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Donnerstag,
der 22. Februar 2018






Premiere: Die Brüder Karamasow im Großen Haus

Auseinandersetzung mit Schuld, Ethik und Religion, fulminantes Familienepos und packender Kriminalroman - Fjodor Dostojewskijs letzter großer Roman zeigt nochmal seine Vielschichtigkeit, seine großartige Meisterschaft im Erzählen und seine Lust an feinverästelten psychologischen Verwicklungen.

"Die Brüder Karamasow" in einer Inszenierung von Schauspieldirektor Pit Holzwarth feiert am 10. Februar um 19.30 Uhr Premiere im Großen Haus.

Die drei Brüder Dimitrij, Iwan und Aljoscha könnten unterschiedlicher nicht sein. Aljoscha, der Mönch, ist geprägt von einem tiefen Glauben und Liebe zu seinen Mitmenschen, von Mitleid und Barmherzigkeit. Iwan, der Intellektuelle, stellt sich die existentiellen Sinnfragen, ist ein großer Zweifler und sucht die Welt mit seinem kalten Verstand zu ergründen. Dimitrij, der Lebemann, Trinker und Raufbold, ist impulsiv, unbedacht, ausschweifend und von einem kolossalen Hass gegen seinen habgierigen und genusssüchtigen Vater Fjodor Karamasow getrieben. Er fühlt sich von diesem um sein mütterliches Erbe betrogen und konkurriert mit ihm um die gleiche Frau. Ihr Objekt der Begierde ist die schöne Gruschenka, die zunächst mit Vater wie Sohn gleichermaßen spielt. Brennend vor Eifersucht wünscht sich Dimitrij den Tod Fjodors herbei und verkündet dies auch lauthals. Kurz danach wird sein Vater tatsächlich tot aufgefunden und der Verdacht fällt sofort auf Dimitrij – doch ist er wirklich der Mörder?

Fjodor Dostojewskij richtet in seinem Roman den Blick in die Abgründe der Seele: Liebe, Hass, Eifersucht, Mitleid, Gier, Neid und Bosheit – in seinem gewaltigen Werk versteht er es nicht nur, formvollendet die verschiedenen Erzählstränge zu einem Ganzen zu verweben, er ist auch ein hervorragender Schilderer von tragischen Konflikten.

Schuld und Gerechtigkeit, Selbstaufopferung und kaltblütiger Egoismus – Schauspieldirektor Pit Holzwarth, der zuletzt mit der Hommage an die Comedian Harmonists und seiner Inszenierung von "Der Kaufmann von Venedig" seine enorme Vielschichtigkeit unter Beweis stellten konnte, wird sich nun mit der inneren Zerrissenheit von Dostojewskijs Helden – und zum Jubiläum "500 Jahre Reformation" mit Fragen nach Religion, Ethik und der Suche nach einem Sinn im Leben – auseinandersetzen.

Inszenierung P. Holzwarth
Ausstattung W. Brenner
Musik W. Daum
Video K. Spuida-Jabbouti

Mit S. Höhne, A. Mann, S. Pfennigstorf; R. Brandt, J. Byl, M. Hermann, A. Hutzel, H. Sembritzki, J. D. Talinski

Weitere Termine: 18. Februar, 16 Uhr; 1. März, 19.30 Uhr und andere

Karten gibt es online und an der Theaterkasse, Telefon 0451/399600.

Pit Holzwarth inszeniert 'Die Brüder Karamasow' nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewskij. Foto: Thorsten Wulff/Theater Lübeck

Pit Holzwarth inszeniert 'Die Brüder Karamasow' nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewskij. Foto: Thorsten Wulff/Theater Lübeck


Text-Nummer: 120053   Autor: Theater Lübeck   vom 08.02.2018 12.58

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