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07.03.2018 11.34


Studie zur Kriminalität durch Zuwanderer

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote hat gemeinsam mit Professor Thomas Bliesener und Christoffer Glaubitz vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) und dem Leitenden Kriminaldirektor Peter Fritzsche (LKA) die Studie zur Kriminalität durch Zuwanderer vorgestellt. Demnach ist die Kriminalität bei Nichtdeutschen um das 1,6- bis 1,8-fache höher als bei Deutschen.

"Schleswig-Holsteins Strafverfolgungsbehörden sind bereits gut aufgestellt, um Kriminellen unabhängig von ihrem Wohnsitz und/oder ihrer Nationalität das Handwerk zu legen. Die Erkenntnisse der heutigen Studie geben uns allerdings wichtige Hinweise, wie wir noch besser werden können. Das gilt besonders für die künftige Arbeit bei der Integration von Zuwanderern. Denn die beste Prävention ist eine gelungene Integration", so Grote.

In der Studie würden Menschen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die sich nicht nur vorübergehend in Schleswig-Holstein aufhalten, sondern bei uns und unter uns leben, als Gruppe der Zuwanderer definiert und betrachtet. Es gehe also ausdrücklich nicht um durchreisende Personen oder Menschen, die sich kurz in Schleswig-Holstein aufhalten, um hier Straftaten zu begehen. Grote: "Um es ganz klar zu sagen: Auch diese Gruppe gibt es. Die Landespolizei hat erst vorvergangene Woche am Beispiel des Wohnungseinbruchdiebstahls dargestellt, wie intensiv sie gerade diese Formen der Kriminalität im Blick hat. Sie stand jedoch nicht im Fokus der Studie."

Insgesamt ergaben die Analysen, dass die registrierte nichtdeutsche Bevölkerung eine höhere Tatverdächtigenrate aufweist als die deutsche Meldebevölkerung. Dieses Ungleichverhältnis ist über den Zeitraum von 2013 zu 2016 leicht angestiegen. Während der Anteil der deutschen Schleswig-Holsteiner, die polizeilich als Tatverdächtige eingestuft wurden, in diesem Zeitraum von 1,9 auf 1,8 Prozent gesunken ist, ist der Anteil der nichtdeutschen Schleswig-Holsteinern, die als Tatverdächtige registriert wurden, in dieser Zeit von 3,8 auf 4,2 Prozent gestiegen. Das heißt, die Tatverdächtigenrate der nichtdeutschen Meldebevölkerung ist gegenüber der deutschen Meldebevölkerung in den untersuchten Kalenderjahren um das 2,0 bis 2,3-fache erhöht gewesen. "Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Nichtdeutschen einen erheblich größeren Anteil an jungen Männern aufweisen als die Deutschen", sagte KFN-Direktor Prof. Thomas Bliesener. Es handele sich, so Bliesener, um einen sehr gut gesicherten kriminologischen Befund, dass junge Männer zu allen Zeiten und in allen bislang untersuchten Kulturen häufiger kriminell würden. Dies habe man daher in einem weiteren Auswertungsschritt berücksichtigt.

Würden die Nichtdeutschen die gleiche Altersstruktur aufweisen wie die Deutschen, läge die Kriminalitätsbelastung der Nichtdeutschen in den Jahren 2013 bis 2016 um das 1,6-bis 1,8-fache höher als bei den Deutschen, so die Berechnung der Studie. In diesem Falle wären in 2016 noch 3,2 Prozent der Nichtdeutschen als Tatverdächtige registriert worden. Die Berücksichtigung der Geschlechterverteilung führt ebenfalls zu einer Reduktion der Unterschiede zwischen Deutschen und Nichtdeutschen, hat jedoch deutlich geringeren Einfluss als die Berücksichtigung des Alters.

Die Untersuchung der Deliktstrukturen unter den Nichtdeutschen zeigte in den Jahren von 2013 bis 2016 eine leichte Steigerung im Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte, welche zum überwiegenden Anteil Körperverletzung darstellen. Ebenfalls eine Zunahme in diesem Zeitraum verzeichnen die Sexualdelikte. Bei der Interpretation dieser Ergebnisse als einen tatsächlichen Trend müsse man jedoch sehr vorsichtig sein, erläuterte der Verfasser der Studie, Christoffer Glaubitz. Insgesamt seien die Sexualdelikte so selten, dass bereits wenige Vorfälle zu deutlichen Schwankungen bei den Zahlen führen würden. Eine deutliche Steigerung ließ sich im Bereich des einfachen Diebstahls feststellen. Eine Abnahme ergab sich für Rauschgiftdelikte sowie für Vermögens- und Fälschungsdelikte.

Zudem zeigte sich unter den Nichtdeutschen im Zeitraum von 2013 zu 2016 ein leichter Anstieg an Personen, die wiederholt polizeilich als Tatverdächtige registriert wurden: von 0,76 Prozent auf 0,82 Prozent. Dies könne ein Resultat des starken Zuwachses des Bevölkerungsanteils der Jugendlichen und Heranwachsenden über diesen Zeitraum sein, erklärte Glaubitz. Diese Altersgruppen wiesen laut Glaubitz sowohl in der deutschen als auch in der nichtdeutschen Bevölkerung die höchsten Mehrfachtäterquoten auf. Der Anteil derjenigen, die öfter als vier Mal innerhalb eines Jahres als Tatverdächtige in Erscheinung traten, blieb von 2013 zu 2016 hingegen stabil bei 0,1 Prozent. Das heißt, dass eine von 1.000 nichtdeutschen Personen mindestens fünf Mal im Kalenderjahr einer Straftat verdächtigt wird.

Die Untersuchung der Opferstruktur ergab, dass die Opfer von Straftaten, für die nichtdeutsche Personen als Tatverdächtige ermittelt wurden, mehrheitlich ebenfalls Nichtdeutsche sind. In 2016 lag dieser Anteil bei 53,8 Prozent. Dies sei bemerkenswert, so Glaubitz, weil der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtbevölkerung in diesem Jahr gerade einmal 7,9 Prozent beträgt. Zudem bestand bei einem Großteil der Fälle eine Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter, was bei deutschen Tatverdächtigen ebenfalls häufig der Fall ist.

Zusätzlich hat das KFN Unterschiede zwischen den zwölf Herkunftsstaaten analysiert, welche in der nichtdeutschen Bevölkerung Schleswig-Holsteins am stärksten vertreten sind. Zwischen den Personengruppen der verschiedenen Nationalitäten existieren deutliche Unterschiede hinsichtlich der Tatverdächtigenrate. Bezogen auf die EU-Länder weisen dänische Staatsangehörige mit Abstand die geringste Kriminalitätsbelastung auf, wohingegen sich die höchste Kriminalitätsbelastung für die östlichen EU-Staaten Rumänien und Bulgarien findet. Aus den herkunftsstärksten Nationen im Zuge des Flüchtlingszustroms im Jahr 2015 weisen Personen syrischer Staatsangehörigkeit die geringste Tatverdächtigenraten auf, gefolgt von Afghanistan und dem Irak.

Zur Studie: kfn.de/wp-content/uploads/Forschungsberichte/FB_137.pdf

Autor: InnenMi/red.

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