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Freitag,
der 27. April 2018






Überleben und Propaganda im Puppenspiel

Vor 80 Jahren wurde das "Reichsinstitut für Puppenspiel" gegründet. Es sorgte für eine Gleichschaltung des Puppenspiels. "Nie wieder!", sagt Stephan Schlafke vom Figurentheater Lübeck. Deshalb gibt es eine Veranstaltungsreihe zu "Propaganda, Überleben, Widerstand".

Nicht-konforme Spieler wurden ab 1938 mit Berufsverbot belegt, ins Exil getrieben oder verhaftet. Andere Spieler profitieren von der Gleichschaltung und der Förderung des "nationalen Puppenspiels". Stephan Schlafke möchte an diese Zeit erinnern und ein Zeichen setzen. In Zusammenarbeit mit dem TheaterFigurenMuseum gibt es jedes Jahr zu Palmarum eine Veranstaltungsreihe. Dabei stehen drei Stücke auf dem Programm, die den Titel "Propaganda, Überleben, Widerstand" aufnehmen.

Los geht es am 21. und 22. März jeweils um 15 Uhr mit "Die 3 kleinen Wölfchen und das große böse Schwein" nach Eugene Trivizas. Das Stück klingt niedlich, behandelt aber ernste Themen. Es waren einmal drei kleine niedliche Wölfchen, die lebten mit ihrer Mutter zufrieden zusammen. Doch eines Tages schickte ihre Mutter sie in die Welt: Sie sollten sich selber Häuser bauen; aber sie sollten sich auch in Acht nehmen vor dem großen bösen Schwein! Aber wie stabil muss ein Haus sein? Aus Stein, aus Beton, aus Stahl? Ist es dann wirklich sicher? Und braucht ein Wolf Videoüberwachung, Stacheldraht? Wie böse ist eigentlich ein großes Schwein?

Am 23. März stehen eine Preview-Aufführung und ein Vortrag zum Puppenspiel in der NS-Zeit auf dem Programm. Der erste Teil des Abends wird von Dr. Antonia Napp und Silke Technau als Vortrag mit Figuren der Sammlung des TheaterFigurenMuseums gestaltet. Im zweiten Teil kommen Christiane Klatt und Nicole Gospodarek mit neu gestalteten Handpuppen und Flachfiguren zu Wort und Spiel. Dabei geht es um die Digitalisierung und den Datenschutz.

Um Puppen, Krieg und Terrorismus geht es beim letzten Stück am 24. März um 19.30 Uhr. "Punch und Judy in Afghanistan" spielt zwischen Wahn und Wirklichkeit, Berührtheit und Verstörtheit. Tarnnetze und Mohnblumen schmücken die Bühne, wenn der Puppenspieler Nigel in Afghanistan müden alliierten Truppen wieder zu mehr Lust am Krieg verhelfen soll. Als jedoch das Kamel mit seinem Assistenten Richtung Höhlenfestung Tora Bora durchgeht, macht Nigel sich auf, sie im Krisengebiet zu suchen. Mit dabei: ein ägyptisches Krokodil und natürlich der Rüpelkasper Punch alias Bin Laden nebst blutrünstiger Lieblingsfrau Judy. Mit ätzendem Sarkasmus, bitterbösen Pointen und fiesem "Tri tra trullala" verweigern sie garantiert ein
Happy End.

Details und Karten gibt es unter www.figurentheater-luebeck.de

Stephan Schlafke zeigt einen Ausschnitt mit Nigel und der Puppe Punch. Foto: RB

Stephan Schlafke zeigt einen Ausschnitt mit Nigel und der Puppe Punch. Foto: RB


Text-Nummer: 120815   Autor: red.   vom 14.03.2018 16.13

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