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15.03.2018 16.40


Hier kommt Lübecks neuer Baby-Retter

Die Hansestadt Lübeck verfügt ab Freitag über einen neuen Baby-Rettungswagen. Der Vorgänger war 13 Jahr alt und nicht mehr für moderne Inkubatoren zum Transport der sehr kleinen Patienten geeinigt. Neu ist auch eine Schrift, die am Heck eingeblendet werden kann und vor einer sehr langsamen Fahrt warnt, wenn das Baby geschont werden muss.



"Die neuen Transportinkubatoren konnten aufgrund der Verriegelungen des alten Fahrzeuges nicht mehr transportiert werden. Dies ist einer der Gründe, warum wir diese Investition für unsere jüngsten Patientinnen und Patienten auf den Weg gebracht haben", erklärt Bernd Neumann, Leiter der Berufsfeuerwehr der Hansestadt Lübeck.

Der Baby-Intensivtransportwagen ist eine rollende Intensivstation für Neugeborene und im Schnitt einhundertmal im Jahr im Einsatz. "Die Neugeborenen sollen bei dem Transport möglichst wenigen Erschütterungen ausgesetzt werden. Der Baby-Intensivtransportwagen übernimmt hauptsächlich den Transport von kranken Neugeborenen aus umliegenden Kliniken nach Lübeck beziehungsweise die Verlegung von Frühgeborenen in andere Spezialkliniken", so Tobias Beyer von der Berufsfeuerwehr der Hansestadt Lübeck, Leiter Einsatzbetrieb Rettungsdienst.

Der hydraulische Tragentisch für den ebenfalls neu beschafften Transportinkubator ist quer zur Fahrtrichtung ausgerichtet und nimmt den neuen Transportinkubator, sowie die darunter montierte Fahrtrage auf. Während der Fahrt kann der Tragentisch hydraulisch gefedert werden, um Unebenheiten der Fahrbahn auszugleichen. Die Inneneinrichtung des Patientenraumes verfügt über ein Wärmefach zur Vorwärmung von Infusionslösungen und Handtüchern und einen Versorgungsplatz mit gepolstertem Nestchen für Neugeborene. Um das Neugeborene bei der Versorgung vor Auskühlung zu schützen, wurde eine spezielle Wärmelampe montiert. Falls der Transport im Inkubator nicht erforderlich ist, kann das Baby in einer mitgeführten Sitzschale transportiert werden. Weiter wurden im Innenraum insgesamt drei Betreuersitze mit Blick auf den Inkubator montiert. Die Besatzung hat somit die kleinsten Patienten des Rettungsdienstes stets sicher im Blick.

Das Fahrzeug ist an der Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr Lübeck in der Bornhövedstraße stationiert. Für den Zeitraum des Einsatzes wird der Baby-Intensivtransportwagen von der Besatzung eines Rettungswagens der Berufsfeuerwehr, bestehend aus mindestens einem Notfallsanitäter sowie einem Rettungssanitäter besetzt. Die Besatzung fährt mit dem Fahrzeug zur Uni-Klinik, um dort einen Kinderarzt und eine Kinder-Intensivkrankenschwester aufzunehmen, die auf die Versorgung von Frühgeborenen spezialisiert sind. Diese Einheit fährt dann gemeinsam die hilfeersuchende Klinik im südwestlichen Schleswig Holstein an. Dort kümmern sich Ärzte und Pflegekräfte um die Erstversorgung und den Transport des Kindes nach Lübeck. Auch der Transport von Lübeck in weiterbehandelnde Kliniken ist möglich und gehört zum Einsatzspektrum des Fahrzeuges.

"Das Geld für das Fahrzeug und den Transportinkubator wurde durch die Hansestadt Lübeck bereitgestellt und durch die Krankenkassen refinanziert. Das Fahrzeug ist mit einem vier Zylinder Reihen-Turbodieselmotor mit 120 KW (163 PS) und einem Automatikgetriebe ausgestattet", sagt Tobias Beyer, stellvertretende Abteilungsleitung im Bereich Rettungsdienst der städtischen Feuerwehr. Es verfügt zudem über einen sogenannten Tiefbettrahmen mit einer luftgefederten Hinterachse. Die niedrige Bauhöhe des Fahrzeuges ermöglicht der Besatzung ein rückenschonenderes Verladen des schweren Inkubators.

Der Baby-Intensivtransportwagen verfügt neben der standardisierten Blaulichtanlage mit Signalhorn über eine rückwärtige Warneinrichtung, um den nachfolgenden Verkehr rechtzeitig vor Gefahren nach hinten warnen und absichern zu können. Dies ist insbesondere bei langsamer Fahrgeschwindigkeit bei sehr schonenden Transporten wichtig. Darüber hinaus befindet sich am Heck eine Leuchtschriftanzeige, wie bei Polizeifahrzeugen. Nur werden hiermit keine Fahrzeuge zum Anhalten bewegt, sondern mit der Anzeige "Baby an Bord" vor dem schonenden und der dadurch langsameren Transportgeschwindigkeit gewarnt.

Autor: Presseamt Lübeck/red.

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