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07.02.2018 08.38


Niederdeutsche Uraufführung: Oma planscht im Pool

Witzige, wortgewandte Komödien stammen heutzutage in aller Regel aus Frankreich oder England. "Endlich ein zeitgenössischer Boulevard-Autor deutscher Sprache" jubelte eine Zeitung und meinte Stefan Vögel. "Romys Pool" heißt eins seiner Stücke, das die Niederdeutsche Bühne Lübeck ins Programm nahm. Am Dienstag war Premiere in den Kammerspielen.

Stefan Vögel ist allerdings kein Deutscher, sondern Österreicher, und zwar ein sehr erfolgreicher. Sein Stück "Romys Pool" stammt aus dem Jahre 2013. Trotzdem steht im Programm in Lübeck das Wort Uraufführung. Gemeint ist damit die erste Aufführung in Niederdeutsch. Gerd Meier, seit vielen Jahren Mitglied der Niederdeutschen Bühne Lübeck, hat die plattdeutsche Fassung geschrieben.

Romys Pool – der Titel soll an den Film "Der Swimmingpool" mit Romy Schneider und Alain Delon von 1969 erinnern. Anna, die zentrale Figur des Theaterstücks, hat den Film natürlich mehrere Male gesehen und sich nicht nur in Alain Delon verliebt, sondern auch in den Pool. So etwas müsste man auf eigenem Grundstück haben! Als ehemalige Zimmervermieterin hat die Achtzigjährige natürlich nicht viel Geld.

Um steuerfrei an ihr Haus zu kommen, strebt Sohn Günni eine Schenkung an, will Anna ins Pflegeheim stecken. Da sie nicht einwilligt, wird die Entmündigung betrieben. Auch weitere "Erbschleicher" stellen sich ein. Anna durchschaut das, auch wenn sie sich dafür "dösig" stellen und ihren Gegnern scheinbar in die Hände spielen muss. Der Pool wird Wirklichkeit, denn Anna findet das Sparbuch ihres verstorbenem Ehemannes mit mehr als einer Viertelmillion Euro. Oma ist wieder jung, seit der Bagger begonnen hat, stellt Enkelin Michelle begeistert fest.

Wolfgang Bennighoven, Mitinhaber des Theater Combinale, führt diesmal bei den Niederdeutschen die Regie. Er weiß, wie die Pointen in den Dialogen wirkungsvoll gesetzt werden oder dass der Pool die Möglichkeit gibt, die Hüllen fallen zu lassen. "Das ist ja Porno", sagte jemand im Publikum. War natürlich nicht ernst gemeint. Bennighoven verlegt die Handlung von der Südküste Frankreichs nach Italien, leitet mit italienischer Musik ein. Der Bademeister, den Oma als Schwimmlehrer engagiert, hat seine Künste als Barmixer in Rimini gelernt, nicht in Saint-Tropez.

Das Stück bietet eine Prachtrolle für eine ältere Dame. Margrit Cuwie-Turpin blüht auf, zieht viele Register der Verstellung. Sie kann die Zuschauer auf ihrer Seite wissen, denn viele im Publikum sind reiferen Jahrgangs. Ihren Sohn Günni spielt Uwe Jungenkrüger als aufgeregten Ränkeschmied, dem immer mal wieder die Stimme überschlägt.

Claudia Köbke als Enkelin steht sympathisch auf der Seite von Oma Anna, lässt ihren Charme erfolgreich Richtung Schwimmlehrer spielen. Gerd-Fabian Müller als Bademeister hat mehrere Eisen im Feuer, was ihn in Schwulitäten bringt. Kristina Hoffmann ist gestrenge Pflegerin mit finsteren Absichten.

Moritz Schmidt und Eva Knüppel vom Lübecker Theater als Bühnenbildner setzen einen in die Jahre gekommenen Salon in die Mitte, der später Verschönerungen erhält, denken sich besonders schöne Hintersetzer mit mediterraner Landschaft aus. Das Publikum unterhielt sich gut. Weitere Aufführungen in den Kammerspielen sind am 8., 11., 27. Februar sowie am 7. März. Gastspiele gibt es in Buntekuh (20.3.), Karlshof (21.3.), Travemünde (28.3.) und Kücknitz (17.4.).

Autor: TD

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