfonie" von Liszt. Sie endet bekanntlich mit einem Hymnus über den Schluss von "Faust II": "Alles Irdische ist nur ein Gleichnis..."

Robert Roche am Flügel verlor nie die Übersicht, und auch die übrigen Instrumente wurden gekonnt eingesetzt, und zwar von Coralie-Cordelia Common am Schlagzeug und den Saxophonisten Jana De Troyer, Jesus Gallardo, Sonia Tcherepanov und Tatjana Sandhöfer. Neben dem musikalischen Genuss konnte man bei den Dialogen seine eigenen Faust-Kenntnisse überprüfen. Ein anregender Abend.

Autor: TD

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