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18.02.2018 08.56


Ballettpremiere: Dornröschen kommt im Doppelpack

Auch in dieser Spielzeit kommt das Ballett des Kieler Theaters mit zehn Vorstellungen nach Lübeck. Ballettchef Yaroslav Ivanenko schuf hierfür eine eigene Fassung nach Peter Tschaikowskys Klassiker "Dornröschen". "Die schlafende Schöne" lautet nun der Titel. Am Sonnabend war Premiere im Großen Haus in der Beckergrube.



Mit dem seit Jahrhunderten bekannten Stoff hatte Ivanenko sich bereits 2015 in Kiel befasst. Damals hieß sein Ballettabend noch "Dornröschen". Inzwischen habe er gedanklich weitergearbeitet, schreibt er im Programmheft. Ihm sei ein zweites "Mädchen-Märchen" in die Hände gefallen, nämlich "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen" des Dänen Hans Christian Andersen.

Dieses Märchen ist bekanntlich eine sehr traurige Geschichte, denn das arme Kind, dem niemand Beachtung schenkt, erfriert in der Silvesternacht. Yaroslav Ivanenko bezieht sie in sein Ballett ein, lässt sie in eine Traumwelt eintauchen und als strahlendes Dornröschen beziehungsweise als Prinzessin Aurora wieder auferstehen.

Natürlich steht älteren Ballettfreunden die über die Jahrzehnte nachgestellte Muster-Inszenierung des Petersburgers Marius Petipa aus dem Jahre 1890 vor Augen. Davon muss man sich bei Ivanenko verabschieden. Nicht, dass es keine romantischen, märchenhaften Züge gäbe. Aber der Zugang ist ein anderer.

Das mag man diskutieren. Aber es ist legitim, nach fast 130 Jahren neue Gedanken zu einem bekannten Stoff zu entwickeln. In der Oper geschieht das immer wieder; auch in Lübeck; vom Schauspiel gar nicht zu reden.

Lars Peter zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich. Der Hintergrund ist oft dunkel. Farbe bringen bewegliche geometrische Elemente ins Bild. Sie schweben von der Decke oder werden von der Seite hereingeschoben. Ein heller Rahmen in der Nähe der Rampe bildet den Spielraum für das arme Mädchen aus Dänemark und den bösen Gegenspieler aller guten Menschen, den Carabosse. Yat-Sen Chang Oliva tanzt ihn sprunggewaltig.

Die feine Gesellschaft, angeführt vom Königspaar (Caroline und Johannes Kritzinger) tanzt in der Mitte der Bühne. Der Hintergrund öffnet sich von Zeit zu Zeit, gibt den Blick frei für eine Mischung aus Thron und Siegerpodest, auf dem schließlich das junge Glück posiert. Immer wieder schafft der Kieler Ballettchef gute Möglichkeiten, um die Lebendigkeit, den Gestaltungswillen, die Lust an der Bewegung seiner Truppe unter Beweis zu stellen.

Bisweilen wird Humor beigesteuert, etwa bei der Charakterisierung der Prinzen, die sich um die Hand Auroras bemühen. Da werden Eitelkeiten und Süchte offenbart, die zeigen, dass auch die Royals nur Menschen sind. Besonders schön sind die Träumereien im Bild nach der Pause, wenn Aurora ihrem Prinzen begegnet. Die Träume werden von der grazilen Keito Yamamoto und dem jungenhaften Shizuru Kato eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Maiko Abe ist eine Fliederfee von Eleganz und Biegsamkeit.

Aber auch die übrigen Mitglieder der Compagnie wirbeln durch die Räume, mit Sprungkraft und raumgreifenden Schrittfolgen. Am Pult des Lübecker Philharmonischen Orchesters stand Jan-Michael Krüger, der sonst als Chordirektor gelistet ist. Er sorgte für flottes Tempo mit spielerisch leichten Einlagen. Lübecks Ballettfreunde sparten nicht mit Beifall. Die nächste Vorstellung ist am 24. Februar um 19.30 Uhr. Eine Einführung gibt es 30 Minuten vorher im Mittelrangfoyer.

Autor: TD

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