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19.03.2018 12.14


Kriminalität in Lübeck stark gesunken

Die Polizeidirektion Lübeck stellte am Montag ihre Kriminalstatistik vor. Die Beamten zählten im Jahr 2017 in Lübeck 23.614 Vergehen und Verbrechen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 7,9 Prozent. Besonders die Straßenkriminalität nimmt weiter ab.

Die Statistik kann einige Erfolge vorweisen. So ging die Zahl der Wohnungseinbrüche um 30,2 Prozent auf 399 Fälle weiter zurück. Die Polizei hatte mit neuen Ermittlungsgruppen den Fahndungsdruck auf die Täter erhöht. Auch die technischen Sicherungen der Hausbesitzer habe einen Anteil an der Entwicklung, sagt Kriminaldirektor Michael Sörensen, Leiter der Bezirkskriminaldirektion.

Auch bei den Delikten Raub (minus 7,2 Prozent), Körperverletzung (minus 6,5 Prozent), Sachbeschädigung (minus 12,1 Prozent) und Diebstählen (minus 4,2 Prozent) ist die Entwicklung positiv. Die Zahl der Straftaten sinkt in Lübeck - mit leichten Schwankungen - seit zehn Jahren.

In der Statistik von 2017 kommt ein Sondereffekt dazu. Es gibt deutlich weniger Flüchtlinge. Diese machen sich strafbar, wenn sie ohne Visum nach Deutschland einreisen. Die Zahl der Fälle sank von 1108 auf 80 (minus 92,8 Prozent). Ohne diesen Bereich sank die Kriminalität in Lübeck um 3,9 Prozent.

Deutlich zugenommen haben die Rauschgiftdelikte. Das ist auf die zahlreichen Kontrollen am Krähenteich zurückzuführen, betont Lübecks Leitender Polizeidirektor Norbert Trabs. Dort sei die Szene nicht nur größer geworden, sondern auch die Zusammensetzung der Nationalitäten habe sich verändert. Die Polizei werde hier weiterhin präsent sein. Der Drogentreff sei als "gefährlicher Ort" eingestuft. Hier können Personen ohne Anlass kontrolliert werden.

Auch der ZOB bleibt weiterhin ein "gefährlicher Ort". Hier zeigen die Maßnahmen bereits Wirkung, berichtet Trabs.

Neu in der Polizeistatistik sind "politische Straftaten". Aus dem rechten Umfeld wurden 125 Straftaten gemeldet (im Vorjahr 153), darunter sieben Körperverletzungen. Aus dem linken Spektrum sind 65 Straftaten erfasst (Vorjahr 33). Hier gab es zwei Körperverletzungen. In der Regel handelte es sich um die Verwendung verfassungswidriger Symbole oder verbotener Fahnen. Unter dem Sammelpunkt "ausländische Ideologien" wurde eine Straftat gemeldet.

Polizeichef Norbert Trabs setzt auch in diesem Jahr die Schwerpunkte in den Bereichen ZOB und Krähenteich. "Wichtig ist es, dass die Bürger sich sicher fühlen." Dafür reiche ein Hinweis auf statistische Zahlen nicht aus.

Autor: VG

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