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der 21. Oktober 2018






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24.02.2018 16.29


Wetteraussichten: Es wird kalt

Seit Tagen werden Schneefälle und Schneeverwehungen angekündigt. Wie schlimm wird es in den kommenden Tagen? Harald Denckmann wagt eine Vorhersage. Für den angekündigten "Lake-Effekt" sei die Ostsee zu kalt, so seine Prognose.

Nichts ist für einen Meteorologen schöner, als sich den Prognosewahnsinn derzeit einmal genüsslich anzusehen. Von "Schleswig-Holstein versinkt im Schnee" bis zum Anbruch einer neuen Eiszeit ist da alles vorhanden. Der "Polarwirbel" ist aus dem Takt geraten, wird ebenfalls hinter vorgehaltener Hand geraunt. Wir haben für alles eine ganz einfache Erklärung: Es ist Winter, deshalb ist es kalt und wir müssen uns auf den einen oder anderen Schneefall einstellen.

Man sollte die Kirche wirklich im Dorf lassen. Vor zehn Tagen hatten wir an dieser Stelle schönes Wetter und einen Temperaturkorridor von minus zwei Grad nachts und fünf Grad am Tage vorhergesagt. Ist ja wohl eingetreten und die Temperaturverhältnisse sind für Wintertage absolut normal. Da ist überhaupt nichts Spektakuläres anzumerken.

Nun steht eine leicht veränderte Situation an, die wir zunächst einmal beschreiben sollten. Wir hatten bereits erklärt, dass die weitere Entwicklung in unserer Region davon abhängen wird, was für ein Druckgebilde sich Anfang März in Nordeuropa einquartiert. Es ist letztlich ein recht stabiles Hochdruckgebiet geworden, das uns ziemlich genau ab dem heutigen Samstag recht kräftige Winde aus dem kalten Nordosten Europas bescheren wird. Und das ist halt das Problem. Wenn es erst einmal richtig kalt ist, dann wird es um diese Jahreszeit auch nicht so schnell richtig warm. Dieses stabile Hochdruckgebiet muss erst einmal von einem atlantischen Tiefdruckgebiet wieder vertrieben werden, und danach sieht es in den nächsten Tagen einfach nicht aus.



Die Druckverteilung in Europa ist schon ein wenig merkwürdig im Moment. Unser klassisches Islandtief hat sich in diesen Tagen nach Süden verlagert und liegt derzeit über den Azoren. Das ist genau die Region, aus der normalerweise die Hochdruckgebiete zu uns aufs europäische Festland wandern. Aus diesem Grunde werden wir in den ersten Tagen des März die komische Situation haben, dass in Paris dank Tiefdruckeinfluss Frühling und Liebe erblühen während wir uns immer noch mit Schals, Mützen und Wintermänteln herumschlagen und bei Minustemperaturen bibbern.

Nur eins rettet uns. Die Sonne kommt aufgrund der trockenen Festlandsluft aus Nordost doch immer mal wieder durch die Wolken und verhilft uns zu ein wenig Wärme. Wenn man aus dem Wind herausgeht, kann es auch in den ersten Märztagen bei uns immer mal wieder recht schön am Tage werden. Nachts, wie gesagt, ist es meist recht kalt.

Es wird aber bei uns auch nicht zu kalt. Weniger als bis minus sechs Grad sollte es bei uns bis zum 10. März nachts nicht werden und die Tagestemperaturen sollten allenfalls einen Wert von minus drei Grad an den kältesten Tagen erreichen. An den meisten Tagen sollten Tageswerte um den Gefrierpunkt herum gemessen werden, und das ist eben für einen Winter recht normal.

Kommen wir jetzt noch einmal zu den Niederschlägen. Seit Sven Plöger in den Tagesthemen einmal den sogenannten "Lake-Effekt" erklärt hat, taucht der Begriff in den Wettervorhersagen der Kollegen ständig wieder auf. Darunter ist ein Effekt zu verstehen, der regelmäßig im amerikanischen Bundesstaat Minnesota zu starken Schneefällen führt. Der Wind weht über die großen Seen hinweg, nimmt dabei Feuchtigkeit auf, die dann über Land in Form von Schnee wieder ausfallen. Diese Verhältnisse wurden dann auf Nordostwind, die Ostsee und Schleswig-Holstein übertragen.

Vor diesem Hintergrund habe ich neulich auch eine Prognosekarte von Schleswig-Holstein in den Fernsehnachrichten gesehen, in der eine 35 Zentimeter hohe Schneedecke für den Raum von Rostock über Lübeck bis Kiel eingezeichnet war. Am besten das ganze Gebiet gleich meiden.

War natürlich nichts. Die Kollegen hatten übersehen, dass die Luft aus dem Osten sehr trocken und sehr kalt, und die Ostsee bei einer derzeitigen Temperatur von etwa plus zwei Grad wenig Verdunstungspotenzial hat. Die warten immer noch auf 35 Zentimeter Schnee.

Wir sehen das dagegen sehr viel entspannter. Natürlich wird es bis zum 10. März einmal schneien und Vorsicht ist dann auch geboten, denn der Boden ist eiskalt und es kann sehr glatt auf den Straßen werden. Da nützt dann auch kein Tausalz mehr. Schneewehen, die bis auf die Straße reichen kann es besonders auf der Lee-Seite von Knicks bei Schneetreiben geben, aufgrund des starken Nordostwindes.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass außer der Tatsache, dass uns kalter Wind um die Ohren pfeift, recht wenig passiert. Die nahe Ostsee hält auch bei uns die Wintertemperaturen moderat.

Nach der ersten Märzwoche müssen wir dann einmal weitersehen. Vielleicht kommen dann Frühling und Liebe von Paris aus auch endlich zu uns in den Norden.

Autor: Harald Denckmann

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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