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Dienstag,
der 21. August 2018






Bewegende Familiensaga und deutsche Geschichte

Zu einer Veranstaltung der Reihe "Lübeck im Film - Besondere Filme an besonderen Orten" hatten die Nordischen Filmtage am Donnerstagabend in die Marienkirche eingeladen. "Die Degenhardts" hieß der Streifen von Regisseur Werner Klingler aus dem Jahre 1944.

Eine besondere Produktion scheint das auch zu sein, weil sich das Verbot der Alliierten von 1945 noch immer auswirkt. Angeblich darf der Film nur gezeigt werden, wenn vorher ein einführender Vortrag gehalten wird. Die Nazis nämlich hatten die Familiensaga für besonders wertvoll erklärt.

Den halbstündigen Vortrag zu Beginn hielt der Filmhistoriker Wolfgang Jacobsen. Die Geschichte der deutschen Familie Degenhardt spielt im Jahr 1939 in Lübeck. Da das alte, das heile Lübeck aus Vätertagen während des Drehens 1943/44 nicht mehr existierte – etwa 22 Prozent der Altstadt waren beim Bombenangriff vom März 1942 zerstört worden – musste Regisseur Werner Klingler ausweichen. Nicht die Lübecker Stadtsilhouette mit den sieben Türmen ist zu Beginn zu sehen. Vielmehr grüßen die Türme der Hansestadt Stralsund. Anstelle des zumindest stark beschädigten Lübecker Rathauses waren die entsprechenden Szenen im Rathaus zu Lüneburg gedreht worden. Sankt Marien als Vorführungsort – auch das lässt sich gut begründen.

Stadtobersekretär Karl Degenhardt vom Lübecker Gartenamt führt die Seinen sonntags gern in das große Gotteshaus. Hier erklingen an entscheidender Stelle des Films Auszüge aus Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung". In Haydns gewaltige Musik fallen die Bomben, bricht das Chaos herein. Natürlich wurde im Vortrag darauf hingewiesen, dass die NS-Propaganda geschickt Geschichtsfälschung betrieb, in dem sie zum Beispiel ganz nebenbei behauptete, dass die Polen begierig nach Westen schielten und die Grenze des Reiches bedroht hätten. So kam es angeblich zum Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Immer wieder zeigt der Film auch heile Welt, selbst wenn junge Soldaten mit klingendem Spiel durch das Tor marschieren, um ins Feld zu ziehen. Dazu brauchte es eigentlich keine einleitenden Erklärungen. Ein reifes und geschichtsbewusstes Publikum erkennt das.

Natürlich lebt der Film von der großen Kunst des Schauspielers Heinrich George, der angeblich auch aus Überzeugung lange "Heil Hitler" geschrien haben soll. In jedem Fall bescherte die Vorführung einen anregenden, bewegenden Abend, bei dem nicht das politische, sondern das private Schicksal der Degenhardts im Zentrum stand.

Die Reihe wird fortgesetzt. Am 17. Juni vormittags 11 Uhr gibt es im Großen Börsensaal des Rathauses mit dem Film "Ferien auf dem Immenhof" einen Film- und Fernseh-Erfolg aus dem Jahr 1957.

Familie Degenhardt im Film von 1944. Foto Nordische Filmtage

Familie Degenhardt im Film von 1944. Foto Nordische Filmtage


Text-Nummer: 121961   Autor: TD   vom 04.05.2018 09.48

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