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Mittwoch,
der 19. September 2018






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09.03.2018 20.02


875 Jahre: Momente aus Geschichte und Gegenwart

Jetzt also ist es offiziell: Lübeck hat Geburtstag! Mit einem Festakt "875 Jahre Lübeck" in der MuK wurden am Freitag die Feierlichkeiten eingeläutet. Die Gäste erlebten in der Rotunde eine bunte Show mit Musik, Diskussionen, Spielszenen und Lesungen. Künstler und Politiker kamen zu Wort.



Der Ablaufplan, den Bernd-Reiner Krieger vom Theater Lübeck mit Nina Jakubczyk vom Kulturbüro zusammengestellt und umgesetzt hatte, nannte 16 Programmpunkte. Das in zwei Stunden hinzubekommen, schien unmöglich, wurde aber bis auf fünf Minuten eingehalten. Größere Überziehungen wären nicht gut angekommen. Im Saal gab es am Abend eine Show mit dem Komiker Ralf Schmitz.

Auf dem Podium saß das Philharmonische Orchester. Zu einigen Musiknummern traten der Theaterchor und Solisten des Opernstudios hinzu. Das musikalische Programm entlockte Kennern ein Schmunzeln: Alle Komponisten hatten Lübeckbezüge. Friedrich Ludwig Kunzen war Sohn eines Marienorganisten, Gabriel Vogtländer früher Ratsmusiker, Dieterich Buxtehude gehört ohnehin zur Stadt, Hugo Distler verbrachte entscheidende Jahre in HL. Die musikalische Leitung hatte Jan-Michael Krüger.

Begrüßung und Moderation lagen in den Händen von Schauspieler Jörn Kolpe. Er sagte zwar häufig "Wir in Lübeck", bekannte aber zum Schluss, dass er aus Westfalen zugezogen war. Das scheint ein typischer Fall zu sein, denn auch der letzte CDU-Bürgermeister, Dr. Robert Knüppel, gebürtiger Kieler, bemerkte einmal: "Diese Stadt macht den vernünftigsten Menschen zum Lübecker!"

An Abschnitte der Geschichte erinnerten Spielszenen. Da traf Graf Adolf II., der Stadtgründer von 1143, auf seinen Lehnsherrn Herzog Heinrich den Löwen. Rebecca Indermaur als junger Graf und Andreas Hutzel als Herzog stritten sich um die neue Stadt. Hutzel berichtete in einem weiteren Auftritt aus dem Leben des Kaufmanns Hildebrand Veckinghusen. Der stammte aus Livland, machte viel Geld in Brügge, hatte seinen Lebensmittelpunkt im Haus in der Königstraße.



Besonders gelungen waren zwei Soloszenen. Rebecca Indermaur bestach als gealterte Dorothea Schlözer. Ihr Vater, Professor in Göttingen, hatte dem hochbegabten Mädchen ein Studium an der Universität erstritten. Dorothea wurde der erste weibliche Doktor der Philosophie, führte in Lübeck als Frau von Senator Matthäus Rodde ein weltoffenes Haus.



Andreas Hutzel hatte große menschliche Momente als niederdeutsch erzählender letzter Wächter am Burgtor. Nachdem zum 1. Mai 1864 die Torsperre abgeschafft worden war, verlor er nach 40 Jahren seinen Job.

Natürlich gab es auch einen politischen Teil. Der bestand nicht aus Grußworten, sondern aus einer Plauderei von Ministerpräsident Daniel Günther mit Bürgermeister Bernd Saxe. Lars Fetköter warf den Politikern die Bälle in Form launiger Fragen zu. Man sagte sich Höflichkeiten, wurde gebeten, die Städte Kiel und Lübeck zu vergleichen. Geschickt wies Saxe beim Thema "Finanzierung des Theaters" darauf hin, dass man eine Feierstunde habe. Er lud den MP in "Lübecks hervorragende Gastronomie" ein, um das Thema Theater aus Lübecker Sicht zu schildern.

Ein schöner Einfall war es, an die Nobelpreisträger zu erinnern, die mit der Stadt verbunden sind. In allen drei Fällen kam hier der Nachwuchs zu Wort. Jörn Kolpe verriet, dass Thomas Mann am Katharineum die erste Schülerzeitung Deutschlands gründete. Ein Katharineer, Yorck Wieck, las aus dem Leitartikel der ersten Nummer von "Der Frühlingssturm". Der junge Thomas zog heftig gegen alten Staub in seiner Vaterstadt zu Felde.

Willy Brandt, Friedensnobelpreisträger von 1971, war durch seinen Sohn Lars vertreten. Der Schauspieler, Filmemacher und Regisseur hatte Auszüge aus der Dankesrede seines Vaters mitgebracht. Schauspielerin Helene Grass schließlich erinnerte an ihren Vater Günter. Sie las ein Kapitel aus dem Roman "Die Rättin" mit Lübeckbezug: Die Geschichte von Lothar Malskat, der Anfang der fünfziger Jahre beim Wiederaufbau der Marienkirche echte mittelalterliche Malereien "erfand".



Die Poetry Slammerin Maria Odoevskaya untersuchte die Frage, ob man als Migrantin in Lübeck leben könne. Als zum Schluss nach einem Film mit "Breakdance auf Backstein" die Darsteller von "Concrete 3" live ihre Akrobatik auf der Bühne ablieferten, herrschte Jubelstimmung. Auf der Leinwand hieß es dabei: "Wir wünschen 875 tolle Momente im Jubiläumsjahr". Na dann, feiern wir mal schön!

Autor: TD

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